Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Chronikeinträge in denen der Begriff Vorderhornbach vorkommt Ich möchte lieber die ganze Chronik erkunden!




811keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Karl der Große unterstellt das damalige Außerfern dem Bistum Füssen und damit auch dem fränkischen Keltensteingau (Keltinstein, Geltinsteingowe), dass in etwa das heutige Ostallgäu umfasste und weit in das Tiroler Lechtal hineinreichte

Vermutlich umfasste das Gebiet das Areal bis nach Vorderhornbach und beinhaltete darüber hinaus auch das Tannheimer Tal in Form eines Jagdgebietes



1333keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Kloster St. Magnus in Füssen erwirbt das Gebiet des heutigen Vorder- sowie Hinterhornbach und gibt es zur Rodung frei



1806keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Chronik berichtet von großen Schneemassen und zahlreichen Lawinenabgängen im Außerfern und vorrangig dem Lechtal

Das Gericht Aschau (Lechaschau, Wängle, Höfen, Weißenbach und Vorderhornbach) sowie auch das Gericht Vils wird durch die neue bayerische Regierung aufgelöst und dem Gericht Ehrenberg einverleibt

Kurz darauf wird Vils jedoch dem Gericht Füssen zuerkannt

Um den Verwaltungsapparat zu finanzieren, erhebt die bayerische Regierung bald neue Steuern. Die zeitgenössische Tiroler Währung, der Kreuzer, hat enorm an Wert verloren und damit verarmen sehr viele Tiroler oder gehen bankrott



1839keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine große Trockenheit belastet Mensch und Tier

Für die "Gränzwacht-Postierung" wird eine Auflistung der erforderlichen Betten zur Einquartierung vorgelegt: Gieblen bei Elbigenalp (10 Betten), Lechleiten bei Steeg (6 Betten), Steeg (6 Betten), Madau (6 Betten), Häselgehr (6 Betten), Vorderhornbach (6 Betten), Reutte (8 Betten), Weißenbach (6 Betten), Vilsrain bei Schattwald (6 Betten), Enge bei Grän (6 Betten), Schönbichl bei Vils (6 Betten), Weißhaus bei Pinswang (6 Betten), Schwangauer Gitter bei Pinswang (6 Betten), Kniepass bei Pflach (6 Betten), am Plansee (6 Betten), Ehrwald (11 Betten), Ehrwalder Schanz (6 Betten), Pontifensteig bei Ehrwald (6 Betten)

Am 18. August wird die von dem bayerischen König in Auftrag gegebene Fürstenstraße von Pinswang (Schluxen) über den Alpsee nach Hohenschwangau eröffnet



1840keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 17. Februar ist im Lechtal und dem Raum Reutte ein Erdbeben spürbar. Im selben Zeitraum wird von einem Meteor "in Gestalt einer feurigen Kugel, die unter donnerähnlichem Krachen zerplatzte", berichtet

In Hinterhornbach fällt ein Kind rund 25 Meter tief von einer Brücke und wird von den Wassermassen mitgerissen. Es wird daraufhin fast unverletzt geborgen

Am 21. September nächtigt in Reutte - nachdem sie das Passionsspiel in Oberammergau besucht hatten - das Königspaar von Sachsen, Friedrich August und seine Gemahlin die bayerische Prinzessin Maria Anna



1848keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Getreideausfuhrverbot der Kronländer wird aufgehoben und die Bewohner des Gerichts Ehrenberg können endlich wieder Getreide zu einem fairen Preis erwerben, woraufhin auch das Schmugglerwesen zurück geht

In Österreich wird durch Kaiser Ferdinand I. "dem Gütigen" die bäuerliche Untertänigkeit aufgehoben. Damit waren alle alten grundherrlichen Rechte wie auch die Abgabe des Zehents an die Kirche abgeschafft worden

Für die "Gränzwacht-Postierung" wird eine Auflistung der erforderlichen Betten zur Einquartierung vorgelegt: Pontifensteig b. Biberwier (5 Betten), Ehrwalder Schanz (4 Betten), Biberwier (7 Betten), Reutte (8 Betten), Plansee (4 Betten), Schwangauer Gitter bei Pinswang (5 Betten), Weißhaus bei Pinswang (3 Betten), Vils (6 Betten), Schönbichl bei Vils (2 Betten), Enge bei Grän (4 Betten), Schattwald (6 Betten), Vilsrain (1 Bett), Vorderhornbach (5 Betten), Elbigenalp (7 Betten), Holzgau (5 Betten), Lechleiten bei Steeg (6 Betten)

Im Tannheimer Ortsteil Schmieden wird durch das Hochwasser ein Haus weggerissen

Im gesamten Allgäuer Raum wird der Wildbestand bis auf einige wenige Restbestände abgeschossen. Ab 1851 stellt Prinzregent Luitpold den verbliebenen Wildbestand unter seinen persönlichen Schutz und fördert den Wiederaufbau einer gesunden Population

Schattwald wird eigene Pfarrei

Der erste Lechtaler wandert nach Amerika aus um dort als Händler sein Glück zu suchen



1891keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nesselwängle und Pinswang werden zur eigenständigen Pfarre erhoben

In Reutte fällt am 26. Mai das Kleinkind Anna Sigl in den Waschkessel und verstirbt noch in der Nacht an den schweren Verbrühungen

Am 16. August findet die Einweihung der Kemptner Hütte statt

Es wird berichtet, dass für 33 Gemeinden des Bezirkes lediglich ein Arzt zur Verfügung steht

In Reutte und den umliegenden Gemeinden, sowie in Füssen wird über die Möglichkeiten eines Zollanschlussvertrags mit Bayern diskutiert. Man sieht darin die einzig echte Chance, die Versorgungslage und die Wirtschaft im Außerfern zu stärken

In Vorderhornbach wird der 18jährige Josef Spieß in der elterlichen Mühle von einem Transmissionsriemen erfasst und getötet



1910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni (13. bis 15.) Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird die Elisabeth Mages - geborene Schratz - vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt, wird jedoch erst am 10. Dezember gefunden) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Bei Pinswang wird der aus Eisenschienen gefertigte Steg von den Lechfluten fortgerissen

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni versuchen die beiden Petrijünger und Fabrikarbeiter Alois Wagner und Otto Praxmair ihr Glück beim Fischen - sie finden jedoch den Tod. Die Leichen der beiden werden am Morgen des 24. nahe Pflach aufgefunden

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

Die Stuttgarter Hütte (AV Sektion Schwaben) wird am 1. August feierlich eröffnet

Am 9. August zieht abends ein Gewitter über dem Reuttener Talkessel auf. In Wängle brennt nach einem Blitzschlag ein bäuerliches Anwesen komplett ab, wobei sämtliches Mobiliar und eine Kuh ein Raub der Flammen werden

Die Ortsgruppe München des Touristenvereines "Die Naturfreunde" erwirbt im August die Musauer Alm

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

Am 19. Dezember tagt eine Notstandskommission im Lechtal, mit dem Ziel die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk etwas zu heben. Vor allem die Landwirtschaft und und der Handel mit Vieh war einer der drängendsten Punkte. Weiters wurde verlangt: Unterstützung bei der Eigenproduktion von Nahrungsmitteln, bei der Alpwirtschaft, eine Erleichterung der Militärpflicht zum Erhalt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, Bekämpfung der Landflucht, Unterstützung bei der Lechregulierung, Verstaatlichung der Lechtalerstraße, Straßenverbesserungen speziell in den Seitentälern



1911keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Salzburger Chronik vom 13. Januar 1911
"Im Kniepaß bei Reutte ist der königlich bayerische Jäger Martin Retter erfroren. Unweit Ehrwald wurde der Bauernbursche Johann Reimer erfroren aufgefunden."

Ein Erdbeben erschreckt am 24. April die Bewohner des oberen Lechtales, Schäden gibt es aber keine

Am 19. Mai treten nach einem Unwetter die Bäche über die Ufer und in vielen Häusern läuft das Wasser in den Keller oder gar die Wohnräume. In Pfafflar und über das Joch hinweg im Salvesental wurden wichtige Wege und Brücken weggerissen. Der Viehtrieb gestaltet sich daher schwierig

Im Umfeld von Ehrwald und den Anrainerorten an der Loisach wird über eine Stauung des Sebensees nachgedacht

Am 1. Juni bricht im Haus des Josef Auffinger auf der Kög ein Brand aus, welcher das Anwesen in kurzer Zeit einäschert

In Schattwald verletzt der Knecht des Frächters Benedikt Zobl Anfang Juni seinen Mitknecht mit einer eisernen Gabel so schwer, dass derselbe verstirbt

In Ehrwald wird im Juni mit dem Bau des Loisach-Viaduktes begonnen

Am 18. Juni wird die neu erbaute Brücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach fertiggestellt, später wird man sie "Donnerbrücke" nennen

Das Bergwerk Dirstentritt wird wieder in Betrieb genommen

Anfang Juli wird der erste befahrbare Karrenweg durch das Engetal eröffnet, bis dahin konnte das Tal zwischen Tannheim und dem Gebiet von Pfronten nur auf einem Fußweg durchwandert werden

Am 9. Juli eskaliert ein zwischen Bauarbeitern der neuen Bahnstrecke Griesen-Ehrwald ausgetragener Streit. Ein ungarischer tötet dabei einen kroatischen Arbeiter durch mehrere Messerstiche in Kopf- und Brustbereich

Mitte Juli ereignet sich am Rappenschrofen bei Grän ein kleinräumiger Bergrutsch, welcher jedoch einigen Schaden an Waldflächen und Feldern verursacht

Am 22. Juli brennt in Lechaschau das Doppelhaus der Brüder Köpfle komplett nieder. Als Brandursache wird ein defekter Kamin angenommen

Von der Bergmahd müde, legte sich am 25. Juli das Ehepaar Winkler nach getaner Arbeit auf den steilen Bergwiesen in ihr aufgeschlagenes Schlafzelt. Gegen Mitternacht vernahm die Frau ein Poltern und im nächsten Augenblick durchschlug auch schon ein rund ein Kilogramm schwerer Felsbrocken die Zeltwand. Dabei wurde der noch schlafende Mann unglücklich am Kopf getroffen, sodass er eine klaffende Wunde und ein Loch in der Schädelkalotte behielt

Der Ortsvorsteher von Tannheim, Johann Wöber, erwirbt das Gasthaus 'zum Baum', oder wie es früher hieß 'zum Wilden Mann'. Es ist dies die älteste Gastwirtschaft in Tannheim und soll einst von den Grafen von Montfort erbaut worden sein

Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

Am 12. September wütet ein Waldbrand im Bereich des Gaichtpasses, die Feuerwehren Höfen, Reutte, Nesselwängle und Weißenbach brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle. Die gerade neu errichtete Telefonleitung wurde bei dem Brand ebenfalls zerstört

Der Wegbau zu dem entlegenen Ort Gramais wird abgeschlossen

Am 15. Oktober bricht um halb elf Uhr abends ein Brand im Gasthaus "zur Rose" in Lechaschau aus. Die Flammen greifen schnell auch auf das benachbarte Gebäude des Vinzenz Retter über und beide Anwesen werden zum größten Teil vernichtet

Innsbrucker Nachrichten vom 28. Oktober 1911
"(Bei der Holzarbeit den Tod gefunden.) Aus Reutte schreibt man uns unterm 26. d. M.: Heute um 5 Uhr nachmittags ereignete sich im ärarischen Walde bei Schönbichl, in der Nähe von Vils, ein bedauerlicher Unglücksfall. Es waren dort zwei Partien Holzarbeiter beschäftigt, und zwar eine in ziemlicher Höhe und die zweite etwas tiefer, wobei von oben ein Baumstamm losging und den bei der unteren Partie arbeitenden 50jährigen Ferdinand Sprenger von Lech-Aschau bei Reutte, mitriß und sofort tötete. Dem Verunglückten wurde ein Fuß direkt vom Körper getrennt. Der Fall ist umso bedauerlicher, als Sprenger eine Frau mit sieben Kindern hinterläßt. Ob jemanden ein Verschulden trifft, wird die Untersuchung feststellen, die sofort eingeleitet wurde."

Ein Erdbeben lässt am 16. oder 17. November im ganzen Außerfern Mensch und Tier aufschrecken, Dachplatten fallen von den Dächern und Möbelstücke werden verrückt



1926keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Mit 1. März wird der Bau der Reuttener Hochdruckwasserleitung begonnen

In Höfen plant man eine Drahtseilbahn bis hinauf zu der Höfener Melkalpe zu errichten

Am 3. März bricht im Gasthof Post in Lermoos ein Brand aus, welcher den Dachstuhl komplett zerstört. Neben den heimischen Wehren ist auch die Feuerwehr von Garmisch mit einer Motorspritze vor Ort, mit welcher ein weiteres Ausbreiten des Feuers unterbunden werden kann

In der Nacht vom 22. auf den 23. März brennt bei Vorderhornbach die Tischlerei und auch die Säge des Emanuel Lechleitner vollständig nieder

Ein von Reutte kommender Zug entgleist am 7. April zwischen Schanz und Griesen. Ein vermeintlicher technischer Defekt veranlasste den Lokführer sich weit aus dem Fenster zu lehnen, wobei der das Gleichgewicht verlor und aus dem fahrenden Zug stürzte. Der somit führerlose Zug sprang in Folge überhöhter Geschwindigkeit aus den Geleisen

Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

Am 14. Juni besucht Bundespräsident Dr. Hainisch das Außerfern. Er macht Station in Ehrwald und besichtigt die neu errichtete Zugspitzbahn. Danach reist er über Kreckelmoos und Vils weiter.
Am 15. Juni gelangt er nach Holzgau um dort eine Delegation von Rinderzüchtern zu treffen und die Produktion von Käse in der örtlichen Sennerei zu inspizieren

Die Lechbrücke zwischen Lechaschau und Reutte wird neu errichtet

Am 15. Juli gehen in den Morgenstunden schwere Wolkenbrüche über dem Reuttener Talkessel nieder. Der Laimbach tritt über die Ufer und reißt die Brücke der Bundesstraße mit sich, wodurch der Verkehr nach dem Lech- und Tannheimer Tal vorübergehend unterbrochen wird. Die Felder am angrenzenden Ortsteil 'Platten' werden überschwemmt und vermurt. Bei Ehrwald wird die Straße und die Bahnstrecke unter einer Mure begraben

Am 26. August wird der Betrieb des Bergwerks Dirstentritt eingestellt

Die fliegerischen Abenteuer des Fabrikanten Pischl aus Telfs im Jahr 1926 enden vorläufig am 25. August mit einem Unfall bei der Landung in Boden (Gemeinde Pfafflar)

Mitte September löst ein Blitzschlag am Gaichtberg (Bärenbad) einen Waldbrand aus. Zahlreiche Helfer löschen das Feuer. Tage später stellt man fest, dass sich der Brand unterirdisch gehalten hatte und wieder ein oberflächliches Feuer hervorbrachte. Über weitere Tage hindurch sind die Bewohner von Weißenbach mit der Schaffung von Gräben und Löscharbeiten beschäftigt.
"...im Laufe der Nacht glich die Gaichtspitze einem ausbrechenden Vulkan, aus welchem gelbe Flammen und schwarzer Rauch zum nächtlichen Himmel loderten..."

Anfang Oktober beruft der vormalige Leiter der Stukkateur-Schule in Elbigenalp Benno Bischof eine Versammlung ein, welche sich dem Thema der Gründung einer Schnitzschule annimmt

Ende des Jahres wird ein weiteres Bergbahnprojekt im Zugspitzgebiet vorgestellt. Eine Bahn soll von Ehrwald hinauf zum idyllisch gelegenen Seebensee gebaut werden um das Gebiet um die Coburger Hütte und dem Drachensee leichter zugänglich zu machen

Ausferner Bote vom 18. November 1926
Biberwier, 24. November. Gestern um halb 10 Uhr abends erschreckte die Bewohner Biberwiers plötzlich der Ruf "Feurer". Das Holzhaus der Rosa Schönherr stand in Flammen. Sofort waren auch schon die Feuerwehren Ehrwald, Lermoos und Biberwier am Brandplatze und es gelang ihnen, die noch im Hause befindliche Frau und eine Ziege zu retten. Das Feuer konnte lokalisiert, das Haus jedoch nicht mehr gerettet werden. Als Brandursache vermutet man Kurzschluß.

Am 3. Dezember wird in Lechaschau der 22 Jahre alte Knecht Wilhelm Wegertseder (Wegetzeder) bei einem Schusswechsel auf einer privaten Feier von einem Nachbarn getötet, da dieser für Ruhe sorgen wollte

Am 12. Dezember wird das komplett renovierte Bad Kreckelmoos feierlich durch den Bischof Sigismund Waitz eröffnet



1933keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 21. und 22. Jänner werden in Reutte die Tiroler Skimeisterschaften ausgetragen

Im Sinne einer Queralpenstraße von Salzburg nach Basel wird der nicht neue Plan einer Verbindungs-Pass-Straße zwischen dem Schloss Linderhof und Füssen erneut angedacht und erste Kredite bewilligt

Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden

Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt

Im Bereich von Pinswang, Vils und im mittleren Tannheimer Tal wird ein Schädlingsbefall durch die sogenannte Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), im Volksmund als Schmotzgrille benannt, verzeichnet. Weite Flächen der Felder sterben hierbei ab, da die Engerlinge der Grillen sämtliche Wurzeln abfressen. Vor allem die angebauten Kartoffeln werden von den Tieren vollständig vernichtet

Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk

Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet

Ende November wird in Fachkreisen die Wiederansiedlung von Steinböcken im Außerfern diskutiert



1935keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Eine Lawine zerstört das Elektrizitätswerk Vorderhornbach

Bei Elmen wird Anfang Februar eine Latschenöl-Brennerei durch eine Lawine zerstört

Am 4. Juni besucht Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Außerfern. Von Reutte aus fährt der Tross in das Tannheimer Tal

Der 12jährige Bäckersohn Johann Schütz überquert am 15. August die Hauptstraße in Reutte, als er vom Postkraftwagen erfasst und zu Boden geschleudert wird - er bleibt mit einem Genickbruch tot liegen

Die Stunde vom 28. August 1935

Der Mord bei Reutte


"Wie die „Stunde“ gestern als erstes Blatt ausführlich berichten konnte, hat sich in der Nähe der bayrisch-österreichischen Grenze
[Pflach] ein geheimnisvoller Mord zugetragen, dem ein 22jähriger Arbeitsloser namens Leikermoser zum Opfer gefallen ist. Wie nun die Feststellungen der Innsbrucker Staatspolizei ergeben haben, hatte Leikermoser vergangenen Freitag in der Wohnung eines Innsbrucker Zuckerbäckers in der Mentelgasse Obdach gefunden und war Samstag gegen halb 9 Uhr abends von zwei Burschen, die sich für Kriminalbeamte ausgegeben hatten, aufgesucht worden. Die zwei Fremden hatten Leikermoser offenbar noch im Hause des Zuckerbäckers mit Chloroform betäubt und ihn dann in einem Auto entführt.

Den polizeilichen Feststellungen zufolge scheint Leikermoser an der überstarken Chloroformdosis gestorben zu sein. Seine Leiche war bekanntlich gefesselt und nur mit Hose und Schuhen bekleidet. Das Bezirkspolizeikommissariat Innsbruck führte noch im Laufe der folgenden Nacht die erforderlichen Erhebungen durch und stellte fest, daß zwei der Täter, und zwar der Teppichhändler Erwin Reindl ehemals Bettelheim und der Tapezierer Engelbert Tusch unmittelbar nach der Tat nach Deutschland geflüchtet sind.
Wegen Verdachtes der Vorschubleistung wurden in Innsbruck zwei Personen, und zwar ein Ingenieur und ein Techniker verhaftet."




1945keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer (Lutz Gabriele (52), Ölschlägl Anna (50), Schütz Dagmar (4), Schütz Sylvia (2 Monate), Schmittner Klaus (2), Stranz Arthur (5), ?) unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. Das eigentliche Ziel, der Bahnhof, bleibt jedoch unbeschädigt

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 26 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon
siehe auch: Grän 1945 - Das Ende kam mit Schrecken

In der Nacht auf den 30. April fällt auch Schattwald unter Granatfeuer

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 3. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern

Reutte wird kirchlich von Breitenwang losgelöst



1949keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 1. Juni ereignet sich auf dem Vilsalpsee ein Bootsunglück. Als die mit dem Hüttenneubau der Vilsalpe beschäftigten Leute abends Feierabend machen, fährt ein Teil der Mannschaft mit einem Boot über den See. Etwa in der Mitte des Sees beginnt das überladene Boot mit Wasser voll zu laufen. Bei dem Versuch eine Wendung gegen das Ufer zu machen kentert das Boot schließlich. Während sich der größte Teil der Leute an das Ufer retten können, bleiben der Maurer Johann Fügenschuh (66 Jahre) und der Landarbeiter Gebhard Haller (22 Jahre) verschwunden. Auch weitere Suchaktionen bleiben erfolglos - womit die beiden ihr nasses Grab am Grund des Vilsalpsees gefunden haben dürften

Der erste Berwanger Skilift wird eröffnet

Die Gemeinde Berwang wird verkleinert. Namlos wird mit Kelmen zu einer eigenständigen Gemeinde erhoben

In den frühen Morgenstunden des 1. Juli kommt es in Vorderhornbach zu einem Brandereignis. Dabei brennen das Haus des Benjamin Lechleitner, sowie das Gemeindehaus bis auf die Grundmauern nieder. Zwei weitere, benachbarte Häuser können gerade noch durch den Einsatz der örtlichen Feuerwehr gerettet werden



1963keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Traualpsee wird erstmals zur Stromgewinnung genutzt, die Kraftwerksturbinen werden ab 1965 ihre Arbeit aufnehmen

Die Betonbrücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach wird am 1. Dezember eingeweiht



1964keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
137 mm Niederschlag am 3. Mai in Tannheim

Man beginnt von Grän aus mit dem Bau der Engetalstraße, zuvor gab es lediglich einen schmalen Karrenweg. Die Wegverbreiterungen und Asphaltierungsarbeiten können 1968 an der Landesgrenze abgeschlossen werden. Bis der Straßenzug jedoch von deutscher Seite ab Pfronten bis zu der Grenze errichtet wird, werden weitere vier Jahre vergehen. Die feierliche Übergabe an den Verkehr erfolgt gar erst im Jahr 1975

Bei Schattwald wird mit der Verbauung der Vils begonnen

Mitte November fallen im Allgäu und dem Lechtal 310 mm Niederschlag in Form von Regen