Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Chronikeinträge in denen der Begriff Tannheim vorkommt Ich möchte lieber die ganze Chronik erkunden!




811keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kaiser Karl der Große unterstellt das damalige Außerfern dem Bistum Füssen und damit auch dem fränkischen Keltensteingau (Keltinstein, Geltinsteingowe), dass in etwa das heutige Ostallgäu umfasste und weit in das Tiroler Lechtal hineinreichte

Vermutlich umfasste das Gebiet das Areal bis nach Vorderhornbach und beinhaltete darüber hinaus auch das Tannheimer Tal in Form eines Jagdgebietes



1100keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Über den Hauptkamm der Lechtaler Alpen kommen bayerische Kolonisten und lassen sich in sogenannten Schwaighöfen in den Seitentälern des Lechtals nieder

Auch im Tannheimer Tal kommt es zu einer Siedlungswelle. Es sind schwäbisch-alamannische Siedler aus dem benachbarten Allgäu die sich in der Talsenke niederlassen

Die von ihren Landesherren unterdrückten und somit vertriebenen Walser besiedeln das oberste Lechtal (Zürs, Lech, Warth und die Steeger Fraktionen Gehren und Lechleiten). Diese als tüchtige Bauern bekannten Siedler wurden von den Grafen von Montfort angeworben und mit allerlei Rechten ausgestattet

Die Tiroler Landesfürsten beschneiden die Rechte des Bischofs von Augsburg in den Gebieten des nachmaligen Außerferns massiv. Durch ihren großen Einfluss konnten sie eine Verlegung der Territorialgrenzen erreichen - so wurde der Grenzverlauf nicht mehr am Lech entlang, sondern am Kamm der Allgäuer Alpen festgelegt



1273keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Stift Stams wird durch Graf Meinhard II. von Tirol gegründet

Am 1. Oktober wird Rudolf I. als erster Habsburger zum römisch-deutschen König gewählt. Er belehnt die Ritter von Schellenberg mit der Herrschaft Rothenfels, zu welcher auch das Tannheimer Tal gehört



1342keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Jungholz kommt nach lange währenden Streitigkeiten zu Tirol, um die Vorherrschaft im Tannheimer Tal - welches zu jenem Zeitpunkt größtenteils im Besitz des Grafen Heinrich III. Montfort zu Rotenfels stand - hingegen muss noch lange gerungen werden

Im Tiroler Freiheitsbrief bestätigt der zukünftige Bräutigam der Margarete von Tirol, Ludwig von Wittelsbach die Tiroler Rechte und Freiheiten

Starke Niederschläge führen in weiten Teilen Mitteleuropas zur schwersten bis heute bekannten Hochwasserkatastrophe, dem Magdalenenhochwasser. Zahlreiche Flüsse erreichen ihre bis heute höchsten je gemessenen Wasserstände. (Die Auswirkungen im Außerfern und dem Umland sind [noch] nicht bekannt)



1350keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Da die Freiherren von Rettenberg ohne männlichen Nachkommen bleiben, erben die beiden Töchter Elsbeth und Adelheid den Besitz, welchen sie noch im selben Jahr aufteilen. Adelheid erhielt das Tannheimer Tal und das Ostrachtal. Da deren Finanzen aber sehr knapp standen, verkaufte sie den ganzen Erbteil mitsamt ihrem Wohnsitz in Burgberg bei Sonthofen an die Herren von Heimenhofen



1354keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Haus Montfort zerfällt in zwei Zweige - jenen von Bregenz und den von Tettnang. Die Herrschaft Rothenfels, welche auch den größten Teil des Tannheimer Tals umfasst, fällt an Tettnang. Auch die Herren von Rettenberg beanspruchen noch ein Viertel dieser Besitztümer

Am 7. Dezember wird Ehrenberg an Herzog Albrecht II. von Österreich verpfändet. So kommt das damalige Außerfern zu Österreich. Somit kann das Außerfern von sich behaupten, bereits 9 Jahre länger als das übrige Tirol österreichisch zu sein



1361keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wieder entvölkert die Pest ganze Landstriche

Die Gebrüder Oswald und Marquard teilen am 5. September die Herrschaft Burgberg unter sich auf. Zu der Linie des Oswald gehört fortan auch der größte Teil des Tannheimer Tals

Eine ungewöhnlich strenge Kälte hält Tirol und das heutige Außerfern im Griff



1377keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Tannheimer Tal löst sich kirchlich von der Pfarre Sonthofen los und wird zur selbständigen Pfarre erhoben und in Folge dem Landkapitel Kempten zugeteilt



1382keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Gebrüder von Heimenhofen zu Burgberg erteilen "ihren lieben Freunden Berlin, Märk und Benz von Schellenberg und Ulrich Richartshofen, Vogt zu Ehrenberg", für den Fall ihrer Abwesenheit volle Gewalt über ihren Besitz (der Großteil des Tannheimer Tals)



1398keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Bischof von Augsburg verpflichtet sich, die Untertanen im Tannheimer Tal gegen alle Angriffe von außen zu schützen. Dafür erhält er jährlich sechs Malter Hafer



1406keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Über den Fernpass kommend marschieren die Appenzeller gegen Ehrenberg. Aufgrund einer Bedrohung im eigenen Land werden sie jedoch durch einen Boten zurückgerufen, woraufhin sie über das Tannheimer Tal und Immenstadt in Richtung Heimat abziehen



1416keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Herzog Friedrich bestätigt am 16. August, nachdem viele Dokumente und Unterlagen im Appenzeller Krieg verloren gegangen oder zerstört wurden, den Leuten des Lech- und Tannheimertals ihre 'Freiheiten, Gnaden und Rechte'



1432keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Herzog Friedrich IV. 'mit der leeren Tasche' erwirbt Teile des Gemeindegebietes von Nesselwängle
Den Bewohnern des Tannheimer Tals sichert er am 31. August in einer Urkunde dieselben Rechte zu, "wie sie die Leute zu Tanhaim in dem Algew und zu Oberstdorf vor besagtem Kauf im Lechtal gehabt haben..."

"...am Erchtag nach Jacobi 1432 urkunden die Brüder Rudolph, Hans und Erkinger von Haimenhofen, dass sie dem Herzoge Fridrich v. Oestr. verkauft haben alle ihre Leute, Güter, Eigenschaft und Lehenschaft, Gerichte, Fischwaide, Federspiel und Gejaide mit Zwingen, Pönen und allen Rechten, Freiheiten und Ehehaften in der Pfarre zu Thannheim von dem Vilsrain an bis in die Gacht..."
Veste und Herrschaft Ernberg, Justinian Ladurner (1870)



1456keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ort Mittewald wird durch eine Lawine zerstört, wobei 22 Menschen um ihr Leben kommen. An einer anderen Stelle bauen die Überlebenden einen neuen Ort auf, den sie 'Lähn' nennen

Graf Haug (Hugo?) von Montfort erwirbt vom Bischof in Augsburg das Recht auf den Wildbann im Tannheimer Tal



1463keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Herzog Sigmund erwirbt von Graf Hug von Montfort die Lehenschaft 'des Geisthofs' bei Tannheim mitsamt den Anteilen an der Rossalm, sowie 'den Zuzerlihof' bei Rehbach (Schattwald)



1464keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Reuttener bauen eine Brücke über den Lech und eröffnen eine Zollstelle

Erzherzog Sigmund und Hug von Montfort einigen sich über die Ausübung ihrer Rechte im Tannheimer Tal

Tannheim wird Sitz eines Niedergerichtes



1469keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Durch den Stadtrat zu Kempten kommt es am 15. Dezember zum Verkauf seiner Anteile an der Herrschaft zu Burgberg an Jörg den Jüngeren von Heimenhofen. Zu diesem Besitz gehören auch Jagd-, Fischerei- und Tavernengerechtigkeiten in Tannheim



1477keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Georg Gossembrot (Jörg Gossenbrot?) wird als Pfleger auf Ehrenberg eingesetzt - er leiht Erzherzog Sigmund "dem Münzreichen" wiederholt Geld, woraufhin dieser Gossembrot die Burg Ehrenberg als Pfandschaft übergibt. Gossembrot gilt indirekt als ausgesprochener Förderer der damaligen Region, da auf sein Betreiben (siehe 1488) der Warenverkehr von Süden in Richtung Augsburg über den Fernpass und Ehrenberg geleitet wurde. Zuvor wurde stets die Strecke über den Zirler Berg und Garmisch-Partenkirchen befahren

Jörg von Heimenhofen ist auf Grund der prekären finanziellen Lage gezwungen, Teile seiner zu der oswaldischen Linie gehörigen Besitzungen welche zur Burg Fluhenstein gehören an Bischof Johann von Augsburg zu verkaufen. Dazu zählen auch die Einkünfte der Leute von Oberstdorf, Rubi, Berg, Reichenbach, Schöllang, Burgegg, Hinang, Hindelang und Tannheim, sowie seinen Anteil am Vilsalpsee

In der Liebfrauen-Kirche in Vils wird die Katharinakapelle errichtet



1481keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Tiroler Landesfürst Sigmund erwirbt von den Herren von Schwangau das Jagd-, Geleit-, Zoll- und Gerichtsrecht zu Ehrenberg

Der Richter Paul Stickel wird durch den Pfleger von Ehrenberg, Jörg Gossenbrot, auf Geheiß Erzherzogs Sigmunds auf der Dingstatt zu Tannheim eingesetzt

Die Hohenegger werden als Lehensträger von Vils bestätigt und darüber hinaus mit dem sehr einträglichen Geleitrecht von Heiterwang bis zur Rottach (bei Oy-Mittelberg) und dem Zoll bei Vils ausgestattet



1485keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Sigmund schließt einen Vertrag über die Rechte im Tannheimer Tal und der linksufrigen Seite des Lechtals. Streitigkeiten verzögerten aber die Erfüllung des Vertrags, sodass es erst 1531 zu einer tatsächlichen Einigung kam



1489keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Dörfchen Reutte wird von dem Habsburger Erzherzog Sigmund 'dem Münzreichen' am 5. Juni zum Markt erhoben

Der Bischof von Augsburg tritt seine Rechte im Tannheimer Tal an das Haus Habsburg ab

Erzherzog Sigmund und Bischof Friedrich von Augsburg kommen darüber über ein, dass ihre Ernbergischen und Rettenbergischen Untertanen gegenseitig freien Zug erhalten und dass deren Kinder in ihrem Stand nicht mehr der Mutter folgen, sondern dem Herrn, in dessen Gebiet sie geboren sind. Damit wird der Allgäuer Brauch abgelegt, der da lautet: "Der Knecht trägt seinen Herrn auf dem Buckel mit sich"

Der Bischof von Augsburg strengt beim Schwäbischen Bund eine Klage gegen Haug von Montfort wegen der Errichtung eines Bergwerkes am Hindelanger Erzberg an. Nach der Ausführung des Augsburger Bischofs würde dem Montforter nur der Wildbann im Ostrachtal zustehen, auf der Allmende von Oberdorf habe er jedoch zudem widerrechtlich eine Schmelze als auch ein Hammerwerk errichtet



1491keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Winter herrscht eine große Kälte

Das Außerfern und auch das Allgäu sucht eine Hungersnot heim

Kaiser Maximilian lässt im Tannheimer Tal ein Jagdhaus errichten

Den Reuttenern räumt Maximilian zur Stärkung des aufstrebenden Markts das Recht ein, 12 Jahre lang den Wegzoll am Katzenberg für den Ort zu beanspruchen

Weiters erhält Reutte in diesem Jahr das Recht der freien Bürgeraufnahme



1500keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In alten Urkunden wird für diese Zeit von einem Bergbaugebiet im Bereich des Seebensees bei Ehrwald berichtet

In Reutte wird durch den Ehrenberger Pfleger Jörg Gossenbrot an Stelle einer früheren Kapelle die Kirche zur Hl. Anna erbaut

Die ursprünglichen politischen Gebietskörperschaften waren die Anwaltschaften, die Vorgängerversion der heutigen Gemeinden. Solche Anwaltschaften bestanden örtlich: 3 im Lechtal (Ober-, Mitter- und Unterlechtal), Tannheim, Lermoos, Bichlbach, Heiterwang, Aschau

In den Jahren um 1500 kommt es auf Ehrenberg zu Modernisierungs- und Erweiterungsbauten der Burganlage



1503keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Ehrenberger Pfleger Hans Paumgartner löst am 12. Mai mit Zustimmung Kaiser Maximilians eine Pfandschaft der Grafen von Montfort auf das Gericht Ehrenberg und das Tannheimer Tal ab



1531keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach langwierigen Streitigkeiten zwischen dem Bistum Augsburg und dem Haus Österreich kommt es zu einer Einigung. Die Eingliederung des Tannheimer Tals in das Land Tirol ist damit abgeschlossen

Protestantische Fürsten aus Sachsen, Braunschweig, Anhalt, Hessen und anderer oberdeutscher Reichsstädte schließen am 27. Februar den Schmalkaldischen Bund, einem Verteidigungsbündnis gegen die Religionspolitik des Kaisers Karl V. aus dem Hause Habsburg



1550keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die neue Gachtstrasse wird in Betrieb genommen. Der größte Teil der Salzfuhren ab Reutte wird nun über das Tannheimer Tal in das Bodenseegebiet verbracht. Die Strecke über Oy-Mittelberg wird kaum noch befahren - was zu Streitigkeiten zwischen dem Erzherzog von Österreich und dem Bischof von Augsburg führt

Ein verheerender Ernteausfall in Österreich, Bayern und auch in Oberitalien führt zu Engpässen in der Versorgungslage. Es folgen Teuerungen und Hunger

Um der, nach Auffassung der Obrigkeit, allgemein um sich greifenden Trunksucht entgegen zu steuern, wird eine für die fürstliche Grafschaft Tirol gültige Verordnung "wegen des überflüssigen Zutrinkens, welches sowohl unter den Geistlichen, als auch den Hohen, Edlen und Unedlen eingewurzelt" erlassen



1561keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Gregor Löffler und seine Söhne Elias und Johannes gießen die schwere Glocke von Tannheim



1572keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es kommt zum Rauschhandelsstreit zwischen Ehrenberg und 6 Oberinntaler Gerichten

In der Chronik von Tannheim wird für den 4. Jänner von einem Erdbeben berichtet, Schäden werden jedoch nicht benannt. Dennoch müssen die Erdstöße derart stark gewesen sein, dass die Bewohner aus den Häusern auf die Felder flüchteten



1582keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach einem über 50 Jahre währenden Rechtsstreit verzichtet der Bischof von Augsburg formell auf die Jagdrechte im Tannheimer Tal - damit gelangt das Tannheimer Tal vollständig unter die Hoheit der Tiroler Landesfürsten



1583keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In einem Vergleich vom 29. September zwischen der Stadt Füssen und dem Markt Reutte wird festgelegt, dass künftig die Reuttener für den Straßenerhalt ab Pinswang (Stocka; südöstlich des Gutshofes Schluxen) verantwortlich sind



1612keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen Aschau, Weißenbach, Nesselwängle und Tannheim kommt es zu einem Streit bezüglich der Salzrod



1628keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das einzige Kloster des Außerferns wird von Erzherzog Leopold V. gegründet, wozu er am 15. März persönlich den Grundstein legt. Er übergibt es nach Fertigstellung den Franziskanern, welche es bis in das Jahr 2014 (also für 386 Jahre) betreiben werden

Ein verheerendes Hagelunwetter zieht über Schwangau, Reutte und Umgebung, sowie das östliche Tannheimer Tal hinweg, sodass das Korn und der Flachs vernichtet werden und zahlreiche Fensterscheiben zu Bruch gehen

Das Jahr gilt generell als ein "Jahr ohne Sommer" und ein Tiefpunkt der kleinen Eiszeit. In Tirol verschärft sich die Hungersnot
...von Bohnen-Stroh wurde Mehl gemahlen und hievon Brot gebacken...

Der Ammerwald wird zur Gänze gerodet



1632keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Zwei Fähnlein Tiroler (etwa 800 Mann) ziehen im Einverständnis mit dem bischöflichen Pfleger Achatius von Laiming am 14. Mai zur Sicherung der Stadt in Füssen ein

Fürstbischof Heinrich V. flüchtet am 18. Mai auf Grund der Gefahr durch die Schweden von Füssen nach Reutte

Von Schwaz treffen am 14. Juni die Bergknappen und 12000 Mann der Tiroler bei Ehrenberg ein

Am 25. Juni fallen die Schweden über Füssen ins Außerfern ein. Vils wird verwüstet, schwedische Einheiten rücken bis Roßschläg vor

Am 8. Juli überfällt eine schwedische Reitertruppe das Tannheimer Tal. Ehrenberger Soldaten können die Schweden jedoch zurückdrängen

Dreieinhalb Tage lang nimmt Erzherzog Leopold die besetzte Stadt Füssen unter Beschuss, bis die Stadt großteils sturmreif geschossen wieder in die Hände der Tiroler fiel. Die Tiroler Truppen verhielten sich jedoch mehr als unrühmlich, als sie selbst anfingen die Stadt zu plündern ...[mehr dazu]

Am 22. Juli rückte Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar mit 6000 Mann abermals gegen Füssen vor und vertrieb den Großteil der Tiroler nach der Burg Ehrenberg. Mindestens 800 Mann aber wurden getötet oder gefangen genommen. Den Schwung des Angriffs mitnehmend, rücken sie an die Ehrenberger Vorwerke vor und zerstören diese, bis sie schließlich im Talkessel von Reutte eintreffen

Erzherzog Leopold V. hält bis zum 27. Juli auf der Festung Ehrenberg mehreren Angriffen der Schweden unter Bernhard von Sachsen-Weimar stand. Zur selben Zeit entsandten die Angreifer jedoch mehrere Stoßtrupps in das Lechtal hinauf um über Pfafflar in das Obere Inntal vorzudringen, die Lechtaler können den Vormarsch jedoch vereiteln

Nochmals greifen die Schweden am 29. Juli die Truppen von Leopold V. an, plündern den Markt Reutte um zwei Tage später wieder ab zu ziehen

Auch am Stiglberg (Stieglerberg) bei Pinswang kommt es zu Kampfhandlungen. Das Sperrwerk und die Verschanzungen werden am 29. Juli durch den Feind niedergebrannt

Zu allem Übel rafft auch die Pest viele aus der Bevölkerung dahin



1636keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Fürstbischof zu Augsburg wird von den Bürgern von Nesselwängle gebeten, einen Platz für die Pesttoten zu bewilligen. Vor allem die Pfarre Tannheim hätte viele Tote zu beklagen und sucht dringend einen Friedhof für die "Abgestorbenen"

"...hat es zu Jakobi (25. Juli) einen so großen Schnee geschnieben, daß man den ganzen Tag mit Schlitten fahren konnte..."

Am 23. September weilt ein Kardinal und abgesandter des Papstes in Reutte, derselbe trat am nächsten Tag die Weiterreise zum Reichstag in Regensburg an



1648keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch in diesem Jahr werden Soldaten in Reutte und der Umgegend einquartiert

Von Tannheim ergeht ein Schreiben an den Steuereinnehmer Abraham Reinhard, mit der Bitte um Steuererlassung, da die Bewohner des Tals durch die Kriegsschäden und Einquartierungskosten in Armut gefallen sind

Sämtliche Grenzpässe werden besetzt gehalten. Glücklicherweise endet am 24. Oktober der Dreißigjährige Krieg mit dem Westfälischen Frieden

In Ehrwald wird eine Kirche erbaut. Zuvor besuchten die Ehrwalder stets die Kirche von Lermoos



1649keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte wird zum Hauptniederlagsort für die von Hall kommenden Salztransporte

Für die Verpflegung der Truppen des Kommandanten Kaspar Schoch fallen für etwa 100 Soldaten aus dem Tannheimer Tal Zehrungskosten an



1650keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Für das Gericht Ernberg wird eine Müller- und Bäckerordnung erlassen



1653keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Lechtalern und den Aschauern einerseits und den Leuten von Tannheim andererseits kommt es auf Grund der Kriegslastenverteilung zu einem Vergleich

In Breitenwang wird am 8. Mai der Grundstein für den neuen Kirchturm zu Breitenwang gelegt



1666keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Pfrontener dürfen, da ihnen die Wegerhaltung unterliegt, von denen die mit einem Roß von Vils oder von Tannheim durch das Engetal kommen Weglohn verlangen



1667keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Elmen zerstört ein Brand das Dorfzentrum mitsamt der Kirche

Die Leute von Hindelang fordern die von Tannheim auf, an der Reparatur der Straße über das Joch nach Hindelang mitzuwirken, da diese die Straße ebenfalls für ihre "Kommerzien" benützten



1675keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
An die Adresse der Ehrwalder Fassdauben-Hersteller kommt es zu einer Reklamation, da man mit der Qualität der gelieferten Dauben nicht zufrieden ist

Die Bürger von Stanzach klagen, dass die Elmer ihr Vieh am Neren weiden und ihnen dadurch ein Schaden entstünde. Der Streit um eine vom Landrichter von Ernberg bewilligten Vergütungszahlung an die Stanzacher dauert beinahe zwei Jahre an

Im Oktober wird für das Tannheimer Tal eine überarbeitete Rodordnung verfasst



1696keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Untertanen des Lechtals können bei starkem Regenwetter mit ihren Fuhren nicht über den Rotlech fahren, sondern müssen das Korn und andere Waren abladen und die Wägen und Waren stückweise über den Steg tragen. Es wird vereinbart, dass die Reuttener Bürgerschaft über den Rotlech eine neue Brücke nebst Zufahrtsweg erbauen wird. Bei Hochwasser dürfen die Lechtaler mit ihren beladenen Wägen ungehindert darüber fahren, müssen jedoch einmalig eine gewisse Summe an die Reuttener bezahlen

Eine Viehseuche grassiert im Tannheimer Tal derart schrecklich, dass man sogar eine Bittprozession abhält in deren Verlauf eine Kuh als Opfergabe dargebracht wird

In Pflach wird eine Brücke erbaut (?)

Gramais wird zur Kaplanei

Am Kniepass kommt es zu Aus- und Umbauten der Befestigungsanlagen. Die sogenannte Hohe Schanz auf der Höhe des Passrückens, ein Rondell mit Wehrmauern gegen den Lech hinab

In Reutte wird ein sogenanntes Pfleghaus erbaut



1724keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder ruft der Brandalarm in Reutte zu einem Großbrand

Auf Island explodiert am 17. Mai erstmals der Vulkan Krafla, die Eruptionen werden sich noch bis 1729 fortsetzen

Am 22. Mai erregt eine totale Sonnenfinsternis die Gemüter

Nach zweijähriger Bauzeit wird die neu errichtete Pfarrkirche St. Nikolaus in Tannheim fertiggestellt. Damit hat Andreas Hafenegger aus Haldensee die - nach der Kirche in Neustift im Stubaital - zweitgrößte Landkirche der Diözese Innsbruck erschaffen

Ein Weidestreit bezüglich dem Salober wird Ende August per Dekret zwischen denen von Füssen und der Gemeinde Vils beigelegt



1739keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In den Wintermonaten herrschen außerordentlich kalte Temperaturen

Für das Lechtal und das Tannheimer Tal ist in den Chroniken von einem "erbarmungswürdigen Zustand" die Rede

In Vils wird durch eine Stiftung eine Schule eingerichtet



1744keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Wegen eines feindlichen Überfalles in der Herrschaft Bregenz werden von Reutte, Lechtal und Tannheimer Tal rund 100 Schützen über den Arlberg entsandt



1749keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im März wird durch die Landesregierung der Export von Vieh und Viktualien an den Filialzollstätten Roßschläg, Kniepass und Tannheim untersagt

Unwetter gehen am 15. Juli über dem Oberland und Außerfern nieder. Bei Imst werden durch den Gurglerbach große Flächen verwüstet



1757keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Truppeneinquartierungen in Tannheim Anfang Juni



1786keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es kommt wegen der häufig auftretenden Viehseuchen zu Grenzsperrungen

In der Aschau geht ein erstes Ansuchen für das Gipshauen bzw. dem Abbau von Gips ein

Jungholz wird zur von Wertach unabhängigen Lokalkaplanei erhoben - nach Abtrennung aus dem Landkapitel Kempten, wird sie dem Pfarrbezirk Tannheim zugeschlagen

Häselgehr wird zu einer eigenständigen Pfarre, Stockach und Hägerau zur Expositur erhoben

Die bis dahin der Pfarre Wängle zugehörigen Ortschaften und Weiler Nesselwängle, Rauth, Getting, Schmitten, Haller und Gaicht werden dem Pfarrverband Tannheim einverleibt



1787keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Übertragung des Pfarrwidums in das Franziskanerkloster Reutte

Durch das Josephinische Strafgesetz wird die Todesstrafe in den habsburgischen Erblanden abgeschafft

Die Zunftlade Reutte der Schuster und Schneider reklamiert, dass sich in dem schon seit 1705 hinziehenden Streit, neben der Aschau nun auch Tannheim von der Hauptlade in Reutte lösen und eine Filiallade eröffnen wolle.
Von Imst kommt umgehend die Aufforderung, dass Tannheim die alten Rechte respektieren und bei der Hauptzunftlade von Reutte verbleiben soll. Dasselbe gilt ebenso für die renitenten Handwerker von Aschau

Der Vilser Bürgermeister erhebt gegen die Einquartierung der Soldaten im Winter-Standquartier Einspruch und bitte davon Abstand zu nehmen, da Vils bereits durch die Transportkosten hoch belastet sei, zur Versorgung zu wenig Holz und Nahrung habe und noch an den Schäden der letzten Einquartierung leide.
Dem Einspruch wird daraufhin vom Kreishauptmann stattgegeben

In Vils brennt die Mühle des Peter Triendl ab

Die Rochuskapelle wird im Zuge der josefinischen Kirchenreform gesperrt. Kirchenparamente, Altäre und Glocken werden zum Teil verkauft und zum Teil verschenkt. Der Bürgermeister von Reutte, Josef Anton Ostheimer, rettet die Kapelle vor dem Abbruch, indem er sie um 57 Gulden kauft und als Heuablage nützte

Die Seelsorge Schattwald wird zur Expositur erhoben (Begräbnis- und Taufrecht). Im Anschluss wird mit der Errichtung des Friedhofs begonnen

Der Vilser Bürgermeister Gotthard Konz bestätigt, dass nicht von jedem Haus die vorgeschriebene Anzahl Mäuse gefangen und abgeliefert wurde, weshalb von diesen Häusern ein Äquivalent eingezogen werde

Das Jahr gilt als 'Regenjahr'

Im November bittet der Vilser Bürgermeister um die Aufhebung der verhängten Viehausfuhrsperre, da durch Missernten in den letzten drei Jahren, sowie durch Mausbiss und einer Maikäferplage die armen Untertanen ohnedies hart getroffen seien

Bach erhält eine Kaplanei



1791keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Baulichkeiten des Heilbades Kreckelmoos bei Breitenwang werden saniert

An dem Turm der Tannheimer Pfarrkirche St. Nikolaus müssen Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Der Maler Christian Fügenschuh aus Innergschwend stürzt dabei von der oberen Kuppel in die Tiefe und verstirbt



1794keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 9. Juli kommt es in Pfronten wegen der Einquartierung österreichischer Soldaten zu Unruhen

Ein Ansuchen für die Ausfuhrgenehmigung von 500 Stück Vieh wird gestellt

Dem Waldrieger (Waldaufseher) Johann Baptist Fasser wird durch das Waldamt Ehrenberg aufgetragen, sämtliche Waldfreveltaten zur Anzeige zu bringen

Grän und Zöblen werden zur Expositurkirche erhoben und trennen sich damit von der Mutterpfarre Tannheim

Nesselwängle wird zur Kuratie erhoben



1795keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Nach zeitgenössischen Angaben verlassen rund 1600 Männer das Gericht Ehrenberg um in der Fremde auf Arbeitssuche zu gehen. Die Heimat kann nach einem extrem kalten Winter und einer folgenden, unergiebigen Ernte die Menschen nicht einmal mehr annähernd ernähren

Die Vilser Gerichtsuntertanen bitten das k.k. Pflegamt um Bewilligung, das Getreide aus dem Land Tirol einführen zu dürfen

Im Tannheimer Tal werden trotz der prekären Versorgungssituation französische Kriegsgefangene einquartiert

In einem Sammelakt wird über sogenannte Holzexzesse berichtet, welche unter anderem in Ehrwald, Stanzach, Elmen, Häselgehr und Holzgau verübt wurden

Auch in Schattwald wird von "äußerstem Holzmangel" berichtet

In Zöblen wird die Kirche zum hl. Josef anstelle des Vorgängerbaus von 1682 neu errichtet

Vom Pflegamt wird das Jagen, Fischen, Vogelfangen und Pechklauben in auswärtigen Gegenden ausdrücklich als Verbrechen geahndet, da von Tiroler Wildschützen alle möglichen Exzesse im Hohenschwangauer Territorium vorgekommen seien

In Reutte wird das "Pfarrliche Spital und Armenhaus" eröffnet (heute Seniorenzentrum "Zum guten Hirten")

In Reutte wird ein Namensverzeichnis zahlreicher Ortsfremder angelegt. Es folgen mehrere Abschiebungsmaßnahmen

Der Vilser Rodausschuss beschwert sich wegen des verkürzten Salzdrittels. Von den veranschlagten und vertraglich zugesicherten 10000 Fässern fehlen allein für das Jahr 1795 beinahe 2700 Fass, was einen Verdienstentgang von über 1660 Gulden bedeutet. Man verlangt die Nachlieferung der der fehlenden Fässer



1796keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Vilser Oberbürgermeister Lob bittet das Pflegamt Vils, das Wetterläuten wieder zu bewilligen. Denn in den vergangenen Jahren, so Lob, hätten die Hochgewitter dem Getreideanbau sehr geschadet

Der Vilser Salzrodausschuss bittet um eine Angleichung des Frachtlohnes, da auch die Kosten für Futter, Zoll und Weggelder angehoben wurden. Zudem verweist der Ausschuss darauf, dass von allen Rodstationen jene von Vils mit 6 Steilstücken und einer Wegstrecke von viereinhalb Stunden die beschwerlichste sei.
Das Gesuch wird jedoch vom Kreisamt abgelehnt, mit der Begründung, man müsse das Ärar (Vermögen eines Staates oder einer Körperschaft) wegen der Kriegszeiten vor allen Ausgaben schützen

Eine Erhebung im Juni ergibt ein ernüchterndes Bild - die Befestigungsanlagen auf Ehrenberg, dem Gaichtpass, der Ehrwalder Schanz und bei Roßschläg befinden sich in einem sehr schlechten Zustand. Am Gaichtpass wird daraufhin sofort mit der Errichtung einer Palisadenlinie begonnen. Auch auf Ehrenberg werden Gräben ausgehoben und zahlreiche Verhaue angelegt

Das Blei für die Gewehrkugeln wird vorwiegend bei Biberwier in den Gruben des Bergwerks Silberleithen gewonnen

Ein Problem stellt die Aushebung lokaler Rekruten dar, da die meisten der wehrfähigen Männer im Ausland als Saisonarbeiter tätig sind. Die Situation macht es dennoch erforderlich, dass ab dem 7. Juli die verbliebenen wehrfähigen Männer mit Waffen ausgestattet werden.
Am 17. Juli treffen noch hunderte von Gewehren aus Innsbruck ein

Vom Gerichtsamtmann Luger von Rettenberg ergeht eine Warnung an seinen Kollegen in Tannheim, da sich eine bis zu 900 Mann starke Räuberbande - aus Deserteuren bestehend - mordend, brennend und plündernd durch das Allgäu bewege

Wegen der Flur- und Waldschäden in Musau anlässlich der Landesverteidigung in Roßschläg und Lechschanzl wird ein Lokalaugenschein anberaumt

Die französischen Truppen stoßen von Westen kommend gegen Vorarlberg und Schwaben vor. Am 12. August ziehen sich österreichische Soldaten aus Kempten nach Nesselwang zurück.
Da die französische Armee schier übermächtig immer weiter vorprescht, wird Mitte August am Fernpass eine weitere Verteidigungslinie eingerichtet. Am 21. August ziehen sich die Österreicher schließlich auch aus Immenstadt und Sonthofen zurück

Aus Furcht vor den anrückenden Franzosen, aber auch wegen des Verhaltens der eigenen, der österreichischen Armee - insbesondere der österreichischen Husaren, flüchteten die Frauen des Tannheimer Tals mit ihren Kindern Ende August in das Gebirge. Auch in Reutte wird das schändliche Benehmen der Husaren angezeigt, woraufhin die Husaren schließlich aus dem Außerfern abkommandiert werden

Am 27. August besetzte das Militär der Habsburger und zahlreiche einheimische Bataillone den Jochpass, wo schon bald zahlreiche erbitterte Kämpfe geführt werden. Die Zivilbevölkerung flieht großteils nach Reutte, denn auf beiden Seiten wird inzwischen mit grausamer Härte und Brutalität gegeneinander vorgegangen. In Pfronten werden beim Rückzug von den Österreichern viele Bauernhöfe in Brand gesetzt um den Franzosen kein Quartier und keine zurückgelassene Verpflegung zu hinterlassen. Am 13. September wagen die Franzosen schließlich einen Vorstoß gegen das Tannheimer Tal, werden aber zurückgeschlagen. Bei dem Versuch über den Oberdorfer Berg (Palmenberg) ins Tal zu gelangen, werden die französischen Soldaten von wehrhaften Talbewohnern in die Flucht geschlagen. Derweil besetzen die Franzosen aber die Stadt Kempten

Bei Musau stehen mehrere Kompanien aus Reutte, Lechaschau und dem Lechtal bei der Roßschläg, der Lechschanz und am Kniepass

Am 17. September wehren Tannheimer und Lechtaler Schützen einen französischen Angriff erfolgreich ab und werfen den Feind bis hinter Kempten zurück. Seither wird im Hochtal der 17. September als Talfeiertag gefeiert

Mehrere Lechtaler Scharfschützen sind an den Jochübergängen postiert und halten dort Wache

Mitte September gelingt es dann, die Franzosen bis hinter Kempten zurück zu drängen

Im Oktober bricht dann eine eingeschleppte Viehseuche aus. Im Außerfern herrscht große Not, trotzdem wird bald daran gegangen die Verschanzungen der Ehrenberger Vorwerke wieder instand zu setzen

Anfang November zerstört eine Feuersbrunst eine Mahl- und Schneidmühle bei Nesselwängle



1799keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Lechtaler und eine Tannheimer Kompanie wird an die Grenze zu Engadin geschickt. Sie treffen dort auf Franzosen, es kommt zu Feuergefechten. Aus den Tiroler Reihen kommt niemand zu Schaden.
Es gibt jedoch einige Kriegsgefangene, welche später in ein italienisches Kriegsgefangenenlager gesteckt werden. Im Herbst sterben dort einige Schützen des Tiroler Schützenkorps, darunter auch zahlreiche junge Soldaten aus dem Außerfern

Im Hohen Schloss in Füssen wird ein Zentrallazarett der k.k. Armee eingerichtet. Wenig später bricht die Cholera aus und mehrere hundert Soldaten lassen dabei ihr Leben

In Pflach wird eine große Zahl russischer Soldaten einquartiert. Diese gebärden sich aber bald als sehr raue Gesellen. Man wirft ihnen hier, wie auch im benachbarten Allgäu häufig Diebstähle und zahlreiche Vergewaltigungen vor

Ein Verbot gegen Nachtschwärmerei wird ausgesprochen

Auf der Vilser Schanze kommt es zu einer Versteigerung



1809keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ab Februar beginnt die bayerische Regierung damit junge Tiroler zu mustern. Sofort entwickelt sich Widerstand, da kein Tiroler unter napoleonischer Flagge in den Krieg ziehen will. Viele junge Burschen flüchten bald darauf in die Berge.
Schon im April formiert sich eine Gruppe Aufständischer und bald werden in den Bergen die ersten Feuer entzündet, welche zur Kommunikation über die Täler hinweg genutzt werden.
Von jenen Lechtalern, welche zum Feldzug gegen die Russen eingezogen wurden, kamen 24 nicht mehr vom Felde heim

Am 13. April marschiert Andreas Hofer mit seinen Schützen in Innsbruck ein. In Reutte entbrennt ein Aufstand, woraufhin sämtliche bayerischen Beamten aus dem Amt gejagt werden. Die Schützen aus dem Außerfern gelangen schnell an den Vorwerken und Verschanzungen ein, unternehmen sogar Streifzüge bis fast hinaus nach Kempten um die Lage zu erkunden. In Vils sammelt sich eine große Anzahl an Tiroler Schützen, da sich die kleine Stadt inzwischen dem Aufstand angeschlossen hat. Die Tannheimer Schützen unternehmen auch Exkursionen in das Ostrachtal bis hin nach Sonthofen. Die Sonthofener und die Bürger von Immenstadt sympathisieren größtenteils mit den Tirolern

Bald schlägt diese Stimmung bei den Oberallgäuern jedoch um, als einige der Tiroler Truppen damit beginnen die Allgäuer Dörfer auszuplündern. Im besonderen Maße gibt das Vorgehen des Major Teimer Grund zur Klage, die Tannheimer Kompanie zieht deshalb in eine andere Region ab, da sie die bis dahin guten Beziehungen mit den Oberallgäuern gefährdet sehen

Mitte Mai kommt es im oberen Illertal zu einigen Scharmützeln zwischen bayerisch-französischen Truppen und einem Aufgebot an Oberallgäuer Bauern, welche sich bewaffnet mit Sensen, Mistgabeln und Spießen auf der Seite der Aufständischen Tiroler gegen den Feind stellten

Am 19. Mai wird Innsbruck von den durch das Inntal herauf vorrückenden Bayern und Franzosen besetzt. Nach Reutte ergeht daraufhin die Aufforderung zu kapitulieren und die Waffen umgehend nieder zu legen. Die Tiroler Schützen im Außerfern lassen sich davon aber nicht beeindrucken. Als der Feind schließlich Füssen besetzt und seine Truppen an den Ehrenberger Vorwerken aufstellt rotten sich bei Reutte hunderte von Schützen und Bauern zusammen. Die Frauen und Kinder flüchten in der Zwischenzeit in Richtung oberes Lechtal

Am 25. Mai siegt Andreas Hofer mit seinen Schützen am Bergisel bei Innsbruck. Die bayerisch-französischen Truppen können wieder zurückgedrängt werden. Die Talengen werden wieder abgeriegelt um sich vor Überraschungsangriffen aus dem süddeutschen Raum abzusichern

Auch die Vorarlberger beteiligen sich an den Kämpfen gegen Napoleons Truppen. Sie erhalten Blei für ihre Gewehrkugeln aus dem Bergwerk in Biberwier. Der Nachschub an Schwarzpulver versiegt jedoch in Tirol und Vorarlberg zusehends. So kommt es nur gelegen, dass sich die Soldaten auf bayerischer Seite immer weiter zurück zogen

Die jetzt wieder vorrückenden Tiroler Schützen begehen jedoch just den selben Fehler und unternehmen, wieder unter dem Befehl des k.k. Majors Martin Teimer, wilde Beutezüge im Allgäu. Gerade die Ostallgäuer wenden sich immer mehr von der Sache der Aufständischen ab. Auch auf Seite der Tiroler weigern sich viele unter dem Kommando Teimers an diversen Ausfällen teilzunehmen

Am 19. Juni kommt es zu einigen Kampfhandlungen zwischen den Vorarlbergern und den Soldaten der Bayern und Franzosen. Die Vorarlberger sind wild entschlossen die Stadt Kempten für sich einzunehmen und greifen auch an, werden aber durch das Kanonenfeuer zurück gedrängt

Der vom Kaiser von Österreich am 12. Juli unterzeichnete Waffenstillstandsvertrag von Znaim schreibt die Übergabe Tirols an die Bayern vor. Die Tiroler wollen dies aber nicht akzeptieren, besetzen auch Mitte Juli wieder die Talengen und ziehen zusammen mit den Vorarlbergern gegen Pfronten und Nesselwang. Am 17. Juli greifen sie Kempten an, werden aber blutig niedergeschlagen - die Aufständischen ziehen sich damit hinter die Talsperren des Außerferns und nach Vorarlberg zurück

Von französisch-bayerischer Seite aus wird Anfang August daraufhin Füssen abermals besetzt und mit einem ausgedehnten Sperrwerk aus Palisaden und Verschlägen versehen - auch Innsbruck wird wieder unter bayerische Besatzung genommen. Da kommt am 7. August die Meldung, dass Andreas Hofer alle Tiroler Schützen zu den Waffen ruft. In Reutte kommt es zum Kampf, wobei eine württembergische Truppe geschlagen wird

Am 12. August entbrennt - neben dem Schauplatz Füssen - auch im Tannheimer Tal ein Gefecht zwischen den Franzosen, Bayern und unter anderen auch den Tannheimer Schützen. Die Franzosen müssen hierbei an der Wacht bei Oberjoch eine bittere Niederlage einstecken - 34 Tote und einige Verwundete. Die Tannheimer hingegen hätten 'nur' 3 Tote (Jakob Bernzott [3. Scharfschützenkompagnie], Josef Kappler von der Log und Alois Rief von Haldensee [2. Kompagnie]) und einen Verwundeten zu beklagen. Die Tiroler Schützen besetzen daraufhin den Ort Hindelang.
Aus dem Lechtal ziehen sieben Schützenkompanien in den Bereich von Reutte bis gegen Kempten, sowie in das Tannheimer Tal. Auch bei den Lechtalern wurde von 'nur' 2 Todesopfern berichtet

Bei Innsbruck beginnt indes am 13. August die mitunter dritte Schlacht am Bergisel. Auf jeder Seite kämpfen an die 15000 Mann - letztlich schlagen die Tiroler die gegnerischen Truppen und die wehrhaften Bauern und Schützen des gebirgigen Landes sind bald in ganz Europa in aller Munde

Bei Vils und Pinswang werden noch bis Ende August die Ehrenberger Vorwerke besetzt gehalten. Die Franzosen und Bayern lagern derweil in Füssen, Pfronten und Nesselwang. Immer wieder entflammen kleinere Gefechte, etwa im Illertal, bei Füssen oder auch bei Vils. Anfang September nimmt die Heftigkeit dieser Kampfhandlungen gerade im Bereich zwischen dem Tannheimer Tal und dem Ostrachtal immer weiter zu. Am 8. Oktober kämpfen sich die Tiroler bis Sonthofen vor, das Ostrachtal bleibt jedoch weiter schwer umkämpft

Das Zollamt Weißhaus wird durch die Hand der Franzosen ein Raub der Flammen. Bis Ende Oktober kommt es immer wieder zu Angriffen durch die Franzosen und Bayern. Am 26. Oktober ist dann für die Bevölkerung allerdings das Maß voll. Selbst die Frauen und Mädchen marschieren nun zornentbrannt gegen das Joch um die 'Eindringlinge' ein für alle mal zu vertreiben. Die Frauen können auch wirklich einige Franzosen vertreiben und erbeuten mehrere Pferde der Gegner

Für alle Beteiligten ist es oftmals nicht klar ersichtlich, welche Partei nun in der Gewalt steht. Der Schriftverkehr scheint meist schon im Augenblick seiner Übersendung als überholt, wie folgende Nachricht anschaulich darstellt:
Schönberg am 29. Oktober 1809
Nachricht an das Distriktkommando in Reutte


Durch Andreas Hofer wird die vom Hauptquartier unter Erzherzog Johann abgegangene Kuriermeldung über die offizielle Bestätigung des Friedensschlusses vom 14. Oktober mit dem französischen Kaiser zur Kenntnis gebracht. Infolgedessen das Land Tyrol nicht mehr als ein Teil der Monarchie anzusehen ist. Es sind daher alle Feindseligkeiten einzustellen, um ein weiteres Blutvergießen zu verhindern. Es sollen die alten Posten beibehalten werden. Sollte man vom Feind angegriffen werden, so darf man sich verteidigen. Dieser Entschluss ist sogleich dem feindlichen General durch einen Trompeter gegen Empfangsbestätigung zu übermitteln.

Am 1. November findet bei Innsbruck am Bergisel die inzwischen vierte Schlacht statt. Diesmal mit einem ungleichen Verhältnis von 20000 Franzosen gegen gerade einmal etwas mehr als 8000 Tirolern. Bald wird den Tirolern klar, dass sie bei diesem Unternehmen keine Chance mehr haben und ergeben sich. Das Bitten der Tiroler beim Kaiser von Österreich hatte zu keinem Ergebnis geführt. Von Österreich waren keine Soldaten gekommen um die Tiroler zu unterstützen und so war die Aussicht auf Erfolg schlicht vergebens. In Reutte wird die Kapitulation vom Bergisel vorerst argwöhnisch betrachtet und eine Niederlegung der Waffen abgelehnt. Erst am 8. November wird durch zumeist geistlichen Einfluss der Waffenstillstand vollzogen und die Tiroler verlassen die Sperrwerke. Am 11. und 12. November kommen 1200 Soldaten und wenig später noch einmal 3000 Mann als Besatzung in das Außerfern



1810keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Mehrere Halbbauern in Vils erheben Beschwerde gegen den Bürgermeister Kotz, da sie am Auftrieb ihres Viehs auf die Gemeindealpe gehindert werden, obwohl sie dies nun schon seit Jahrzehnten so machen

Das Tannheimer Tal, wie auch das Lechtal wird bis Mitte des Jahres von bayerischen Truppen besetzt

Das Landgericht Reutte wird unter bayerischer Herrschaft vom Innkreis abgetrennt und dem Illerkreis zugeschlagen

Das Außerfern erlebt einen außerordentlich heißen Sommer



1829keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Gemeinde Grän verkauft an das Ärar einen Baugrund im sogenannten Wolfhaag (Enge) zur Errichtung eines neuen Zollhauses

Ende Juni - Hochwasser am Lech

Im Juli gehen schwere Gewitter mit Blitz und Hagelschlag über dem Reuttener Talkessel nieder. Zur damaligen Zeit wurden auch Feldfrüchte wie Gerste, Roggen und Hafer angebaut, welches vollständig 'verdorben' wurde. Auch das angebaute Gemüse konnte keiner weiteren Verwendung mehr zugeführt werden. Darüber hinaus begleitete ein Sturm das extreme Wetter und entwurzelte zahlreiche Bäume und deckte mehrere Häuser ab.
In der Folgezeit wurden für die Betroffenen zahlreiche Sammlungen getätigt und die Schäden durch Nachbarschaftshilfe wieder großteils bereinigt

Für die bis dahin in angemieteten Räumen untergebrachte Mädchenschule in Reutte wird ein Haus gekauft um dort fortan den Unterricht abzuhalten



1835keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Gebrüder Alois und Johann Reinstadler gehen in Konkurs, die Hälfte der alten Kaserne an der Klause Ehrenberg wird versteigert

Zöblen kann sich von dem Verband mit Tannheim trennen und wird eine eigenständige Gemeinde

Reutte holt einen Kostenvoranschlag für eine Sanierung des Ritschenkanals ein

Anfang Juli weilt Erzherzog Johann in Reutte

Der Turm der Schattwalder Pfarrkirche St. Wolfgang wird erhöht



1836keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Kälteeinbruch im Lechtal am 22. Juli - einiges an Vieh erfriert auf den Almen, die überlebenden Tiere werden daraufhin sofort ins Tal geholt und in die Ställe gebracht

In den grenznahen Orten kommt es zu Einquartierungen von Soldaten: Reutte (6 Betten), Pinswang (2 Betten), Vils (2 Betten), Biberwier (3 Betten), Ehrwald (1 Bett), Tannheim (3 Betten), Vilsrain bei Schattwald (1 Bett), Enge bei Grän (1 Bett), Elmen (4 Betten), Holzgau (3 Betten), Lechleiten bei Steeg (1 Bett)



1841keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Elbigenalp kommt die kleine Anna Knittel zur Welt. Sie zeichnet und malt gerne, erlebt aber wegen ihrem Wagemut auch sonst viele Abenteuer. Sie wird sich zu einer weitum bekannten Künstlerin entwickeln. Später einmal werden, nachdem eines ihrer Abenteuer für einen Roman verwendet wird, viele sie unter dem Namen 'Geierwally' kennen.

Starke Stürme schädigen am 18. Juli Waldflächen und decken ganze Dächer ab

Es wird von einer Viehseuche berichtet

Ein Rechtsstreit über die Eigentumsverhältnisse im Ammerwald beschäftigt das Gericht



1845keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Reuttener Leinwandmanufaktur wird zu einer Baumwollspinnerei und -weberei ausgebaut

Die Stadt Vils lässt die Schärpa- und Reichenbachwiesen vermarken

Erzherzog Johann reist über Reutte und Tannheim durch das Außerfern um nach Bregenz zu gelangen

In Reutte betreibt M. Dellefont eine Fischbein-Fabrik, welche mehrere Sorten Fischbein für die Herstellung von Regen- und Sonnenschirmen, sowie Mieder vertreibt

In Vils wird der Gesundheitsschein für Klauentiere eingeführt



1846keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Hungersnot droht. Die schlechte Witterung und Umweltkatastrophen suchen den ganzen Bezirk heim. Die Kartoffeln beginnen wegen der hohen Niederschläge bereits im Boden zu faulen. 1847 setzt sich die Misere fort. Noch einmal macht die Fäulnis die Kartoffelernte zunichte. Auch die Viehzucht bringt keinen Gewinn mehr

Ein Großbrand wütet am 16. August in Reutte - sieben Häuser, die Kirche und das Kloster liegen in Schutt und Asche. Spielende Kinder hatten das Feuer entfacht und waren kurz darauf in höchster Not von dem Franziskaner-Pater Ezechiel Keller gerettet worden

Im Tannheimer Tal verfinstern am 22. u. 23. August schwere Wolkenbrüche den Himmel. In Nesselwängle gehen dabei nördlich des Ortskerns aus allen Tobeln beinahe gleichzeitig Muren und Hangrutsche ab und verschütten einen großen Teil des Ortes. 67 von 74 Häusern werden dabei zerstört oder zumindest schwer beschädigt

Am 24. August gehen schwere Wolkenbrüche über Reutte und dem Zwischentoren nieder. Der Lähnbach bei Wengle läuft über und bringt teils größere Schäden. Am Lech werden mehrere Brücken weggerissen, weshalb die Straße über den Kniepass wieder instand gesetzt werden muss

Kaiser Ferdinand I. 'der Gütige' verleiht den Weißenbachern das Recht an jedem 26. September einen Markt abzuhalten



1847keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 1. Februar werden am Hahntennjoch drei Einwohner von Boden von einer Lawine erfasst und getötet

Ein Hungerwinter geht zu Ende

Die Abläufe der Zollmanipulation für Getreide für die Schranne Reutte werden erleichtert

Feststellung und Markung der Gemeindegrenzen von Vils

Beschränkung der Holzausfuhr nach Bayern

In Tannheim wird das neue Widum fertiggestellt

Der Erbprinz Karl von Hohenzollern, sowie Karl Erbprinz zu Fürstenberg und Max Prinz zu Fürstenberg weilen im Lechtal (Elbigenalp)



1848keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Getreideausfuhrverbot der Kronländer wird aufgehoben und die Bewohner des Gerichts Ehrenberg können endlich wieder Getreide zu einem fairen Preis erwerben, woraufhin auch das Schmugglerwesen zurück geht

In Österreich wird durch Kaiser Ferdinand I. "dem Gütigen" die bäuerliche Untertänigkeit aufgehoben. Damit waren alle alten grundherrlichen Rechte wie auch die Abgabe des Zehents an die Kirche abgeschafft worden

Für die "Gränzwacht-Postierung" wird eine Auflistung der erforderlichen Betten zur Einquartierung vorgelegt: Pontifensteig b. Biberwier (5 Betten), Ehrwalder Schanz (4 Betten), Biberwier (7 Betten), Reutte (8 Betten), Plansee (4 Betten), Schwangauer Gitter bei Pinswang (5 Betten), Weißhaus bei Pinswang (3 Betten), Vils (6 Betten), Schönbichl bei Vils (2 Betten), Enge bei Grän (4 Betten), Schattwald (6 Betten), Vilsrain (1 Bett), Vorderhornbach (5 Betten), Elbigenalp (7 Betten), Holzgau (5 Betten), Lechleiten bei Steeg (6 Betten)

Im Tannheimer Ortsteil Schmieden wird durch das Hochwasser ein Haus weggerissen

Im gesamten Allgäuer Raum wird der Wildbestand bis auf einige wenige Restbestände abgeschossen. Ab 1851 stellt Prinzregent Luitpold den verbliebenen Wildbestand unter seinen persönlichen Schutz und fördert den Wiederaufbau einer gesunden Population

Schattwald wird eigene Pfarrei

Der erste Lechtaler wandert nach Amerika aus um dort als Händler sein Glück zu suchen



1850keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
An die 6000 Mann sind Mitte des Jahres im Außerfern einquartiert - meist sind es Tschechen, Polen und Slawen, lediglich im Tannheimer Tal sind hiesige Schützen auf Posten

Starkregen und Vermurungen des Sulz- und Triesenbaches bei Nesselwängle am 2. Februar. Mittels Sammlungen werden die Gelder für die Verarchungen der Bäche beschafft

Am 1. Juni kommt es bei Tätlichkeiten mit Truppenabteilungen der Benedek-Infanterie zum Tod eines jungen Biberwierers

Im Juli kommt es in Nesselwängle zu einem Felssturz in der Sulz

Kaiser Franz Joseph I. kommt am 8. Oktober nach Reutte. Von einem Teil der Bevölkerung wird der Monarch jedoch eher frostig empfangen, da er im Vorfeld Hilfslieferungen an Getreide in das Außerfern verweigerte und die Militärlasten schwer auf den Schultern der Leute lag

Mitte November geschieht in Jungholz ein grausamer Kindsmord. Die Kindsmutter gesteht, das Neugeborene zu Tode gewürgt und vergraben zu haben. Als man die Kindsleiche exhumiert stellt man überdies noch eine Menge an Gestein und Erde in der Luftröhre fest

Der in Europa aufkeimende Alpinismus führt auch immer öfter Bergbegeisterte in das Außerfern und seine vielfältige Bergwelt

Friedrich August II. - der König von Sachsen reist in das Lechtal



1851keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

Die k.k. Nationalbank beginnt mit den Silberzahlungen gegen Banknoten - Reutte ist der erste Bezirk, welcher mit den 'Silberzwanzigern' versehen wird

Große Schäden bringt ein Hagelschlag am 25. Juli - die Unwetterschneise reicht vom Tannheimer Tal über den Reuttener Talkessel bis nach Lähn in Zwischentoren

Starkregen am 3. August über Außerfern, generell sind die Temperaturen in diesem Sommer zu kalt. In Reutte tritt der Lech über die Ufer und ganze Häuser stehen unter Wasser, sodass die Bewohner - nachdem sie eine unruhige Nacht auf den Dächern der Häuser zugebracht hatten - am nächsten Tag mit Flössen in Sicherheit gebracht werden mussten. Auch in Lermoos müssen die Bewohner gerettet werden und im Lechtal reißt der Lech die Brücke zwischen Elbigenalp und Grießau weg. Die Wegtrasse am Gaichtpass wird ausgewaschen und bricht in die Tiefe, ebenso wie die Planseestraße am Roßrücken

Bei Pinswang untergräbt der Lech eine Stützmauer und bringt sie zum Einsturz, woraufhin auch bald die Straßentrasse von den Fluten mitgerissen wird

Trotz der Verheerungen der ersten Augusttage schreiten die Arbeiten an der Straße am Plansee, durch den Ammerwald und die Neidernach nach Grießen rasch voran. Mehr als 300 Tiroler sind an dem von dem bayerischen König Max initiierten Bau dieser Fahrstraßen beschäftigt

Wieder Hagelschäden am 10. September im Reuttener Kessel - das 'Grummet' wird dabei unmähbar und die Bauern haben in den Wintermonaten zu wenig Futter für ihr Vieh

Am 28. Oktober erschreckt ein leichtes Erdbeben die Bewohner des Lechtals



1852keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 16. September kommt es in Tannheim zu einem Hochwasser an der Vils. In Weißenbach tritt der Lech über die Ufer. Zahlreiche Schäden in den Überschwemmungs- und Hochwassergebieten



1861keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Postverbindung zwischen Reutte und dem Tannheimer Tal wird eingerichtet. Zunächst noch wöchentlich, wird aber ab dem Jahre 1881 täglich mit Pferdegespannen das Hochtal angefahren



1862keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Jänner Überschwemmungen im Lechtal

Am 21. August schlägt ein Blitz in den Turm der Tannheimer Kirche ein und zerstört mehrere Kirchenfenster und die Orgel

In und um Reutte hofft man darauf, "der burgliebende König von Bayern werde die in Privatbesitz übergegangene Ruine [Anm.: Ehrenberg] ankaufen und ein Jagdschloß herstellen"
aus: Österreichische Revue - 1864 - Christian Schneller



1868keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen Warth und Lechleiten geht am 1. April eine Lawine ab und begräbt zwei Menschen, einen Vater und seinen Sohn. Sie können nur noch tot geborgen werden

In Obergiblen verstirbt am 2. Juni die zweieinhalb Jahre alte Gertraud Scheidle, nachdem sie eine größere Menge Samen der Zeitlose (Colchicum) gegessen hatte

Die heute noch gültige Einteilung der Bezirkshauptmannschaft wird im Bezirk Reutte eingeführt

Der Zollanschlussvertrag für Jungholz wird zwischen Österreich und dem Königreich Bayern unterzeichnet

Am 27. August ertrinkt der im 29. Lebensjahr stehende Revierjäger und Schützenhauptmann Anton Dopfer im Vilsalpsee bei Tannheim



1872keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Januar erlangen die Käserei-Genossenschaft Jungholz Gold und die Alp-Genossenschaft Tannheim Silber als Staatspreis für Käserei-Genossenschaften des Ackerbauministeriums

Hochwasser am Namlosbach, dabei kommt es in Namlos und Stanzach zu Überschwemmungen

In Schattwald wird eine Mädchenschule errichtet

Am 7. oder 8. August erschütterte ein Erdbeben den Raum Reutte



1873keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Beginn des Frühjahres grassiert eine Pferdeseuche im benachbarten Ostallgäu, die Angst vor einer Ansteckung durch jene Tiere ist bei den Bauern in Reutte und Umgebung enorm groß

Ein Börsensturz erschüttert die Finanzwelt

Ein leichtes Erdbeben erschüttert am 29. Juni um 5 Uhr Früh das Tannheimer Tal

Starkregen Anfang August führt zu großen Ausfällen für das Grummet (Grummat). An 8 Tagen hindurch regnet es und die Bäche greifen über die Ufer aus, eine Regulierung der Fließgewässer wird von den Bauern und Bewohnern des Tals gefordert

Mitte August durchstreift eine Bärin mit ihrem Jungen das Gebiet des Außerferns und tötet danach bei Nassereith ein Kalb



1876keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Stanzach zerstört im Januar eine Lawine 40 Hütten des Almdorfes Fallerschein

In Tannheim wird zu Jahresbeginn eine freiwillige Feuerwehr gegründet

In Lermoos kommt es am 5. Juni zu einem Handgemenge, woraufhin der 22jährige Engelbert Hundertpfund dem 28jährigen Nikolaus Bader ein Messer in den Oberschenkel rammt. 2 Wochen später ist der am Wundstarrkrampf verstorben

In Ehrwald kommt es am 2. September zu einer grausamen Tat. Der Mesmer erschlägt mit einer Hacke seine Ehefrau. Nach Aussagen der Bevölkerung litt der Mann bereits seit geraumer Zeit unter "einem bedauernswerten Geisteszustand". Während der sechsjährigen Ehe war es überdies schon mehrfach zu "Reibereien" gekommen. Der Täter stellte sich nach dem Verbrechen selbst beim Gemeindevorsteher und wurde kurz darauf von Gendarmen des Postens Lermoos in Gewahrsam genommen

Ein Verdächtiger von Kleinstockach und einer von Ehrwald müssen sich in Feldkirch vor einem Schwurgericht dem Vorwurf der Geldfälscherei stellen. Ersterer wird zu 13 Monaten und jener aus Ehrwald zu 14 Monaten Haft verurteilt



1877keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die 67jährige Pflacherin Maria Zobel, geb. Beirer, wird am 2. Juli in ihrer Küche - während sie einen Kaffee aufbrüht - vom Blitz erschlagen

Am 15. u. 16. Juli Hochwasser des Weißenbachs bei Weißenbach am Lech

Der katholisch-politische Verein für Tannheim wird Anfang Dezember aufgelöst - schon im Vorfeld gab es über Jahre politische Querelen und Spannungen im Umfeld des Vereines



1879keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
König Ludwig II. und seine Mutter Maria besuchen das Tannheimer Tal



1882keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Tannheim wird am 24. Januar ein Erdbeben registriert. Es gibt einige kleinere Schäden

Fünf Männer brechen am 7. März frühzeitig von Elmen aus auf um von einem Stadel bei der Bergwiese am Bärenköpfl? Heu zu holen. Sie lösen eine Lawine aus, wobei der 18jährige Ignaz Schnitzer verschüttet wird - er kann nur noch tot geborgen werden

14 Häuser samt Kirche werden am 18. März in Nesselwängle ein Raub der Flammen

Im Dezember kommt es in Tannheim zu einem Hochwasser an der Vils



1886keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 14. Jänner wird bei Ehrwald der Bergverwalter von zwei Burschen attackiert. Bei dem Gerangel löst sich ein Schuss aus der Büchse des Angegriffenen, wobei die Kugel in dessen Schenkel dringt. Trotzdem gelingt es dem Verwalter, die beiden zu überwältigen und später der Justiz zu übergeben. Einer der beiden Angreifer wurde offenbar in den Tagen zuvor von dem Verwalter gekündigt, woraufhin sich dieser an ihm rächen wollte

Aus: Österreichische Touristenzeitung 1890
"...am Anfange des [Plansee] ist eine nette Gastwirthschaft 'zum Seespitz' genannt, gelegen und besagt eine am Hause angebrachte Gedenktafel, dass König Ludwig II. am 18. Mai 1886 (also kaum vier Wochen vor seinem Ende!) hier zum letzten Male vorgesprochen habe..."

Ludwig II. - König von Bayern - stirbt am Tag nach seiner Verbringung auf Schloss Berg auf mysteriöse Art und Weise im Starnberger See

In Österreich-Ungarn wird das Edelweiß unter Naturschutz gestellt

In Ehrwald wird eine Freiwillige Feuerwehr gegründet

Hochwasser an der Vils im Tannheimer Tal (9. Dezember)



1892keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Da der Bauer Remigius König nichts vom Werben eines Sägeschneidergehilfen um dessen Tochter wissen will, ersticht dieser den Bauern

Während der Osterfeiertage verunglückt der 29jährige Josef Sonweber im Lermooser Weiler Untergarten, als er beim Scheibenschießen eine verklemmte Kugel versucht mit einem Stein in den Lauf zu treiben - Kopfschuss

Die Tannheimer Hütte am Fuße des Gimpels wird vom Alpenverein erworben und großzügig ausgebaut

Beim Heuen 'auf Salb' stürzt der 45jährige Bauer Alois Bader - zuständig nach Lermoos - am 13. August in den Tod



1894keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Gramais kommt es am 7. März zu einer brutalen Bluttat - ein Bauer will sich erhängen. Seine Mutter, die 77jährige Aloisia Krabichler, entdeckt sein Vorhaben und will ihn daran hindern, woraufhin der Lebensmüde eine Axt holt und damit seine Mutter tötet. Die Verhältnisse auf dem Hof sind verworren. Bereits zwei Jahre zuvor war die Ehefrau des Bauern spurlos verschwunden.

Matrikel-Auszug aus dem Gramaiser Totenbuch von 1894 - die ermordete Aloisia Krabichler

Am 3. April stürzt der knapp vier Jahre alte Sohn des hiesigen Gastwirts Josef Friedl über die Brücke und fällt in die Hornbachschlucht hinab. Der Vater will auf kürzestem Weg in die Schlucht absteigen, der Pfarrprovisor will ihn an dem waghalsigen Unternehmen hindern und stürzte dabei beinahe selbst in die Schlucht ab. Den kleinen Alfred kann man nur noch tot bergen

Eine Telegraphenverbindung wird zwischen dem Tannheimer Tal und Reutte hergestellt

In den Sommermonaten wird bei Ehrwald der Steig am sogenannten Hohen Gang durch den D.u.Ö.A.V errichtet bzw. versichert

Die letzten Bewohner von Pfafflar ziehen nach Boden hinunter, danach wird Pfafflar nur noch als Sommersiedlung genutzt

Das Moos zwischen Ehrwald und Lermoos wird trockengelegt



1899keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einer Bitte der Marktgemeinde Reutte sowie der Gemeinde Lechaschau an den Landtag wird der Unmut über das sogenannte Hausierwesen zum Ausdruck gebracht. Man wünscht sich eine gesetzliche Regelung für die Hausierer und deren Hausierhandel

Ende März werden die letzten Arbeiten am neu errichteten Heilbronner Weg abgeschlossen

Am 21. Mai tritt in Tannheim die Vils über die Ufer und überschwemmt die angrenzenden Felder

Die Maul- und Klauenseuche grassiert in Imst und dem Ehrwalder Becken, woraufhin diese Landstriche als "verseuchtes Gebiet" gesperrt werden

Ein Roman von Ludwig Ganghofer lässt die Besucherzahlen in Ehrwald in die Höhe schnellen, sehr zur Freude der Vermieter und Schankwirte

Der 'Jubiläumsweg' wird anlässlich des 25jährigen Bestehens des Alpenvereines angelegt

Als der 60jährige Bauer Josef Schennach am 7. November an der Lermooser Kirche vorübergeht, bemerkt er einen großen Lärm im Inneren. Er sieht nach und bemerkt einen Mann - mit einem Bickel auf den Altar einschlagend. Es ist der hiesige Tischler - er will ihn beruhigen, doch der Wahnsinnige wendet sich ihm zu und schlägt unvermittelt mit dem Bickel auf den Bauern ein und tötet ihn

Beim Heimfahren mit einem Heuzug von der Alpe Fallerschein wird am 8. November die 36jährige Filomena Ulses vom Wagen überfahren und stirbt



1900keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 14. Jänner ist der 23jährige Michael Grießer - Sohn des Rollenmüllers - damit beschäftigt Holz mit dem Schlitten zu Tal zu fahren. Als die Stämme auf dem Schlitten verrutschen, schnellt der zwischen das Holz geratene Zapin mit solcher Wucht vor, dass er den jungen Mann tödlich an der Stirn trifft

Die Sektion Coburg des D.Ö.A.V. erwirbt im März eine Grundfläche für den Bau einer Schutzhütte in der Nähe des Drachensees

Die neue Jochpassstrasse von Hindelang nach Oberjoch und dem Tannheimer Tal wird feierlich eröffnet

Im Moos bei Lermoos wird am 20. Juli der 26jährige Alois Bader beim Heuaufladen vom Blitz getroffen und getötet

Hochwasser am 21. Juli am Nesselwängler Sulzbach, bei Forchach wird eine Brücke durch eine Mure zerstört und in Stanzach sogar die kurz zuvor neu errichtete Straße weggerissen. Schon drei Tage zuvor wütete ein heftiges Gewitter über der Alpe Mahdberg bei Kaisers, wobei ein 17-jähriger Hirte aus Landeck vom Blitz getroffen wurde und am Tag darauf verstarb

Im Sommer grassiert vornehmlich im Lechtal die Maul- und Klauenseuche

Am 6. August besucht Erzherzog Eugen den Markt Reutte und wird festlich empfangen. Am nächsten Tag besuchte er noch die Stadt Vils und reiste nachmittags über den Fernpass weiter

Am 10. September bricht in der Hinterbischenalpe am Nordhang des Pimig ein Feuer aus, welches beinahe die beiden schlafenden Hirten um ihr Leben bringt. Eine Kuh und ein Kalb haben weniger Glück und verenden in den Flammen



1901keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Januar wird in Lechaschau erstmals eine Hundesteuer ("Hundetaxe") eingehoben

"...am 19. März nachmittags von 12 bis 3 Uhr hat in der Gemeinde Bichlbach und deren Fraktionen Wengle und Aue ein heftiger Sturmwind in den Wäldern wie auch an Gebäuden großen Schaden angerichtet. Gleichzeitig wüthete der Sturm auch in Kleinstockach, [...] wo das Kirchthurmdach abgedeckt und in den Bach geschleudert wurde..."

Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

In Tannheim wird am 4. April um 11 Uhr nachts ein Brand im Haus des Landwirts Alfons Kleiner bemerkt. Zwei Stunden später liegt das Haus in Schutt und Asche, die in der Nähe befindlichen Gebäude konnten aber von den Feuerwehren des Tales gerettet werden

Am Schwarzenberg bei Pinswang kommt es am 24. April durch Unvorsichtigkeit zu einem Waldbrand. Eine Fläche von etwa 4 Hektar wird dabei eingeäschert

Am 18. Juli wird die Sägemühle in Biberwier durch einen Brand zerstört

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden am 6. August begangen

Durch andauernden Regen kommt es Anfang August unter anderem in Stanzach zu Überschwemmungen und der Dorfplatz steht dabei 1 Meter unter Wasser. In Nesselwängle richtet der Hansjörgenbach Sachschäden an. In Wängle werden zahlreiche Felder durch abgegangene Muren verwüstet, in Rieden eine Brücke und in Weißenbach gar zwei Häuser fort gerissen. Des Weiteren wird von zahlreichen weiteren beschädigten Brücken und Straßen berichtet

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

Der Alpengasthof Ammerwald wird durch einen Brand zerstört

Im Tannheimer Tal werden die ersten Stimmen laut, welche eine Neutrassierung der Straße über den Gaichtpass verlangen. Die alte Straße weist Steigungen von bis zu 30% auf und ist somit für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Bis zum tatsächlichen Baubeginn der Strecke werden aber noch acht Jahre vergehen

Am 8. Oktober kommt es zu einem Brandereignis durch einen defekten Kamin, in Lechaschau fallen diesem zwei Bauernhöfe zum Opfer



1903keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Elektrizitätswerk Reutte eröffnet das Kraftwerk Plansee feierlich. Dadurch kann auch die Region Reutte mit elektrischem Strom versorgt werden

Bis auf ein einziges Haus zerstört eine Feuerkatastrophe den gesamten Elmer Weiler Martinau

Am 10. Juli bebt die Erde in Elbigenalp, Elmen, Forchach und Häselgehr. Auch in Imst, Jerzens, Karres und Mils werden die Erdstöße wahrgenommen

Am 11. Juli bricht um halb acht Uhr morgens im Gasthaus Hirschen in Lermoos ein Feuer aus. Der Gasthof und das benachbarte Gebäude brennen vollständig nieder, das Übergreifen auf ein drittes Objekt kann in letzter Sekunde verhindert werden

Zwei Gauner, ein Brüderpaar, wird Mitte Juli nach langer Fahndung im Gipfelbereich des Geißhorns bei Tannheim verhaftet

In Ehrwald geraten am 9. August zwei Brüder in Streit, in dessen Verlauf Max Schennach dem Adolf mit zwei wuchtig ausgeführten Stichen so starke Verwundungen zufügt, dass der nur kurz darauf verstirbt

Am 24. August wird der 9-jährige Hirtenbub Alois Neuner - aus Karrösten stammend - am Weg vom Hermannskar in Richtung Petersberger Alpe im Bereich der Marchalpe tot aufgefunden - er war erfroren

Im November wird die Installation der Telegrafenverbindung im Lechtal vollendet



1904keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Bauer Serafin Stark von Mitteregg bei Berwang wird beim Heuziehen von einer Lawine verschüttet - er kann am 23. Jänner nur noch tot geborgen werden

Zwei Münchner Studenten werden am 1. Februar in Ehrwald als vermisst gemeldet. Sie wollten trotz der eindringlichen Warnung des Vermieters auf die Zugspitze steigen. Am 6. Februar fanden Suchkräfte aus Ehrwald die zerschmetterten und tiefgefrorenen Leichen in einer Felsrinne nördlich unterhalb der Wiener-Neustädter-Hütte

Am 15. März bricht in der sogenannten Kübelhütte am Ostende der Stadt Vils ein Brand aus. Durch das rasche Eingreifen der Wehren Vils und Pfronten kann ein größerer Brand verhindert werden

In Reutte wird durch den Nesselwanger Johann Röck eine Brauerei gegründet

Nach langem und zähem Ringen wird auf der Strecke zwischen Griesen und Biberwier ein Stellwagen der Post die Sommermonate über täglich auch den ansonsten abseits der Fernstraße gelegenen Ort Ehrwald anfahren

Am 25 Mai wird der 16 Monate alte Adam Bader - Sohn des Leiters der Poststelle Lermoos - von dem Bierwagen der Brauerei Starkenberg überfahren - er stirbt an einem Schädelbasisbruch

Das am Plansee gelegene Zollamt wird ab 1. Juni über die Sommermonate weiter hinauf in den Ammerwald verlegt

Den Anschluss an das bayerische Telefonnetz erhält Jungholz am 22. Juni

Ein Blitzschlag lässt am 23. Juli ein Haus in Tannheim - Oberhöfen in Flammen stehen. Die herbei geeilte Feuerwehr kann die umliegenden Häuser retten, das Brandobjekt und die darin befindlichen Tiere müssen aber der Feuersbrunst überlassen bleiben

Am 18. Oktober kommt es bei Biberwier während Sprengarbeiten zu einem verhängnisvollen Zwischenfall. Beim Auslösen mehrerer Dynamitladungen war eine nicht abgegangen. Als zwei junge Männer Nachschau halten wollten, explodierte auch diese Ladung und verletzte beide schwer



1905keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zur Mitternachtsstunde des 7. Januar erhebt sich ein schwerer Wind, welcher den ganzen Tag über fortdauert und bei Lermoos sogar einige Dächer abdeckt und Kamine zerstört. Der Sturmwind beschädigt auch die Telegrafen- und Telefonleitungen

Am 24. Februar wurde zumindest im Raum Ehrwald ein leichtes Erdbeben verspürt

In Lähn bei Bichlbach brennt am 21. März ein Bauernhof nieder - die Bewohner können nur ihr nacktes Leben retten. Der Viehbestand und die Ersparnisse werden von den Flammen verschlungen

In Gries bei Lermoos brennt am 29. März das nächste bäuerliche Gehöft nieder - Brandursache war ein defekter Kamin

Das alte Pfarrwidum in Steeg wird am 30. März ein Raub der Flammen

Hochwasserschäden am 23. April am Lech und weiteren Orten des Außerferns. In den Folgemonaten wurden die Regulierung des Lechs, sowie Wildbachverbauungen in den Gemeinden Vils, Bichlbach, Elmen, Lermoos und Ehrwald gefordert. Auch eine Verbauung des großen Murbruches am Hornberg (Gemeinde Höfen) war Teil eines Antrages an die Landesregierung

Wieder wird in Ehrwald ein leichtes Beben der Erde wahrgenommen (28. April)

Der Lehbach bei Vils bringt am 24. Mai viel Geschiebe bis in die Stadt

In Ehrwald wird eine 'Kinderbewahranstalt' (Kindergarten) eingerichtet

Am 26. August fällt in Lechaschau das Wohnhaus der Witwe Viktoria Lutz einem Brand zum Opfer. Der Brand brach nach 2 Uhr nachts aus und breitete sich rasch aus. Aus dem brennenden Haus konnte so gut wie nichts in Sicherheit verbracht werden, selbst die zwei im Stall befindlichen Kühe verbrannten

In Holzgau wird am 1. Oktober eine neue 'Feuerspritze' eingeweiht, welche als Spende des Gönners Frederic Simms eigens in London angefertigt wurde

Bereits am 11. Oktober hat es im Tannheimer Tal so viel Schnee, dass Lawinen abgehen. In Grän wird dabei ein Heustadel zerstört. Niemand kann sich zu so früher Zeit im Jahr an solche Schneemassen erinnern

Am 7. November fegt ein Sturm über das Zwischentoren hinweg. Ein Hausbesitzer in Bichlbach versucht das Dach gegen Sturmschäden zu sichern, als eine besonders starke Böe das Dach abhebt und der Mann dabei zu Tode stürzt. Sein Sohn kommt mit zahlreichen Verletzungen davon

Die Lokalbahn 'Reutte - Schönbichl' wird am 17. Dezember in Betrieb genommen



1906keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Bei einem Skirennen in St. Anton gewinnt am 8. Januar unter anderen Teilnehmern aus Tirol, Wien, Baden-Württemberg, Vorarlberg und anderen Regionen der Bergführer Spielmann aus Ehrwald

Am 10. Januar findet in Lermoos im Gasthof zur Post eine Versammlung statt, bei welcher die künftige Trassierung der Bahnstrecke besprochen wird. Unter anderem wird auch die Möglichkeit erwogen, die Bahntrasse rund um das gesamte Moos zu verlegen und so bei Biberwier einen geeigneten Anknüpfungspunkt zu einer projektierten 'Fernbahn' zu schaffen

Am 6. März brennt in Ehenbichl das Haus des Waldaufsehers Otto Müller vollständig ab

Vom Tiroler Hütkinder Verein werden keine Kinder unter 11 Jahren mehr für das Schwabengehen zugelassen

Von der Regierung in Württemberg wird verlangt, dass alle Kinder, welche sich dort als Hütkinder (Schwabenkinder) verdingen wollen, geimpft sein müssen. Andernfalls müsste die Impfung vor Dienstantritt in Württemberg vollzogen werden

Am 17. Mai werden die Eheleute Lutz aus Lechaschau verhaftet. Ihnen wird vorgeworfen, ihren zweieinhalbjährigen Sohn zu Tode gequält zu haben

Bei Steeg wird ein Steinkohlevorkommen entdeckt. Die Analyse bescheinigt der Kohle eine gute Qualität

Am 1. Juli stürzt ein Tourist aus München am Abstieg von der Gehrenspitze in den Tod

Am Gaichtpass ereignet sich am 26. Juli ein großer Felssturz, welcher nur knapp zwei sich auf der Strecke befindliche Fuhrwerke verfehlt

Großes Staunen herrscht am 12. August im westlichen Teil des Tannheimer Tals, als im Bereich der Pontenalpe ein Heißluftballon niedergeht. Er war von Zürich aus gestartet und Mangels verfügbarem Gas ungünstig im Alpgebiet gelandet. Mit einem Fuhrwerk wurde der Ballon später vom Berg geschafft

Von Befürwortern der Fernbahn werden in vielen Orten entlang der Strecke Versammlungen abgehalten um letztlich eine Resolution zu verabschieden, in welcher die Regierung aufgefordert wird dieses Bahnprojekt im nächsten Eisenbahnprogramm aufzunehmen



1908keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Gebäude mit angebauter Käserei brennt am 22. Februar in Schattwald ab

Am 23. Mai brennt im Schattwalder Ortsteil Kappl die Schmiede des F. Braito nieder

Ebenfalls am 23. Mai kommt es zu einem Brand in Unterletzen, wobei ein Bauernanwesen samt Stadl des Johann Beirer ein Raub der Flammen wird

Wiener Landwirtschaftliche Zeitung vom 6. Juni 1908
Das Ende eines Dorfes. Das gesamte Gemeindegebiet des kleinen Bergdörfchens Gramais bei Häselgehr, in einem Seitentale des Lechtales gelegen, wurde von einem Vorarlberger Konsortium angekauft, das die Häuser niederzureißen und eine große Alpwirtschaft sowie ein großes Fremdenhotel einzurichten beabsichtigt

Dies war dann auch der Auftakt zum Bau des sogenannten "Gramoaserwegs" auf Karrenbreite. Der Abschluss der Bautätigkeiten an dem Weg erfolgte im Jahr 1911

Unwetter die ganze Woche über bis zum Pfingstsamstag (7. Juni): unwetterartige Regenfälle und Hagelschlag ziehen über weite Teile des Außerferns, einzelne Straßenzüge sind unterbrochen, der Hahlebach vermurt den Musauer Ortsteil Roßschläg

Am 12. Juni brennt die Mühle (Hennenmühle) im Ortskern von Tannheim. Die Wehren von Zöblen, Schattwald und Grän eilen zu Hilfe und können den Ort vor dem Schlimmsten bewahren. Einer der Feuerwehrmänner verletzt sich jedoch auf Grund eines Sturzes schwer

Am 18. Juli stürzt nahe Schattwald ein mit Torf voll beladenes Trockengestell um und trifft den 84jährigen Anton Lechleitner tödlich am Kopf - er stand über 40 Jahre lang als Jäger des Prinzregenten Luitpold von Bayern in Dienst

Am 7. August verstirbt der aus Holzgau stammende Heimatforscher Christian Schneller in Rovereto

Auch am 5. September ziehen wieder enorme Regenschauer über das Tannheimer Tal und den nördlichen Teil des Bezirkes und wieder gibt es Vermurungen und Hochwasserschäden zu beklagen

Im Krottental, einem kleinen Seitental des Birkentals, gerät am 12. November eine Fläche von rund 350 ha (ca. 500 Fußballfelder) in Brand. Da die Brandfläche sich recht weit oben am Berg befindet, sind die Löscharbeiten dementsprechend schwierig und die Feuer fressen sich durch die Waldflächen und zerstören dabei auch die Telegraphenleitung

Mitte Oktober scheinen die finanziellen Fragen zur Mittenwaldbahn weitestgehend geklärt. Zur projektierten Fernbahn gibt es Unstimmigkeiten über den Verlauf der Bahntrasse entlang dem Lermooser Moos, da sich die Gemeinde Biberwier in wesentlichen Punkten benachteiligt sieht

Am 10. November kommt es bei Heiterwang zu einem schweren Unfall - der 35jährige Bauer und Viehhändler Martin Baldauf wird von einem beladenen Fuhrwerk überrollt. Er erliegt kurze Zeit später den massiven Brustverletzungen

Das bisher nur im Sommer geöffnete Alpenhotel Ammerwald wird nun auch im Winter betrieben



1909keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Anfang des Jahres nimmt die Firma Georg Schretter die Drahtseilbahn vom Falltal zum Zementwerk in Vils in Betrieb

Beim Holztransport wurde am 13. Jänner ein Bauer von Kaisers von einer Lawine verschüttet und getötet

Am 14. Mai wird durch eine Kommission um Auskunft angesucht, wie man mit den durch die Holztrift und Verklausungen verursachten 'Verheerungen' am Lech weiter verfahren soll. Eine Fläche von rund 1800 Hektar wurde dabei den Angaben zufolge in eine Schotter- und Steinwüste verwandelt - es resultierte daraus eine groß angelegte Lech-Regulierung

Am 6. Juni wird in Reutte eine Jahrhundertfeier zum Gedenken an das Jahr 1809 veranstaltet, welche sich über mehrere Tage hinzieht und in der Enthüllung eines Denkmals "vor dem neuen Schulhaus" gipfelt

Der Plansee wird durch einen künstlich angelegten Kanal mit dem Heiterwanger See verbunden. Im selben Jahr erhält der Plansee auch sein erstes Dampfschiff

Der Bau der 'neuen' Gaichtpassstrasse wird begonnen

In Tannheim wird am 15. August die Jahrhundertfeier anlässlich des Heldenjahres 1809 begangen. Am Dorfplatz wird dabei das Freiheitskämpferdenkmal von dem Künstler Öfner enthüllt, welches einen mit ausgebreiteten Schwingen auf einem Fels sitzenden Adler zeigt. Um kurz vor 10 Uhr trifft dann der Ehrengast des Tages ein - Erzherzog Eugen von Österreich

Die ersten Postomnibusse verkehren im Sommer zwischen Imst und Reutte

Am 17. August finden zwei junge Fürther (Justin Gutmann und Alfred Bendit) an den Geierköpfen den Tod

Ein deutscher Fabrikant erörtert das Projekt, den Talkessel bei Lermoos in einen See zu verwandeln um die Wasserkraft in elektrische Energie zu verwandeln

Lechleiten und Gehren werden Anfang Oktober mit einer Straße an Warth, Lech und Zürs (Flexenstraße) und an das Lechtal angeschlossen

Am 31. Oktober treffen am Schrofenpass zwei Wilderer aus Warth auf bayerische Jagdaufseher. Einer der Wilderer trägt gerade seine Jagdbeute, welche sie auf bayerischem Gebiet geschossen hatten, auf den Schultern heimwärts zu als ein Schuss ihn tödlich trifft

Im Dezember des Jahres wird eröffnet, dass man das Bergwerk Silberleithe wieder in Gang setzen will. Mit neuen Verfahren hofft man auf eine bessere Ausbeute an Erzen



1910keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ein Sturm fegt am 19. Jänner über Reutte und den Raum Füssen hinweg. Zahlreiche Stromleitungen werden dabei unterbrochen und der Strom fließt erst mehrere Stunden später wieder

Am 22. Jänner geht in den Gazetten die Meldung ein, dass aufgrund des starken Schneefalls die Verbindungswege im Bezirk großteils unterbrochen sind. Am Blindsee hat eine Lawine die Fernpassstraßentrasse verlegt

Ende Jänner wird ein Komet am Abendhimmel über dem Außerfern beobachtet. Ende Mai zeigt sich dann auch der Halleysche Komet über der nordwestlichen Ecke Tirols

Vom Plansee wird berichtet, dass sich der im Vorjahr errichtete Kanal für die Schifffahrt als unbrauchbar erwiesen hat. Den ganzen Mai über kam es nochmalig zu Arbeiten an dem Verbindungskanal, sodass ab dem 1. Juni die Dampfschiffe planmäßig auf den beiden Seen verkehren können

Am 1. Juni eröffnet der Bergführer Fritz Mossauer das direkt am Vilsalpsee gelegene und neu errichtete Unterkunfts- und Schutzhaus 'Schäfhütte'

Mitte Juni (13. bis 15.) Hochwasserkatastrophe im Außerfern und am Lech, welche ein Todesopfer (in Holzgau wird die Elisabeth Mages - geborene Schratz - vom Höhenbach mitgerissen und ertrinkt, wird jedoch erst am 10. Dezember gefunden) fordert. Auch im Tannheimer Tal gibt es große Schäden in den Dörfern und auf den Feldern. Die Straßenverbindung ist großteils unterbrochen und nur mit Mühe kann der Damm der Vils gehalten werden. Im Ehrwalder Becken sind große Teile der Straßen überflutet. Als Folge gibt es häufig Missernten bei den Kartoffeln, was den Kartoffelpreis in die Höhe treibt. Dort wo die Verheerungen am größten sind wird das Militär zur Beseitigung der Schäden hinzu gerufen

Bei Pinswang wird der aus Eisenschienen gefertigte Steg von den Lechfluten fortgerissen

In der Nacht vom 23. auf den 24. Juni versuchen die beiden Petrijünger und Fabrikarbeiter Alois Wagner und Otto Praxmair ihr Glück beim Fischen - sie finden jedoch den Tod. Die Leichen der beiden werden am Morgen des 24. nahe Pflach aufgefunden

Erdbeben in Bichlbach (5.0)

Der Reichsstraßenbau im Bereich von Ehrwald kommt lediglich langsam voran. Die geplanten Vorarbeiten zum Bau der neuen Trasse der Mittenwaldbahn geraten dadurch ebenfalls ins Stocken

Die Stuttgarter Hütte (AV Sektion Schwaben) wird am 1. August feierlich eröffnet

Am 9. August zieht abends ein Gewitter über dem Reuttener Talkessel auf. In Wängle brennt nach einem Blitzschlag ein bäuerliches Anwesen komplett ab, wobei sämtliches Mobiliar und eine Kuh ein Raub der Flammen werden

Die Ortsgruppe München des Touristenvereines "Die Naturfreunde" erwirbt im August die Musauer Alm

In den Sommermonaten wird der schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten eingestellte Bergbau im Teges- und Gafleintal durch eine deutsche Bergwerks-Gesellschaft wieder aufgenommen

Das Edelweiß wird unter Schutz gestellt

Im November bewilligt der Verkehrsausschuss einen Teil der Geldmittel für die Ausbesserungs- und Instandsetzungsarbeiten an der Lechtaler Konkurrenzstraße

Am 19. Dezember tagt eine Notstandskommission im Lechtal, mit dem Ziel die wirtschaftlichen Verhältnisse im Bezirk etwas zu heben. Vor allem die Landwirtschaft und und der Handel mit Vieh war einer der drängendsten Punkte. Weiters wurde verlangt: Unterstützung bei der Eigenproduktion von Nahrungsmitteln, bei der Alpwirtschaft, eine Erleichterung der Militärpflicht zum Erhalt der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, Bekämpfung der Landflucht, Unterstützung bei der Lechregulierung, Verstaatlichung der Lechtalerstraße, Straßenverbesserungen speziell in den Seitentälern



1911keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Salzburger Chronik vom 13. Januar 1911
"Im Kniepaß bei Reutte ist der königlich bayerische Jäger Martin Retter erfroren. Unweit Ehrwald wurde der Bauernbursche Johann Reimer erfroren aufgefunden."

Ein Erdbeben erschreckt am 24. April die Bewohner des oberen Lechtales, Schäden gibt es aber keine

Am 19. Mai treten nach einem Unwetter die Bäche über die Ufer und in vielen Häusern läuft das Wasser in den Keller oder gar die Wohnräume. In Pfafflar und über das Joch hinweg im Salvesental wurden wichtige Wege und Brücken weggerissen. Der Viehtrieb gestaltet sich daher schwierig

Im Umfeld von Ehrwald und den Anrainerorten an der Loisach wird über eine Stauung des Sebensees nachgedacht

Am 1. Juni bricht im Haus des Josef Auffinger auf der Kög ein Brand aus, welcher das Anwesen in kurzer Zeit einäschert

In Schattwald verletzt der Knecht des Frächters Benedikt Zobl Anfang Juni seinen Mitknecht mit einer eisernen Gabel so schwer, dass derselbe verstirbt

In Ehrwald wird im Juni mit dem Bau des Loisach-Viaduktes begonnen

Am 18. Juni wird die neu erbaute Brücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach fertiggestellt, später wird man sie "Donnerbrücke" nennen

Das Bergwerk Dirstentritt wird wieder in Betrieb genommen

Anfang Juli wird der erste befahrbare Karrenweg durch das Engetal eröffnet, bis dahin konnte das Tal zwischen Tannheim und dem Gebiet von Pfronten nur auf einem Fußweg durchwandert werden

Am 9. Juli eskaliert ein zwischen Bauarbeitern der neuen Bahnstrecke Griesen-Ehrwald ausgetragener Streit. Ein ungarischer tötet dabei einen kroatischen Arbeiter durch mehrere Messerstiche in Kopf- und Brustbereich

Mitte Juli ereignet sich am Rappenschrofen bei Grän ein kleinräumiger Bergrutsch, welcher jedoch einigen Schaden an Waldflächen und Feldern verursacht

Am 22. Juli brennt in Lechaschau das Doppelhaus der Brüder Köpfle komplett nieder. Als Brandursache wird ein defekter Kamin angenommen

Von der Bergmahd müde, legte sich am 25. Juli das Ehepaar Winkler nach getaner Arbeit auf den steilen Bergwiesen in ihr aufgeschlagenes Schlafzelt. Gegen Mitternacht vernahm die Frau ein Poltern und im nächsten Augenblick durchschlug auch schon ein rund ein Kilogramm schwerer Felsbrocken die Zeltwand. Dabei wurde der noch schlafende Mann unglücklich am Kopf getroffen, sodass er eine klaffende Wunde und ein Loch in der Schädelkalotte behielt

Der Ortsvorsteher von Tannheim, Johann Wöber, erwirbt das Gasthaus 'zum Baum', oder wie es früher hieß 'zum Wilden Mann'. Es ist dies die älteste Gastwirtschaft in Tannheim und soll einst von den Grafen von Montfort erbaut worden sein

Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

Am 12. September wütet ein Waldbrand im Bereich des Gaichtpasses, die Feuerwehren Höfen, Reutte, Nesselwängle und Weißenbach brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle. Die gerade neu errichtete Telefonleitung wurde bei dem Brand ebenfalls zerstört

Der Wegbau zu dem entlegenen Ort Gramais wird abgeschlossen

Am 15. Oktober bricht um halb elf Uhr abends ein Brand im Gasthaus "zur Rose" in Lechaschau aus. Die Flammen greifen schnell auch auf das benachbarte Gebäude des Vinzenz Retter über und beide Anwesen werden zum größten Teil vernichtet

Innsbrucker Nachrichten vom 28. Oktober 1911
"(Bei der Holzarbeit den Tod gefunden.) Aus Reutte schreibt man uns unterm 26. d. M.: Heute um 5 Uhr nachmittags ereignete sich im ärarischen Walde bei Schönbichl, in der Nähe von Vils, ein bedauerlicher Unglücksfall. Es waren dort zwei Partien Holzarbeiter beschäftigt, und zwar eine in ziemlicher Höhe und die zweite etwas tiefer, wobei von oben ein Baumstamm losging und den bei der unteren Partie arbeitenden 50jährigen Ferdinand Sprenger von Lech-Aschau bei Reutte, mitriß und sofort tötete. Dem Verunglückten wurde ein Fuß direkt vom Körper getrennt. Der Fall ist umso bedauerlicher, als Sprenger eine Frau mit sieben Kindern hinterläßt. Ob jemanden ein Verschulden trifft, wird die Untersuchung feststellen, die sofort eingeleitet wurde."

Ein Erdbeben lässt am 16. oder 17. November im ganzen Außerfern Mensch und Tier aufschrecken, Dachplatten fallen von den Dächern und Möbelstücke werden verrückt



1912keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder Hochwasseralarm am Lech Anfang Mai, eine große Mure schädigt den Ort Schattwald und auch Zöblen. Bei Elbigenalp, Schattwald und Zöblen sind mehrere Wohnhäuser einsturzgefährdet, in der Nähe der Bichlbacher Fraktion Kleinstockach wird die Fahrbahntrasse sowie im Berwanger Tal die Verbindungsbrücke weggerissen und damit der Fuhrwerksverkehr unterbrochen. Die Planseestraße wird von einer Mure verlegt und auch die Zufahrtsstraße in das Tannheimer Tal ist unpassierbar geworden. Bei Bichlbach wird die Bahntrasse stellenweise überspült und die Grundbachbrücke zwischen Bichlbach und Heiterwang wird von den Wassermassen zerstört. Wohl auch deshalb, da die Uferschutzbauten nach dem Hochwasser von 1910 nur eine provisorische Ausführung fanden

In und um Ehrwald kommt es immer wieder zu Raufereien und Auseinandersetzungen zwischen den am Bahnbau beteiligten Arbeitertrupps. Auch am 20. Mai entbrennt ein Streit zwischen Slowenen und Ehrwaldern, wobei nach Aussauge des Blatts "Innsbrucker Nachrichten" ein Familienvater schwer verletzt wird

In den Räumlichkeiten des 'Gasthof zur Rose' errichtet Adolf Beck eine Brauerei

In Alaska kommt es am 6. Juni zum Ausbruch des Vulkans Novarupta. Die Eruptionen dauern zwei Tage lang an und so gilt das Ereignis mit einer Auswurfmenge von etwa 15 km³ als der größte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts

Bei Lechaschau wird am Frauensee ein Hotel erbaut und auch am Urisee bei Reutte errichtet man einen Beherbergungsbetrieb für Gäste

Ein Blitzschlag trifft am 6. Juli abends die Pfrontner Hütte, die in der Hütte befindlichen Personen - die Wirtin, deren Sohn und ein Dienstmädchen - verloren dabei das Bewusstsein. Die Wirtin erlangte als erste wieder das Bewusstsein und wollte das noch immer ohnmächtige Mädchen ins Freie tragen, als erneut ein Blitz die Hütte traf und einigen Schaden anrichtete. Später wurde dann der dringend erforderliche Blitzableiter an der Hütte montiert

Am 10. Juli wird in Ehrwald die kleine Zita Margaretha Adele Angela Baunzauner (Bandzauner?) - die Tochter des hiesigen Gemeindearztes - getauft. Als Taufpatin agierte keine geringere als Erzherzogin Zita - die Ehefrau Karls IV. und letzte Kaiserin von Österreich (Zita von Bourbon-Parma)

Am 24. Juli wird in Lechleiten feierlich das für den Übergang am Schrofenpass so wichtige Holzgauer Haus eröffnet

Am 26. August kommt es beim Bau der Mittenwaldbahn im Bereich Lähn (bei Reutte) zu einem Unfall eines sogenannten Brückenrollwagens (die Nachrichten über den Ausgang des Unfalls sind aber teils widersprüchlich)

In der Nähe des Almajurjochs wird Anfang September die neu erbaute Leutkircher Hütte feierlich eingeweiht

Am 9. September wird wegen starker Regenfälle die Dorfstraße in Tannheim überflutet, auf den Anhöhen schneit es bis knapp oberhalb der Talsohle und das Vieh muss frühzeitig von den Alpen abgetrieben werden



1916keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Füssen und Reutte kommt es zu Gesprächen mit dem Inhalt, den Bezirk Reutte nicht nur zollpolitisch, sondern generell im politischen Sinne dem Kreis Füssen und damit an Bayern anzuschließen

Im April bricht im Bergwerksbetrieb Silberleithe in Biberwier ein Feuer aus

Ein Großbrand wütet am 9. August in Kienzen bei Tannheim. Ausgegangen war das Feuer von einem Stadel, griff aber rasch auf die umliegenden Gebäude über. Insgesamt wurden drei Häuser nebst Anbauten von den Flammen verschlungen. Ausgelöst wurde das Feuer vermutlich von spielenden Kindern

Am 2. Dezember geschieht in Lähn bei Bichlbach eine grausige Bluttat. Ein Sohn erschlägt dabei seinen Vater mit der Axt. In offenbar geistiger Verwirrung legt der Täter den Erschlagenen auf die Ofenbank und heizt den Ofen ein. Später wird er als Grund für das Heizen angeben: "Den Vater friert, er muss hübsch warm haben!" [mehr]



1920keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Hunger herrscht in Tirol und damit auch dem Außerfern

Beim Wiesenräumen am Fuße des Heubergs bei Häselgehr wird am 20. April die Bäuerin Angelika Kärle von einem vom Berg herabkollernden Stein tödlich am Kopf getroffen

Am 29. August wird die Mindelheimer Hütte eröffnet

Im Lechtal geht das Gerücht um, bayerische Großindustrielle würden den Bau einer elektrischen Kleinbahn anstreben um den Holzreichtum des Tales auszubeuten

Ununterbrochene Regengüsse überschwemmen Anfang September den Ort Tannheim und führen auch im restlichen Außerfern zu leichteren Schäden

Das Schmugglerwesen greift zum Ärger der Kaufleute in immer größer werdendem Maße um sich

Auf der Alpe Alperschon werden Mitte Juli 74 Schafe durch eine Lawine mitgerissen und verschüttet. Da die Schneemassen den "Gletscherbach" verlegten, stauten sich die Wassermassen und die Schafe, die hätten gerettet werden können, ertranken. Die anderen erstickten im Schnee

Mitte Juli wird der 25jährige Bauernsohn Karl Beirer von Pflach nahe der bayerischen Grenze angeschossen - der junge Wilderer stirbt bald darauf an der schweren Bauchverletzung

Im Sommer erfolgt die erste Holztrift in der Kuhklause, bei welcher dieselbe auch schon wieder zerbirst

In Schönbichl bei Vils erschießt der Finanzwachkommisar Benesch den Finanzwach-Aspiranten Franz Leuprecht durch die Zimmertüre - Leuprecht wollte sich offenbar gewaltsam Zutritt zum Zimmer des Benesch verschaffen

Am 30. November ist am Bahnhof Lermoos der aus Südtirol stammende Bahnarbeiter Alois Mott (33) mit Abladen von Stroh beschäftigt. Er kommt der Hochspannungsleitung zu nahe und wird augenblicklich getötet

Am 20. Dezember werden bei Lermoos im Bereich Gartnertal drei junge Männer - Bader Martin, Schen(n)ach Heinrich und Sonnweber Siegfried - beim Einbringen des Bergheus von einer Lawine erfasst und getötet

In der Nacht des 29. Dezember brennt die Mahlmühle und Säge in Schattwald nieder. Abgesehen von zwei Schafen können alle Leben gerettet werden



1922keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Vilsfall bei Schattwald wird zur Stromgewinnung genutzt und das neue E-Werk eröffnet. Im Tannheimer Tal (ausgenommen Jungholz) gibt es erstmals elektrisches Licht

Am 12. Juli zieht ein Gewitter über das Tannheimer Tal. In dem Dorf Haldensee schlägt ein Blitz in ein Bauernhaus ein, welches in kurzer Zeit nieder brennt

Die Gimpelhütte wird erbaut

Am 3. September kommt der Hirte Ludwig Knit(t)el von der Schochenalpe um den sonntäglichen Gottesdienst zu besuchen. Hinter dem Dorf wird er von der Finanzwache angehalten, seinen Rucksack her zu zeigen um diesen auf Schmuggelware zu durchsuchen. Nach einer kurzen verbalen Auseinandersetzung entreißt der Oberkommissar Knittel den Rucksack mit Gewalt und zieht gleichzeitig seine Dienstwaffe. Dabei löst sich, angeblich versehentlich, ein Schuss. Knittel sackt daraufhin zusammen und versucht sich noch fort zu schleppen, verstirbt aber wenige Minuten nach dem Vorfall.
Der Oberkommissar Scharf, ebenfalls aus Holzgau stammend, meldet das Unglück sofort. Das Geschehene hat sich aber inzwischen im Tal herumgesprochen und so empfängt den Beamten anderntags eine aufgebrachte und wütende Menge. Selbst im Beisein zweier Gendarmen wird Scharf angegriffen und nur mit Not kann der vorläufig entkommen. Mehrere Burschen verfolgen und attackieren ihn jedoch abermals.
Scharf kann sich bis Elbigenalp durchschlagen und verstecken. Eilig wird von Innsbruck aus eine Mannschaft von 50 Gendarmen in das Lechtal entsandt, die kommt aber am selben Tag nur bis Reutte und muss dort Quartier beziehen. Als sie am nächsten Tag ins Lechtal weiter wollen, wird ihnen von den hiesigen Fuhrleuten der nötige Vorspanndienst versagt. Umständlich werden zwei Omnibusse und ein Lastkraftwagen organisiert, um die Fahrt doch noch antreten zu können.
In Elbigenalp stellt sich ihnen jedoch ein großer Teil der Talbewohner in den Weg. Es werden nochmals 30 weitere Gendarmen herbei gerufen um die angespannte Situation in den Griff zu bekommen. Letztlich behielt die Staatsgewalt die Oberhand und verhaftete in Summe fast 40 der Aufständler.
Das Ereignis war nicht nur im Außerfern in aller Munde, sondern sorgte in ganz Österreich für Gesprächsstoff

Am 18. Dezember kommt es in Schattwald zu einem Brand des Widums, wobei dieses zum größten Teil eingeäschert wird

Mit Ende Dezember wird das Bergwerk Silberleithen in Biberwier stillgelegt



1924keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ausferner Bote vom 3. Jänner 1924
"Häselgehr. (Dunkle Weihnachten.) Infolge der katastrophalen Schneefälle und durch die Lawinenabgänge im Gramaisertale wurde der Otterbach, der dem Elektrizitätswerk das Wasser liefert, 3 Tage hindurch oft 4-5 Stunden an einem Tage total abgesperrt. Durch die ungeheuren Stauungen des Wassers wurden die Schneemassen in der Gramaiserschlucht in eine Schneesulze verwandelt und brachen damm mit furchtbarer Gewalt nach Häselgehr durch. Dieses Schauspiel der Natur wissen die ältesten Leute nie und sollte es für Erbauer von Kraftanlagen an Wildbächen eine Warnung sein."

Derselbe Schneefall verursachte auch eine Lawine im Gartnertal bei Lermoos. Die gerade erst neu errichteten Hütten und einige Heustadel wurden weggerissen

Bei Weißenbach wird der Lech reguliert

Am 16. März werden die Bewohner von Vils durch die Sturmglocke aus dem Schlaf gerissen. Das Sägewerk des Herrn Triendl Franz steht in Flammen. Trotz der rasch herbeigeeilten Feuerwehr kann die Säge nicht gerettet werden

Mord-Alarm Mitte Juni in Stanzach: Ein 65-jähriger Stanzacher ermordet die 19-jährige Wirtschäfterin Maria Berwanger aus Grießau brutal. Einige Tage später findet man den Mörder in der Nähe von Namlos erhängt auf

Ein Blitzschlag zerstört die etwa 300 Jahre alte Linde in der Nähe der Kirche von Ehrwald

Beim Holztriften stürzt am 25. Juni der 20jährige Adolf Hammerle in den Alperschonbach und ertrinkt

Vom 31. Juli wird berichtet: 'Es gießt unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Bäche. Der Lech und seine Zuflüsse schwollen gewaltig an. Ersterer hat bei Holzgau die Brücke weggerissen und bei Grießau die Straße angebrochen. Bei Bach ging eine Mure über die Straße nieder. Eine Menge Holz treibt durchs Tal hinab. Auch der Hornbach hat Brücken weggerissen und das Getöse der Steinmassen, die er talauswärts rollte, übertönte das Rauschen des Regens. Der Rotlech trug eine ertrunkene Kalbin in den Lech hinaus.'

In Elbigenalp wird das Schulhaus saniert

Der Jagdpächter Carl Schwenk aus Ulm lässt die Hängebrücke bei Forchach errichten, um seine Reviere beiderseits des Lechs zu verbinden

Bei Elmen wird am 22. August der von Rieden (Ehenbichl) stammende Postkutscher Schweißgut durch einen Hufschlag so schwer in der Magengegend getroffen, dass er zunächst in das Spital nach Füssen überführt wird. Dort erliegt er jedoch bald seinen schweren Verletzungen

Die DAV-Sektion Regensburg fasst einen Hüttenbau am Roßkarsee bei Gramais ins Auge: "…eine Gruppe der Sektion Regensburg befand sich auf der Suche nach dem Standplatz der geplanten Regensburger Hütte, die an Stelle der von den Welschen geraubten (Geislergruppe) nunmehr im Roßkar (Lechtaler Alpen) errichtet werden soll. Der Standort dürfte die Hütte zur schönstgelegenen der Lechtaler Hütten machen…".
Darüber hinaus soll die Hütte ganzjährig bewirtschaftet werden, um das "herrliche Skigebiet [im Bereich des Roßkares] zu öffnen"

Wegen der grassierenden Maul- und Klauenseuche wird bereits im Juli das gesamte Gebiet um Warth, Gehren und Lechleiten für den Touristenverkehr gesperrt. Auch der Übergang über den Schrofenpass ist verboten

aus: Innsbrucker Nachrichten vom 2. August 1924


Am 1. Oktober wird das neue Geläute (Kirchenglocken) der Firma Graßmayr in Innsbruck eingeweiht

Der Tannheimer Bürgermeister Bernhard errichtet die erste Dampfbäckerei des Bezirkes

In der Vilser Sennerei werden 4 neue Lehrlinge (Lehrsennerei) zugelassen

Die Sektion Stuttgart des D.u.Oe.A.V. lässt die von der Sektion Holzgau in ihren Besitz übernommene Simmshütte am Fuße der Wetterspitze von Grund auf sanieren

Die Fremdenverkehrs-Saison nimmt einen sehr günstigen Verlauf und die Verschönerungsvereine nehmen Fahrt auf

Im November werden in mehreren Häusern von Vils Fälle von Diphterie bekannt. Um eine Ausbreitung zu verhindern wird die Schule geschlossen

In Biberwier ist eine Zündhölzchen-Fabrikation in Betrieb



1925keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Anfang Februar ereignen sich mehrere Lawinenabgänge im Bezirk: Bei Lechleiten sterben dabei zwei Skifahrer (Prof. Dr. Fritz Bergmann und Bernhard Lorenz), bei Schattwald wird der Kaufmannssohn Josef Buettner aus Aschaffenburg von einer Lawinen im Bereich des Ponten (Güntle) verschüttet und getötet

Im Gasthof schwarzer Adler in Ehrwald entbrennt ein Streit. Der unbeteiligte Jäger Martin Hohenegg wird von einem der Streitenden durch Messerstiche derart verletzt, dass er kurze Zeit später durch den Blutverlust verstarb. Die herbeigerufenen Gendarmen von Lermoos fanden den Mordverdächtigen schließlich in einem Stall und nahmen diesen fest

Ein Sturm legt am 14. und 15 Februar im Außerfern an die 40000 Festmeter Holz um. In Lechleiten (Steeg) wird von der Kapelle der ganze Dachstuhl samt Turm und ein Teil der Mauer durch den Wind weggerissen. In Reutte kam es zur Beschädigung mehrerer Hausdächer, bei Lechaschau wird durch eine Sturmböe gar der voll eingedeckte Dachstuhl eines Neubaus angehoben, welcher neben dem Haus in die Wiese stürzt. Zwischen Weißhaus und der Ulrichsbrücke wird die Straße von mehreren umgestürzten Bäumen verlegt. Auch in Lermoos werden mehrere Dächer abgedeckt, in Wengle bei Bichlbach das gesamte Dach des Bahnpartieführers Schennach heruntergerissen, in Bichlbach das Dach der Kirche, sowie des Widums beschädigt.
In Elmen werden zahlreiche Häuser beschädigt und mehrere Städel förmlich vom Sturmwind zerlegt. Im Tannheimer Tal kommt es ebenfalls zu zahlreichen Schäden

In Ehrwald tritt ein Feuer aus, welches drei Gebäude einäschert und ein viertes zumindest den Dachstuhl kostet. Der Sturm hatte das Feuer zwar zusätzlich genährt, die Windrichtung trieb das Feuer aber in die entgegengesetzte Richtung weiterer, gefährdeter Bauten

Mitte März kommt es zur Schließung der Glockengießerei Adler & Hahn in Reutte, da die Betriebsführung nicht im Besitz einer gültigen Konzession ist

Am 27. April wird mit den Umbauarbeiten des vormaligen Heilbades Kreckelmoos zum Krankenhaus begonnen

Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

Im Mai ersteigert die Gemeinde Tannheim den Vilsalp- als auch den Traualpsee

Die Zollstraße Schattwald - Unterjoch wird aufgelassen. Speziell für die Bewohner von Jungholz fällt damit die direkte Zufahrt zum österreichischen Mutterland weg

Sägewerkbesitzer Max Guem aus Nesselwängle, als er eine Fuhre Bretter zur Möbeltischlerei Frick in Hinterbichl lieferte, beim Lech-Aschauer Steinbruch infolge Ausrutschens unter das Fuhrwerk. Der schwer beladene Wagen ging über ihn hinweg, so daß er sofort eine Leiche war
Innsbrucker Nachrichten vom 25. Mai 1925

Am 22. Mai geht ein Gewitter mit starkem Hagel über dem Tannheimer Tal nieder. Die Anpflanzungen in den Gärten werden dabei völlig zerstört und auch für die kommende Heuernte wird mit Einbußen gerechnet, da die Felder 'wie gewalzt' aussehen

Mitte Juni richtet ein Waldbrand in den Südhängen der Gehrenspitze einen geringfügigen Schaden an, den die Feuerwehr Lechaschau aber rasch unter Kontrolle bringen kann. Ausgelöst wurde er vermutlich von unvorsichtigen Touristen

Am 19. Juli wird der Abschluss der Arbeiten des neuen Zubaus der Memminger Hütte mit einer Bergmesse gefeiert

Beim Hotel Hirsch in Reutte wird die erste Benzin-Zapfsäule des Bezirks in Betrieb genommen

Die Simmshütte wird am 1. August ihrer neuen Besitzerin übergeben. Die Sektion Stuttgart erwarb die Hütte von der Sektion Holzgau und baute sie umfassend aus

Über Einladung des Dr. Hermann Stern weilt am 29. August der Handelsminister Dr. Schürff im Außerfern

Mitte September wird aus Tannheim berichtet, dass ein Schulmädchen mit den freihängenden Zöpfen in die Milchzentrifuge geriet und dabei an einer Kopfhälfte sämtliche Haare ausgerissen wurden

Am 29. September brennt das Gasthaus am Vilsalpsee nieder. Der Jagdpächter hatte auch ein paar Räume in dem Gasthaus gepachtet. Er und seine Gäste bemerkten als erste den Rauch an der Westseite des Hauses, für das Hinausschaffen von Hab und Gut blieb aber keine Zeit mehr. Binnen einer Stunde war der Holzbau bis auf die Grundmauern eingeäschert

Bei einem Lawinenabgang bei Lähn wird am 1. Dezember eine rund 40-köpfige Gruppe beim Heutransport überrascht. Von insgesamt 8 Verschütteten konnten 2 nur noch tot geborgen werden
In Holzgau wird am selben Tag ein Bauer - ebenfalls beim Heuziehen - von einer Lawine mitgerissen und getötet

Am 5. Dezember kommt es abermals beim Heuziehen in Holzgau zu einem Lawinenabgang, bei welchem drei Personen verschüttet werden. Einer kann sich gerade noch retten, indem er sich an eine Latsche klammert, für die anderen beiden - zwei Brüder - endet das Ereignis aber tödlich. Sie werden etwa 8 Stunden später als Leichen ausgeschaufelt

Am 10. Dezember bricht im Haus der Maria Pahle ein Brand aus, welcher das komplette Anwesen einäschert

In der Nacht zum 18. Dezember bricht aufgrund von Unachtsamkeit ein Brand in Steeg aus. Zwei Bauernhäuser (Franz Walch und Johann Hammerle in Dickenau) werden dabei vernichtet, die Feuerwehren von Steeg und Holzgau können gerade noch ein Übergreifen auf zwei weitere Gebäude verhindern

45 Wintersportgäste besuchen zu Weihnachten das Tannheimer Tal

Am 29. Dezember steigt eine Mannschaft der Arbeiter der in Bau befindlichen Zugspitzbahn in Richtung Zugspitz-Gipfel auf, als der 21-jährige Bautechniker Emil Linzer und der gleichaltrige Arbeiter Simon Josef Platzer von einer Lawine erfasst und in die Tiefe mitgerissen werden. Die beiden können nur noch tot geborgen werden



1926keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Mit 1. März wird der Bau der Reuttener Hochdruckwasserleitung begonnen

In Höfen plant man eine Drahtseilbahn bis hinauf zu der Höfener Melkalpe zu errichten

Am 3. März bricht im Gasthof Post in Lermoos ein Brand aus, welcher den Dachstuhl komplett zerstört. Neben den heimischen Wehren ist auch die Feuerwehr von Garmisch mit einer Motorspritze vor Ort, mit welcher ein weiteres Ausbreiten des Feuers unterbunden werden kann

In der Nacht vom 22. auf den 23. März brennt bei Vorderhornbach die Tischlerei und auch die Säge des Emanuel Lechleitner vollständig nieder

Ein von Reutte kommender Zug entgleist am 7. April zwischen Schanz und Griesen. Ein vermeintlicher technischer Defekt veranlasste den Lokführer sich weit aus dem Fenster zu lehnen, wobei der das Gleichgewicht verlor und aus dem fahrenden Zug stürzte. Der somit führerlose Zug sprang in Folge überhöhter Geschwindigkeit aus den Geleisen

Die Zugspitzbahn bei Ehrwald wird feierlich eröffnet

Am 14. Juni besucht Bundespräsident Dr. Hainisch das Außerfern. Er macht Station in Ehrwald und besichtigt die neu errichtete Zugspitzbahn. Danach reist er über Kreckelmoos und Vils weiter.
Am 15. Juni gelangt er nach Holzgau um dort eine Delegation von Rinderzüchtern zu treffen und die Produktion von Käse in der örtlichen Sennerei zu inspizieren

Die Lechbrücke zwischen Lechaschau und Reutte wird neu errichtet

Am 15. Juli gehen in den Morgenstunden schwere Wolkenbrüche über dem Reuttener Talkessel nieder. Der Laimbach tritt über die Ufer und reißt die Brücke der Bundesstraße mit sich, wodurch der Verkehr nach dem Lech- und Tannheimer Tal vorübergehend unterbrochen wird. Die Felder am angrenzenden Ortsteil 'Platten' werden überschwemmt und vermurt. Bei Ehrwald wird die Straße und die Bahnstrecke unter einer Mure begraben

Am 26. August wird der Betrieb des Bergwerks Dirstentritt eingestellt

Die fliegerischen Abenteuer des Fabrikanten Pischl aus Telfs im Jahr 1926 enden vorläufig am 25. August mit einem Unfall bei der Landung in Boden (Gemeinde Pfafflar)

Mitte September löst ein Blitzschlag am Gaichtberg (Bärenbad) einen Waldbrand aus. Zahlreiche Helfer löschen das Feuer. Tage später stellt man fest, dass sich der Brand unterirdisch gehalten hatte und wieder ein oberflächliches Feuer hervorbrachte. Über weitere Tage hindurch sind die Bewohner von Weißenbach mit der Schaffung von Gräben und Löscharbeiten beschäftigt.
"...im Laufe der Nacht glich die Gaichtspitze einem ausbrechenden Vulkan, aus welchem gelbe Flammen und schwarzer Rauch zum nächtlichen Himmel loderten..."

Anfang Oktober beruft der vormalige Leiter der Stukkateur-Schule in Elbigenalp Benno Bischof eine Versammlung ein, welche sich dem Thema der Gründung einer Schnitzschule annimmt

Ende des Jahres wird ein weiteres Bergbahnprojekt im Zugspitzgebiet vorgestellt. Eine Bahn soll von Ehrwald hinauf zum idyllisch gelegenen Seebensee gebaut werden um das Gebiet um die Coburger Hütte und dem Drachensee leichter zugänglich zu machen

Ausferner Bote vom 18. November 1926
Biberwier, 24. November. Gestern um halb 10 Uhr abends erschreckte die Bewohner Biberwiers plötzlich der Ruf "Feurer". Das Holzhaus der Rosa Schönherr stand in Flammen. Sofort waren auch schon die Feuerwehren Ehrwald, Lermoos und Biberwier am Brandplatze und es gelang ihnen, die noch im Hause befindliche Frau und eine Ziege zu retten. Das Feuer konnte lokalisiert, das Haus jedoch nicht mehr gerettet werden. Als Brandursache vermutet man Kurzschluß.

Am 3. Dezember wird in Lechaschau der 22 Jahre alte Knecht Wilhelm Wegertseder (Wegetzeder) bei einem Schusswechsel auf einer privaten Feier von einem Nachbarn getötet, da dieser für Ruhe sorgen wollte

Am 12. Dezember wird das komplett renovierte Bad Kreckelmoos feierlich durch den Bischof Sigismund Waitz eröffnet



1927keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Gleich zum Jahresbeginn wird die neue Ski-Sprungschanze Ehrenberg eröffnet. Mit dem Bau der Sprungschanze, am steilen Nordhang des Schloßbergs unterhalb der Ruine Ehrenberg gelegen, wurde unter der Federführung des Direktors Riezler bereits im Jahr 1925 begonnen. Letztlich wurde diese Schanze jedoch in den darauf folgenden Jahren auf Grund der örtlichen Verhältnisse zu Gunsten jener von Lähn aufgegeben

Am 2. Jänner ereignet sich bei Zürs, östlich des Trittkopfes, ein Lawinenabgang, welcher insgesamt 9 Touristen sowie den Skilehrer Strolz aus Lech verschüttet. Bei der Nachsuche werden 1 Deutscher und eine Engländerin lebend geborgen, 8 Personen fanden den Tod

Im Metallwerk Plansee kommt es am 14. Jänner zu einem Betriebsunfall, bei welchem der Arbeiter Rudolf Felber in einen Füllschacht stürzt und in dem Molybdäntrioxyd-Pulver erstickt

Ende Februar zerstört ein Feuer die Sulzlbach-Mühle bei Stockach

Neubau der Brücke zwischen Reutte und Lechaschau

Im neuen Krankenhaus Kreckelmoos beginnt man mit der Arbeit

Außferner Bote vom 14. April 1927
Steeg. 11. April. Am 6. ds. M. nachmittag wäre der Lech für unsere Gemeinde bald zu einer Katastrophe geworden. In Hinterellenbogen ging eine Lawine vom sogenannten Bimig los und füllte den Talkessel in einer Breite von 300 Metern und 15m Höhe aus. Auch das Lechbett wurde vollständig verschüttet, sodaß der Lech seinen Weg durch die Hinterellenbogener Felder nehmen mußte, wo er zirka 4000 Quadratmeter Feld zerstörte. Um nun den Lech wieder in das alte Bett zu leiten, wurde die ganze Gemeinde aufgeboten und die Lawine durchbohrt. Diese Arbeit war schon ziemlich vollendet und ein Teil des Wassers nahm schon den Weg durch den ausgeschaufelten Kanal. Zirka 50 Personen, teils durch Notseile gesichert, welche noch oberhalb des Kanales arbeiteten, wären beinahe durch die plötzlich am Kanal einstürzenden Schneemassen begraben worden. Nur der Geistesgegenwart des Straßenwärters Rach und des Hilfsarbeiters Scheidle, welche rechtzeitig die Gefahr erkannten, ist es zu danken, daß unsere Gemeinde von einem ungeheuren Unglück verschont blieb.

Anfang August geht bei Tannheim vom Kugelhorn eine Steinlawine zu Tal - die dabei aufgewirbelte Staubwolke hält sich eine halbe Stunde in dem Talschluss

Am 6. August bricht in der Nacht im Holzgauer Gasthof 'Zum Hirschen' ein Brand aus. Die aus dem Schlaf gerissenen Gäste sprangen zum Teil in Panik aus dem ersten und zweiten Stock des Anwesens und verletzten sich dabei schwer. Zwei Bedienstete und ein Gast wurden während der späteren Branduntersuchungen schließlich als 'völlig verkohlte [...]Leichen' entdeckt...

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Außferner Bote vom 11. August 1927
Lech-Aschau. (Brand). In der Nacht vom 8. auf den 9. August, in den ersten Morgenstunden, brach im Kalkofen in Hinterbichl ein Brand aus, wodurch der gesamte Holzvorrat und die Holzbaulichkeiten total vernichtet wurden, ebenso ein gebrannter Kalkvorrat durch Begießung bei den Löscharbeiten der Feuerwehr Lech-Aschau. Wirkungsvoll griff die Motorspritze der Feuerwehr Reutte bei der Löschaktion ein. Der Materialschaden ist bedeutend.

Vils begeht am 10. und 11. September die 600-Jahr-Feier zur Stadterhebung. Die Vorbereitungen zu der Festivität werden mit und unter der Leitung von Ignaz Dengel vorangetrieben

Nachdem die DAV-Sektion Regensburg mit ihren vorläufigen Hüttenbauplänen am Roßkarsee letztlich doch ins Stubaital abgewandert waren, trat die Sektion Wartburg-Eisenach in dieser Sache die Nachfolge an um hier ihre 'Eisenacher Hütte' zu errichten

Der Besitzer des Alpenhotels Ammerwald - Gottfried Bunte - erwirbt die Plansee-Hotels Forelle, Seespitze und den Gasthof Fischer am See (Heiterwang) mit dazugehöriger Motorschifffahrt



1928keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In den letzten Jännertagen kommt es durch eine Gerichtskommission zu Hausdurchsuchungen mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten des Bezirks. In der Strafsache gegen Dr. Hermann Stern (Präsident der Zugspitzbahn), Franz Schretter (Altbürgermeister) und Hildebert Knittel wird der Vorwurf der Veruntreuung und des Betrugs erhoben. Schretter und Knittel werden in Haft genommen

Am 11. und 12. Februar finden in und um Reutte die Tiroler und Vorarlberger Ski-Meisterschaften statt, welche jedoch von Zwistigkeiten der verschiedenen Vereine und Läufer untereinander überschattet werden

Am 15. Februar entstand um 18 Uhr abends durch Kurzschluss im Südflügel der Fabriksanlage der Tiroler Oelwerke GmbH in Reutte ein Brand. Der Südflügel ist dadurch ausgebrannt, die Feuerwehren können aber ein Übergreifen auf die anderen Trakte verhindern

Am 8. März ereignet sich in Bichlbach eine Brandkatastrophe, welcher mehrere Gebäude zum Opfer fallen

In Biberwier legt am 15. April ein junger Mann aus Rache ein Feuer an einer Holzlege. Die Flammen greifen rasch um sich und zerstören den halben Ort

Ein schwerer Sturm fegt am 29. April über das Obere Lechtal hinweg, entwurzelt zahlreiche Bäume und beschädigit einige Dächer von Stadeln und Häusern

Bei Stockach wird zu Pfingsten das Naturfreundehaus "Klause" am Ausgang des Sulztals feierlich eingeweiht

lechtalhaus klause bach stockach sulztal
das Lechtalhaus bei Stockach

unwetter schäden mühl metallwerk plansee
schwere Wetterschäden in Mühl bei Reutte
Schwere Unwetter führen vom 15. bis zum 18. Juli in den Aschauer Bergen zu Murabgängen, welche große Mengen Schlamm und Geschiebe über die Wängler Felder verteilen. Der Leinbach kann nur mit Mühe am Austritt gehindert werden.
Auch die Ammerwald-Straße wird bei den Unwettern schwer beschädigt

Am 27. Juli brennt das nahe des "Hotel Seespitze" gelegene "Touristen-Einkehrhaus" vollständig nieder

In Unterpinswang brennt das Anwesen des Martin Immler bis auf die Grundmauern ab

Anfang August gehen Wilderer im Bereich des Oberen Lechtals um. Der Jagdherr will diese stellen, woraufhin ein Schusswechsel passiert und einer der beiden Wilddiebe offenbar getroffen wird. Am Tag darauf werden die beiden Wilderer im Bockbachtal durch die Gendarmerie angehalten und verhaftet

Das ehemalige Bad Kreckelmoos wird formell in ein Allgemeines Krankenhaus umgewandelt

Die Münchner Alpenvereinssektion 'Isartal' kann die etwa ein Jahr währenden Bauarbeiten an der Lorea-Hütte abschließen, am 2. September findet die Einweihungsfeier statt

Am 12. November wird in Tannheim die neue Sennerei eröffnet

Ein Straßenprojekt sieht die Erbauung einer Autostraße von Ehrwald durch das Gaistal über die Pestkapelle und die Tillfußalm nach Leutasch vor



1930keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Tannheim führt die Vils am 14. und 15. Mai Hochwasser und tritt über die Ufer. Viele Felder und Wiesen werden mit Geröll und Geschiebe verlegt und auch die Straße ist zeitweise unpassierbar. Bei Wängle droht der Leinbach schwere Vermurungen und Schäden durch den Übertritt des Baches davon zu tragen. Zahlreiche Helfer aus den umliegenden Gemeinden können jedoch das Schlimmste verhindern

Auch im Planseegebiet kommt es zu Vermurungen. Straßen werden verschüttet und eine Brücke weggerissen

Am 6. Juli gibt es in Tannheim am Kienzerlebach größere Hochwasserschäden. In Musau führt der Sababach Hochwasser

Zeitungsartikel Erdbeben Namlos 8. Oktober 1930
Meldung im Tagblatt vom 15. Oktober 1930
Im Lechtal geht am 20. Juli die erste Lastenseilbahn des Tales in Betrieb - sie führt auf die neuerbaute Stablalm bei Elmen

Ein Skelettfund bei Mitteregg beschäftigt die Ermittler im August. Zunächst berichtet die Presse von einem Tötungsdelikt, jedoch wird bald klar, dass der Mann schlicht abgestürzt war. Weitere Erhebungen ergeben, dass es sich hierbei um die sterblichen Überreste des aus Leipzig stammenden arbeitslosen Karl Robert Billhardt handelt

Im August/September wird in Lermoos eine Flugschule (Segelflugschule) gegründet

Das Luftschiff 'Graf Zeppelin' überfliegt am 10. September das Tannheimer Tal

Die Nebelhornbahn wird nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht

Am 8. Oktober ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 5,3 nach der Richter-Skala. Das Epizentrum liegt bei Namlos. Beinahe alle Häuser des Ortes werden beschädigt (siehe Zeitungsausschnitt rechts).
Vermutlich als Folgeerscheinung des Bebens stürzte, als die Gläubigen aus der Tannheimer Pfarrkirche zur Erntedankprozession ausgezogen waren, die über 60 Zentner schwere Glocke vom Glockenstuhl herab. Verletzt wurde jedoch niemand.
Bei Vils wird durch das Beben der bereits halb verfallene Bergfried von Vilsegg schwer beschädigt und ein gewaltiger Riss klafft in dem Mauerwerk. Ein Unwetter im September 1939 wird schließlich das Zünglein an der Waage sein und Teile des ehemaligen Wohnturms einstürzen lassen

Gramais kommt in den Genuss von elektrischem Strom



1931keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. März löst sich am Steinbruch in Hinterbichl eine Felsplatte durch Frostsprengung. Der darunter hantierende Pächter des Steinbruchs, Martin Sepp, wird von der Platte getroffen und dabei so schwer verletzt, dass er kurz nach seiner Überführung in das Krankenhaus Kreckelmoos verstirbt

Mitte März türmen sich die Schneemassen teilweise bis zu 3 Meter hoch. Zahlreiche Dächer werden eingedrückt. Im Tannheimer Tal ist der Verkehr zusammengebrochen und das Postauto steuert das Hochtal für mehrere Wochen nicht mehr an. Die Post bringt der Briefträger mit den Skiern

Am 23. März erschüttert ein Erdbeben um 2 Uhr morgens das Gebiet um Berwang/Namlos

In Tannheim findet am 12. Juli die Erstaufführung des Andreas-Hofer-Spieles in einem eigens errichteten Freiluft-Theater statt

Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 4. August 1931
Am 1. August schlug der Blitz in eine Heuhütte nordwestlich von Häselgehr ein und tötete hiebei drei Männer, und zwar den Bauer Josef Lämmle aus
Griesenau, Vater von drei Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren, den Bauern Emanuel Lang, Vater von fünf Kindern im Alter van drei bis elf Jahren, und den Bauern Franz Berwanger, ebenfalls aus Greisenau, Vater von drei erwachsenen Kindern. Ferner wurden durch den Blitz noch der 38jährige Franz Berwanger jun. und die 20jährige Agnes Berwanger verletzt oder betäubt. Eine unter der Leitung des Gendarmeriepostens Häselgehr stehende Rettungsexpedition brachte alle Genannten zu Tal.
Von anderer Seite wird uns aus Häselgehr berichtet: Am 1. des Monats ging über das Gebiet von Häselgehr ein schweres Gewitter nieder. Auf den Hochbergwiesen, Häselgehrer Bleisen genannt, hatten sieben Personen in einer gemauerten Hütte Unterstand gesucht.
80 Meter davon entfernt befanden sich in einem Zelt die Brüder Singer, die beobachteten, wie ein Blitz in die Mitte der Ortschaft Häselgehr niederfuhr, wo tatsächlich im Gasthof

In Elmen errichten die beiden Brüder Scheiber ein Säge- sowie Elektrizitätswerk

Die Fremdenverkehrszahlen brechen massiv ein und beinahe sämtliche Gästebetten bleiben leer

Auch die Bauernschaft sieht sich in einer misslichen Lage. Am 15. November findet eine Großversammlung der Außerferner Bauern in Reutte statt. Dort berichten sie von ihren Problemen und Nöten und stellen einen Forderungskatalog um Vergünstigungen und Steuersenkungen zusammen

Am 16. Dezember kommt es im Gerichtsgebäude in Reutte zu einem Brand. Dabei werden die oberen Stockwerke vom Feuer zerstört. In die unteren Räumlichkeiten dringt eine Unmenge an Wasser ein, ja es sickert sogar durch das starke Gewölbe in das Parterre

Bei Bach gerät am 24. Dezember der 17 Jahre alte Franz Schratz beim Holzziehen unter den Schlitten, wobei er sich das Genick bricht und stirbt



1932keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Jahreswechsel zeigt sich von der kalten Seite. In Tannheim wird der Rekordwert von -30°C gemessen

Der beliebte Gasthof 'Zur Alpenrose' in Rehbach bei Schattwald brennt am 13. Jänner komplett nieder

Am 26. Januar ereignet sich ein folgenschwerer Unfall bei den Arbeiten an der Lechregulierung. Drei Arbeiter wollen eine die Arbeit behindernde Eisscholle mit Dynamitpatronen weg sprengen. Unschlüssig, ob die Patrone wirklich brennt, hält einer diese prüfend in der Hand, als sie explodiert. Jenem der die Patrone in der Hand gehalten hatte, wurde der Arm abgerissen, der Danebenstehende verlor zum größten Teil sein Augenlicht und der Dritte zog sich schwere Verletzungen an der Brust und am Oberschenkel zu

Am 6. Juli überfliegt das Luftschiff 'Graf Zeppelin' das Tannheimer Tal und bringt dessen Bewohner zum Staunen

Am 1. Oktober erhält die St.-Wolfgang-Kirche in Schattwald vier neue Glocken. Im Innern der Kirche geht der akademische Maler Ludwig Sturm aus Innsbruck daran die Kirche neu auszumalen

Das Außerfern befindet sich in einer Krise, es wird sogar von einem Katastrophenjahr gesprochen. Der Fremdenverkehr war mehr oder weniger komplett ausgefallen und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit im Bezirk. Auch die stets florierende Holzindustrie war zur Gänze niedergegangen und der Handel kämpft mit dem Preisverfall

Im Zementwerk Schretter & Co in Vils ereignet sich am 15. November ein schweres Explosionsunglück. Während sich fünf Menschen auf der Kuppel eines etwa neun Meter hohen Zementofens befinden, kommt es in dem Ofen zu einer Gasexplosion. Die oben auf der Kuppel befindlichen Personen erleiden schwere Verbrennungen, da durch Luken in der Kuppel nicht nur Feuer sondern auch glühendes Brenngut mit großer Wucht ausgestoßen wird. Selbst mehrere Meter darüber kommt es zu einem Brand an dem Dachstuhl. In den darauf folgenden Tagen versterben zwei der fünf Schwerverletzten (Betriebs-Mitinhaber Ing. Robert Fischer und der Arbeiter Pius Probst)



1933keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 21. und 22. Jänner werden in Reutte die Tiroler Skimeisterschaften ausgetragen

Im Sinne einer Queralpenstraße von Salzburg nach Basel wird der nicht neue Plan einer Verbindungs-Pass-Straße zwischen dem Schloss Linderhof und Füssen erneut angedacht und erste Kredite bewilligt

Die Tausend-Mark-Sperre des Hitler-Regimes bringt den gerade erst aufblühenden Fremdenverkehr gänzlich zum Erliegen

Anfang Juni formieren sich erste Heimatwehrortsgruppen in den Außerferner Gemeinden

Zwischen Lechaschau und Pinswang ist der Freiwillige Arbeitsdienst mit der Regulierung des Lechs beschäftigt

Im Bereich von Pinswang, Vils und im mittleren Tannheimer Tal wird ein Schädlingsbefall durch die sogenannte Maulwurfsgrille (Gryllotalpa gryllotalpa), im Volksmund als Schmotzgrille benannt, verzeichnet. Weite Flächen der Felder sterben hierbei ab, da die Engerlinge der Grillen sämtliche Wurzeln abfressen. Vor allem die angebauten Kartoffeln werden von den Tieren vollständig vernichtet

Am Beginn des November gibt es mehrere Verhaftungen von Nationalsozialisten im Bezirk

Am 8. November ereignet sich ein relativ starkes Erdbeben mit dem Epizentrum im Raum Namlos. In Namlos selbst, bei Vorderhornbach und in Reutte werden zahlreiche Schäden gemeldet

Ende November wird in Fachkreisen die Wiederansiedlung von Steinböcken im Außerfern diskutiert



1934keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Zu Beginn des Februar kommt es in Innsbruck und Reutte zu mehreren beunruhigenden Anschlägen mittels Papierböllern durch die Nationalsozialisten

Ein furchtbares Schicksal ereilt am 14. März den 14jährigen Heinrich Beck, Sohn eines Brauerei- und Gasthofbesitzers in Reutte. Derselbe rutscht auf den Stufen der Stiege aus und gerät ganz unglücklich mit dem Kopf in eine Schnurschlinge - er erhängt sich während des Spiels mit einem Kinderflugzeug

Ein breiter Güterweg nach Kaisers wird angelegt

Am 17. Juni erbebt die Erde im Oberen Lechtal

Mitte Juli Hochwasserschäden am Nesselwängler Sulzbach - drei zerstörte Brücken - und am Plansee, wo die Fahrstraße an vier Stellen vermurt wurde

Das Kinderferienwerk organisiert die Beförderung mit Zügen und die Unterbringung mehrerer tausend Wiener und Burgenländer Kinder in Tirol und insbesondere dem Außerfern

Anfang August zur Erntezeit, der Wagnermeister von Tannheim ist mit seiner Familie mit der Heuernte beschäftigt, als der zweieinhalbjährige Sohn nicht mehr gesehen wird. Nach intensiver Suche konnte der Bub einige 100 Meter weiter unten an der Vils nur noch als Leiche aufgefunden werden

Am 4. September ereignet sich wieder ein Erdbeben, welches aber wesentlich stärker ausfällt als jenes vor drei Monaten

In Reutte wird ein neues 'Tonkino' eröffnet - das 'Hirschenkino'

Mehrere Anschläge der Nationalsozialisten schädigen die heimische Wirtschaft und bedrohen auch Menschen aus der Zivilbevölkerung

Zwei Buben sind am 3. November in Ehrwald bei einem Schulkamerad zu besuch - in der Stube finden sie ein Gewehr auf dem Tisch liegend. Die zwei Achtjährigen erkunden die Waffe, Alois Somweber blickt neugierig in den Gewehrlauf, eben dann, als sein Freund Walter Kerber - im Spiel vertieft - den Abzug betätigt. Sofort sinkt Alois zu Boden, die Kugel hat ihn tödlich an der Schläfe getroffen

Am 23. Dezember wird in Reutte im Tauscherhaus das Heimatmuseum für den Bezirk Reutte eröffnet



1935keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Eine Lawine zerstört das Elektrizitätswerk Vorderhornbach

Bei Elmen wird Anfang Februar eine Latschenöl-Brennerei durch eine Lawine zerstört

Am 4. Juni besucht Bundeskanzler Dr. Schuschnigg das Außerfern. Von Reutte aus fährt der Tross in das Tannheimer Tal

Der 12jährige Bäckersohn Johann Schütz überquert am 15. August die Hauptstraße in Reutte, als er vom Postkraftwagen erfasst und zu Boden geschleudert wird - er bleibt mit einem Genickbruch tot liegen

Die Stunde vom 28. August 1935

Der Mord bei Reutte


"Wie die „Stunde“ gestern als erstes Blatt ausführlich berichten konnte, hat sich in der Nähe der bayrisch-österreichischen Grenze
[Pflach] ein geheimnisvoller Mord zugetragen, dem ein 22jähriger Arbeitsloser namens Leikermoser zum Opfer gefallen ist. Wie nun die Feststellungen der Innsbrucker Staatspolizei ergeben haben, hatte Leikermoser vergangenen Freitag in der Wohnung eines Innsbrucker Zuckerbäckers in der Mentelgasse Obdach gefunden und war Samstag gegen halb 9 Uhr abends von zwei Burschen, die sich für Kriminalbeamte ausgegeben hatten, aufgesucht worden. Die zwei Fremden hatten Leikermoser offenbar noch im Hause des Zuckerbäckers mit Chloroform betäubt und ihn dann in einem Auto entführt.

Den polizeilichen Feststellungen zufolge scheint Leikermoser an der überstarken Chloroformdosis gestorben zu sein. Seine Leiche war bekanntlich gefesselt und nur mit Hose und Schuhen bekleidet. Das Bezirkspolizeikommissariat Innsbruck führte noch im Laufe der folgenden Nacht die erforderlichen Erhebungen durch und stellte fest, daß zwei der Täter, und zwar der Teppichhändler Erwin Reindl ehemals Bettelheim und der Tapezierer Engelbert Tusch unmittelbar nach der Tat nach Deutschland geflüchtet sind.
Wegen Verdachtes der Vorschubleistung wurden in Innsbruck zwei Personen, und zwar ein Ingenieur und ein Techniker verhaftet."




1936keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Februar geht zwischen Steeg und Warth ein Felssturz mit rund 8000 Kubikmetern an Masse auf die Straße nieder. Die Strecke wird dabei auf etwa 90 Metern Länge verlegt

Der Autofrächter Jakob Lechleitner von Stanzach ist wie jeden Tag auch am 18. April mit der Milch aus dem Lechtal unterwegs, welche er nach Pfronten bringt. Aus Unachtsamkeit verliert er nahe Pflach die Kontrolle über sein Fahrzeug und fährt auf einen Wehrstein auf. Durch die Wucht des Aufpralls wird ihm der Brustkorb eingedrückt - nach kurzer Zeit ist er tot

Ein Erdbeben erschüttert am 22. April das Außerfern, es werden leichte Schäden an Häusern und Wohnungen gemeldet

Am 1. September erfolgt die Aufhebung der 1000-Mark-Sperre, zu einer Belebung des Fremdenverkehrs führt diese Maßnahme zu jenem Zeitpunkt jedoch noch nicht

Beim Holzziehen im Schönauer Wald wird der 63jährige Bauer Franz Scharf von seiner Fuhre erdrückt und getötet

Als die Großeltern der 5 Jahre alten Inge Paulweber aus Ehrwald am 17. Oktober ein Feuer entfachen um das angefallene Kartoffelkraut zu verbrennen, gerät das Mädchen zu nahe an die Flammen. Das Kleid fängt Feuer und das Mädchen erleidet schwere Verbrennungen, welchen sie in der Heilanstalt Kreckelmoos schließlich erliegt

Der amtierende Landeshauptmann von Tirol, Josef Schumacher, besichtigt am 18. November das Metallwerk Plansee und das Werk Titanit



1937keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zu Beginn des Jahres werden Pläne für die sogenannte Automobil-Fernstraße Berlin-Rom vorgestellt. Nach zahlreichen Entwürfen und Überlegungen der möglichen Trassierung, kristallisiert sich die Route über das Außerfern und den Reschenpass, hinab durch den Vinschgau als die beste heraus. Durch den Krieg wird das Bauvorhaben jedoch fallen gelassen

Am 1. März bricht am Hof des Josef Pfennig in Heiterwang ein Brand aus, welcher das Anwesen binnen kürzester Zeit einäschert. Das Vieh und ein Großteil des Mobiliars können jedoch gerettet werden

Am 25. April kommt es zwischen zwei Arbeitern des Zementwerks Schretter nach einem Gasthausbesuch zu einer Auseinandersetzung um die Zeche. Der aus der Schweiz stammende Emil Möri (59 Jahre) versetzt dabei dem 30 Jahre alten Franz Striegl (Strigl) von Pflach drei Messerstiche. Striegl konnte sich noch eine Strecke des Weges fortschleppen, brach dann jedoch tot zusammen

Salzburger Volksblatt
Die neu erbaute Jagdhütte des Direktors August Diehn - aus Berlin - auf der Ehrwalder Alm im Bezirk Reutte wurde durch unbekannte Täter ausgeraubt und zum Teil in die Luft gesprengt.

Innsbrucker Nachrichten, 12. Juni 1937


Am Morgen des 15. Juni geht der Bauernsohn Thomas Stricker mit einem Handkarren auf das Feld, Gras zu holen. Bei einem Gatter will er ein abgerissenes Kabel zur Seite werfen - das Kabel steht jedoch noch unter Strom und tötet den 16jährigen sofort

Am 29. Juni verunglückt der Großkaufmann Alois Speckbacher mit seinem Lastwagen am Katzenberg. Er wird mit schwersten Verletzungen in das Krankenhaus Bad Kreckelmoos eingeliefert und notoperiert, erliegt denselben jedoch am nächsten Tag

Anfang August bringt in Nesselwängle der Fällebach große Vermurungen mit sich, aber auch in Rest des östlichen Teils des Tannheimer Tals kam es zu großen Schäden und Vermurungen (Grän, Haldensee, Haller und Nesselwängle)

Der Riegebach verlegt die Straße zwischen Lähn und Lermoos durch eine riesige Mure, mehr als 100 Mann des Militärs werden zur Schadensbeseitigung abgestellt

Alle Straßen im Bezirk sind durch Vermurungen verlegt und auch die Geleise der Mittenwaldbahn wurden an mehreren Stellen verschüttet, woraufhin der Bahnverkehr ins Außerfern gänzlich eingestellt werden musste

Mitte August weilt Sara Ann Delano Roosevelt im Gasthof Alpenhof in Haller bei Nesselwängle, sie ist die Mutter des 32. amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt

Wegen einer defekten Bremse verliert der aus Leipzig stammende Fabrikant Ing. Kurt Patzschke am Nachmittag des 29. August auf der Fahrt von Berwang in Richtung Bichlbach die Kontrolle über seinen Wagen. Das Fahrzeug kommt etwa 15 Meter neben der Straße - nachdem es sich zweimal überschlagen hatte - mit den Rädern nach oben weisend zu liegen. Der Beifahrer Friedrich Rot - Fabrikant aus Garmisch - wurde während des Unfalls aus dem Wagen geschleudert und blieb bewusstlos liegen. Patzschke hingegen liegt unter dem Fahrzeug und ihm wird dadurch der Brustkorb eingedrückt, er verstirbt noch an der Unfallstelle

In Grän wird die neue Genossenschafts-Sennerei eröffnet



1938keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Januar sind wie in ganz Mitteleuropa Polarlichter am Himmel zu sehen

Um den 28. Jänner fegt ein schwerer Sturm über das Ober- und Ostallgäu hinweg. Auch im Außerfern werden einige Sturmschäden gemeldet

Am 17. Februar gehen schwere Schneefälle über dem Außerfern nieder. Das Tannheimer Tal ist für mehrere Tage nicht erreichbar

Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'

Am 13. März wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen

Mitte Juni gehen starke Unwetter über dem Außerfern nieder. Das Lechtal ist für einige Tage nicht erreichbar, wird dann aber mit Hilfe einer Notbrücke wieder für den Verkehr zugänglich gemacht. Das Schwarzwassertal bleibt hingegen für längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Etwa 600 Stück Rinder und mehr als 1000 Schafe sind von der Hochwasserkatastrophe betroffen

Das Schulhaus von Kaisers wird am 22. Juni von einem Blitz getroffen, woraufhin das Gebäude Feuer fängt und schließlich gänzlich vernichtet wird

Die Straße von Reutte durch das Lechtal bis nach Steeg wird entstaubt (geteert?)

Am 9. September stürzen Gustav Lechleitner und Josef Böhm bei einer Bergtour auf den Großen Wilden ab - sie werden zwei Tage später im Zuge einer schwierigen Bergung als Leichen ins Tal geholt



1939keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Es wird von einem sehr schneearmen Winter berichtet

Am Ortsausgang von Steeg stürzt am 23. März der 46 Jahre alte Jagdaufseher Josef Moosbrugger und wird vom Lastwagen des Räumdienstes überrollt und getötet

Ab April beginnen umfangreiche Wildbach- und Flussverbauungen durch den Reichsarbeitsdienst

Innsbrucker Nachrichten vom 26. April 1939

Die ganze Familie verloren

Das Töchterchen in der Vils ertrunken

Tannheim, 25. April. Das zehnjährige Schulmädchen Maria Schedle stürzte, als es am Bachufer Blumen pflücken wollte, bei der oberen Mühle in die Vils. Da der Vorfall nur von noch kleineren Kameradinnen gesehen wurde und diese erst den acht Minuten langen Weg in ihr Elternhaus rannten, wurde Mariechen inzwischen ungefähr dreihundert Meter bis zur Hennemühle fortgeschwemmt und war schon ertrunken, als der von seinen Kindern verständigte Josef Zobl das Mädchen bergen konnte. Alle angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.
Der bedauernswerte Vater, Georg Schedle, war nach dem Kriege ledig nach Argentinien ausgewandert, war nach einiger Zeit wieder herüber in seine Heimat gekommen und hatte sich eine junge Frau geholt. Als Neuvermählter kehrte er mit ihr nach Argentinien zurück. Nach wenigen Jahren starb ihm dort seine Frau, nachdem sie einem Mädchen und einem Knaben das Leben geschenkt hatte. Weiteres Unglück veranlaßte Schedle dazu, mit seinen zwei Kindern in die Heimat zurückzuziehen. Hier ist ihm nach kurzer Zeit sein Sohn gestorben, und nun sein Töchterchen ertrunken


Der Zweite Weltkrieg bricht aus und beinahe alle wehrfähigen Männer werden zum Kriegsdienst eingezogen

traktor stürzt am gaichtpass gachtpass abgrund

Ein schweres Unwetter lässt im September Teile des bereits während des Erdbebens von 1930 schwer beschädigten Mauerwerks der Ruine Vilsegg einstürzen

Anfang Dezember ist der Sägewerksbesitzer Josef Pfefferkorn in Steeg mit Wartungsarbeiten an der Transmission (Riemenantriebsscheibe) beschäftigt. Dabei wird er durch eigene Unvorsichtigkeit von der Welle erfasst und derart heftig gegen die dahinter befindliche Betonmauer geschleudert, dass er förmlich in Stücke gerissen wird



1941keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In einem Steinbruch in der Nähe des Plansees kam im April nach einer Sprengung der Schotterwerkbesitzer Ludwig Frick zu früh aus seiner Deckung und wurde von einem größeren Stein am Kopf getroffen. Er erlitt dabei einen Schädelbruch, welchem er kurz darauf erlag

Im Juni wird die Auflösung der Bergbaugewerkschaft Silberleithen offiziell bekannt gegeben

auflösung gewerkschaft silberleithen biberwier

Anfang Juli wird das Rädler-Anwesen in Zöblen durch einen Blitzschlag ein Raub der Flammen

Im Juli wird mit dem Bau einer Materialseilbahn zur Usseralpe oberhalb von Tannheim begonnen

Am 20. Oktober gerät der Bauer Reinhard Singer von Gramais mit seinem Fuhrwerk über den Straßenrand hinaus und stürzt in die Tiefe



1944keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Laufe des 22. Januars stürzte ein Bomber der Alliierten Luftstreitkräfte im Bereich des Kreuzkarsees (Hinterhornbach) ab. Eine Bergung der Mannschaft sowie der Maschine konnte in dem steilen Felsterrain nicht durchgeführt werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb von 24 Stunden 190 cm Neuschnee

Eine Maschine der Wehrmacht stürzt am 24. Juni im Bereich des Vilser Kegels vermutlich wegen dichtem Nebel ab

Am 3. August tobt ein Luftkampf über dem Ehrwalder Becken. Eine Maschine stürzt am Ortsrand von Lermoos in das Moos, 4 Maschinen gehen im Gemeindegebiet von Biberwier nieder (Wampeter Schrofen, Wannig, südöstlich von Biberwier, Brendlkar) und 1 Maschine zerschellt im Bereich der Ehrwalder Alm. Aus den Maschinen wurden insgesamt 16 lebende und 14 tote Besatzungsmitglieder geborgen. Aber auch auf deutscher Seite gab es zahlreiche Abstürze (Jagdflieger): Berwang, Ehenbichl, Grubigstein (Biberwier), Martinau (Elmen), Stanzach und Tuftlalm

Im Hotel Forelle und im Hotel Ammerwald werden Außenstellen des Konzentrationslagers Dachau eingerichtet. Hier werden vorwiegend Häftlinge aus höheren Kreisen interniert



1945keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer (Lutz Gabriele (52), Ölschlägl Anna (50), Schütz Dagmar (4), Schütz Sylvia (2 Monate), Schmittner Klaus (2), Stranz Arthur (5), ?) unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. Das eigentliche Ziel, der Bahnhof, bleibt jedoch unbeschädigt

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 26 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon
siehe auch: Grän 1945 - Das Ende kam mit Schrecken

In der Nacht auf den 30. April fällt auch Schattwald unter Granatfeuer

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 3. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern

Reutte wird kirchlich von Breitenwang losgelöst



1946keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 1. Juli kommt es im Gemeindegebiet von Nesselwängle zu zahlreichen Bachüberläufen und Vermurungen. Eine große Mure führte dabei der Fällebach. In Tannheim tritt der Guggerbach (?) über die Ufer



1948keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Um den 10. August gehen über Tirol zahlreiche Wolkenbrüche nieder. Im Bereich des Kugelhorns bei Tannheim kommt es dadurch zu einem großen Felssturz, welcher 25 Schafe unter sich begräbt und tötet

Am 21. September fallen die beiden alten Bauernhöfe Oberhof und Kerlyhof einem verheerenden Brand zum Opfer

Bei Grabungsarbeiten in Weißenbach wird ein Skelett gefunden. Nach den Untersuchungen stellt sich heraus, dass man hier auf ein spätrömisches Grabmal gestoßen ist

In Jungholz wird der erste Skilift im Bereich des Außerferns in Betrieb genommen

Erhebung zur selbständigen Pfarre und Glockenweihe am 4. Dezember in der Schattwalder Pfarrkirche



1952keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Kleinwalsertal geht am 11. Februar eine Lawine auf die im Talboden gelegene Alpe Melköde nieder. Sie zerstört dabei mehrere der Hütten und tötet 20 zumeist junge Menschen. Man findet sie später in Nachthemden und Schlafanzügen. 30 Personen können lebend geborgen werden

Am 14. Februar fallen in Tannheim innerhalb eines Tages beinahe eindreiviertel Meter Neuschnee

In Reutte wird das Gymnasium gegründet

Die Verbauung am Unterlauf der Vils bei Vils wird fertiggestellt

Außerferner Nachrichten vom 31. Dez. 1952
flugzeug zerriss seil einer materialbahn grießau bergheu häselgehr



1964keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
137 mm Niederschlag am 3. Mai in Tannheim

Man beginnt von Grän aus mit dem Bau der Engetalstraße, zuvor gab es lediglich einen schmalen Karrenweg. Die Wegverbreiterungen und Asphaltierungsarbeiten können 1968 an der Landesgrenze abgeschlossen werden. Bis der Straßenzug jedoch von deutscher Seite ab Pfronten bis zu der Grenze errichtet wird, werden weitere vier Jahre vergehen. Die feierliche Übergabe an den Verkehr erfolgt gar erst im Jahr 1975

Bei Schattwald wird mit der Verbauung der Vils begonnen

Mitte November fallen im Allgäu und dem Lechtal 310 mm Niederschlag in Form von Regen



1971keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Bei Reutte werden am 10. April bei einem Lawinenabgang 10 Kinder verschüttet, ein Kind stirbt dabei

Die Verbauungsarbeiten an der Vils zwischen Tannheim und Schattwald können abgeschlossen werden

In Schattwald wird der Wannenjoch-Schlepplift errichtet

Fridolin (Friedl) Schennach aus Reutte verschreibt sich der Sache 'Ruine Ehrenberg' und startet mit zahlreichen Idealisten eine Rettungsaktion des verfallenden Gemäuers



1972keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Winter 1971/72 bleibt weitestgehend schneelos und sämtliche Liftanlagen können den Betrieb nicht aufnehmen

Am 12. März ereignet sich bei Weißenbach ein schrecklicher Unfall. Um ca. 20:30 Uhr fährt ein 26jähriger Bschlaber auf der sogenannten Weißenbacher Geraden. Mit dabei die 18 Jahre alte Ida Reinstadler aus Boden.
Das Fahrzeug gerät auf die Gegenfahrbahn, wo es mit einem entgegenkommenden Fahrzeug eines Weißenbachers zusammenstößt. Das unfallverursachende Fahrzeug wird in die Wiese geschleudert, wo es auf dem Dach zu liegen kommt und sofort Feuer fängt. Während der junge Lechtaler noch aus seinem Fahrzeug geborgen werden kann, gelingt das bei der Beifahrerin nicht mehr - die junge Frau verbrannte im Inneren des Wracks

In Tannheim wird das alte Widum abgerissen



1973keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. August brennt das Gimpelhaus hoch über dem Tannheimer Tal vollständig nieder

Niederschläge in Form von Regen ergießen sich mit bis zu 170 mm vom 14. bis 16. November über dem Allgäu und dem Lechtal



1975keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am Vilsalpsee wird am 9. Mai eine Gruppe von Wanderern bei einem Lawinenabgang in den See geschleudert, 5 Menschen kommen dabei ums Leben

Niederschläge von bis zu 155 mm prasseln am 30. Juni und dem 1. Juli auf das Lechtal nieder

Der Usseralpbach bei Tannheim donnert am 4. Juli mit jeder Menge Geröll und Geschiebe zu Tal und zerstört dabei mehrere Brücken und beschädigt einige Häuser

Am 17. Oktober wird die Engetal- bzw. Achtalstraße im Beisein zahlreicher Festgäste aus Bayern und Tirol feierlich dem Straßenverkehr übergeben



1977keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Erstmals findet im Tannheimer Tal die Europameisterschaft im Polarhunde-Schlittenrennen statt

Vom 31. Juli bis zum 2. August wird das Lechtal von einem Hochwasser heimgesucht. In Holzgau wird eine Brücke zerstört und ein Mensch kommt während dieses Naturereignisses ums Leben



1979keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 12. März ergießt sich über dem Tannheimer Tal eine Niederschlagsmenge von satten 185 mm

Die neue Gemstobel-Rundbogenbrücke wird eröffnet

Starkregen über dem Außerfern Ende Juni - 'Spitzenreiter' ist dabei Reutte mit 176 mm

Am 6. und 7. November gehen 140 mm Niederschlag über dem Lechtal nieder, im Tannheimer Tal sind es sogar 152 mm



1984keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 23. November kommt es im Tannheimer Tal zu einigen Schäden durch einen Sturm



1987keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Schattwald wird die Kläranlage für das gesamte Tannheimer Tal (außer Jungholz) erbaut



1990keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 28. Februar fegt der Orkan "Wiebke" über das Außerfern hinweg. Am schlimmsten betroffen ist das Tannheimer Tal (Schattwald, Tannheim, Grän). Im ganzen Tal werden rund 22000 Festmeter Wald vernichtet und einige Häuser abgedeckt

In Grän wird am 9. Juni eine Frau durch mehrere Messerstiche und Strangulation an ihrem Arbeitsplatz in einer Käserei getötet. Ein Tatverdächtiger wird noch am Tatort verhaftet. Der zum Tatzeitpunkt 18-jährige Käser-Lehrling wird später wegen Mordes zu dreizehn Jahren Haft verurteilt, wovon er 8½ Jahre verbüßt und danach frei kommt. Doch schon kurz nach der Tat kommen bei den Hinterbliebenen erste Zweifel über den tatsächlichen Tathergang auf. Sie sind der Meinung, dass der Verurteilte lediglich als Bauernopfer herhalten musste und die 'wahren' Mörder ungeschoren davon kamen und orten dahinter gar einen Justizskandal

Am 29. Juli gehen nach starken Regenfällen und Gewittern zahlreiche Muren im Gemeindegebiet Bach ab, verschütten große Flächen an Feldern und zerstören zwei Brücken



1992keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Ab dem 1. Mai des Jahres tritt jene Verordnung in Kraft, welche das Fahrverbot auf der Vilsalpseestraße regelt

Als erste Gemeinde im Außerfern wird in Tannheim unter der Führung der Gesellschaft "Parkgemeinschaft Tannheim" eine Parkraumbewirtschaftung eingeführt. Bereits im selben Jahr wurden dafür insgesamt sieben Parkautomaten in Betrieb genommen

Am 26. Dezember zerstört ein Großbrand in Unterpinswang das Anwesen des Ludwig Heim, wobei ein Kind in einer Mietwohnung ums Leben kommt



1994keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Breitenwang werden die nordischen Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen

Große Borkenkäferplage in den Wäldern mit großen Sturmschäden von 1990 (Schattwald, Tannheim, Grän)



1995keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Tannheimer Tal wird im Januar des Jahres erstmals das Ballonfestival ausgerichtet



1999keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Enorme Schneemassen türmen sich zu Jahresbeginn im Bezirk auf (teilweise über 4 Meter). Mehrere Lawinenabgänge oder Sperren an lawinengefährdeten Hängen behindern das öffentliche Leben. Große Lawinenunfälle bleiben glücklicherweise - im Gegensatz zu dem von Krisen und Todesfällen gebeutelten Paznauntal - aus. Aus den Steeger Ortsteilen Gehren und Lechleiten werden 36 Personen evakuiert

Starke Regenfälle und die massiv einsetzende Schneeschmelze - ebenfalls bedingt durch den schneereichen Winter - verursachen zu Pfingsten eine verheerende Hochwasserkatastrophe. Die Gemeinde Pflach ist davon im besonderen Maße betroffen

Im Sommer wird im TVB-Gebäude Tannheim eine Kletterwand errichtet



2002keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 6. April um 22:00 Uhr konnte im Bereich zwischen Füssen und Garmisch der Niedergang eines Meteoriten beobachtet werden. Der Gesteinsbrocken, welcher in Folge den Namen Meteorit Neuschwanstein erhielt, zerbarst in einer Höhe von etwa 22 Kilometern und ging in Einzelteilen über ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet nieder. Drei Bruchstücke konnten im Bereich des Ochsenälpelekopfes und des Altenberges gefunden werden

Murenabgänge und Überschwemmungen von Straßen führen im Tannheimer Tal und dem Lechtal zu zahlreichen Behinderungen. Auch in Vils und bei Pflach treten die Vils und der Lech über die Ufer



2005keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Tagelang anhaltende Starkregenfälle führen zu der schlimmsten Hochwasserkatastrophe, welche jemals im Außerfern registriert wurde. Speziell Gemeinden im oberen Lechtal und Pflach werden von den Wassermassen heimgesucht und Teile der Ortschaften verwüstet

Die Umfahrungsstraße von Nesselwängle wird für den Verkehr freigegeben

In den letzten Dezembertagen des Jahres wird ein 25-jähiger Thüringer als vermisst gemeldet, der erst wenige Tage zuvor in das Tannheimer Tal gereist war um hier Arbeit zu finden. Die alarmierte österreichische Polizei scheint abzuwiegeln und die besorgten Eltern entschließen sich selbst auf die Suche zu machen. Im Juni des folgenden Jahres wird ein Mann während eines Spazierganges eine grausige Entdeckung machen - er findet die entstellte Leiche eines Menschen, welche auf einer Matratze abgelegt wurde. Bei den folgenden Ermittlungen stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um den Vermissten handelt und dass der beste Freund des Opfers während eines Streits die Tat verübte, auf den jungen Thüringer einstach und dann zusammen mit seiner Mutter die Leiche in der Nähe von Zöblen in einem Bachbett im Wald abgelegt hatte



2018keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Schon am Beginn des Jahres fegt das Sturmtief "Burglind" mit bis zu 145 km/h über den Norden Tirols und das Allgäu und sorgt so für die Sperrung der Liftanlagen am Reuttener Hahnenkamm und des Tannheimer Tals. Wegen zahlreicher umgestürzter Bäume mussten die Gramaiser Straße und die Planseestraße gesperrt werden. In der Gemeinde Zöblen wurde durch den Starkwind ein Dach abgedeckt

In den Sommermonaten herrscht extreme Hitze. Über Nord- und Mitteleuropa hängt ein Hochdruckgebiet, es regnet zum Teil Wochen lang nicht und zahlreiche Alpen sind auf Grund der Wasserknappheit gezwungen, ihre Tiere vorzeitig von den Hochweiden hinunter ins Tal zu treiben. Südseitige Hänge sind schon Anfang/Mitte August regelrecht verbrannt