Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Chronikeinträge in denen der Begriff Breitenwang vorkommt Ich möchte lieber die ganze Chronik erkunden!




843keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gemeindegebiet von Breitenwang wird ein karolingischer Königshof vermutet, welcher aufgrund der Fernpassstrecke entstand und ähnlich einer römischen mansio als Straßen- bzw. Raststation gedient haben könnte



1000keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das Gebiet das heute jenem des Außerferns entspricht wird in einer Urkunde als "Silva inter Oenem et Licum" genannt. Was übersetzt so viel bedeutet wie "Wald zwischen Inn und Lech"

Die Welfen besitzen mehrere Höfe in Pinswang, Breitenwang und im Bereich Zwischentoren bis an die Wasserscheide bei Bichlbach/Lähn. Links des Lech wurden sie vom Füssener Kloster St. Magnus in der Aschau und Vils als Vögte eingesetzt



1094keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Breitenwang scheint erstmals urkundlich auf

Mit der Aussöhnung zwischen den Welfen und Heinrich IV. kommt es zur Ausrufung des Gottesfriedens, woraufhin die meisten Kampfhandlungen im Schwabenland beendet werden



1137keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Dezember stirbt Kaiser Lothar III. auf dem Rückweg eines Kaiserzuges aus Rom in einem "ärmlichen Haus" in Breitenwang



1265keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf Schloss Loch wird ein Conradus de Foramine als Burgmann der Hohenegger genannt

Heinrich von Rettenberg verkauft Leibeigene zu Breitenwang, Roßhaupten und Waltenhofen am Lech an das Kloster Füssen



1423keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Lermoos erhält einen eigenen Kaplan

Bichlbach kann sich kirchlich von Breitenwang trennen

In Heiterwang wird eine Liebfrauenkirche erwähnt, in welcher Von den Gemeindeleuten ein Frühmessbenefizium gestiftet wird

Herzog Friedrich ('mit der leeren Tasche') erstürmt im Zuge einer Fehde mit den Starkenbergern mit seinen Söldnern deren Stammburg Alt-Starkenberg



1450keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Gemeinde Breitenwang erlaubt den Gebrüdern Clammer aus dem Krägkelmoos (Kreckelmoos) einen Weiher zu machen (heutiger Kreckelmooser See)



1458keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Herzog Sigmund verleiht den Breitenwangern und den Leuten von Reutte das Weiderecht am Harland (Hallander) und im Gebiet Ligvaist (Liegfeist)



1465keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Kirchen Aschau, Breitenwang und Bichlbach werden dem Kloster in Füssen einverleibt

Große Kälte im Winter, am Bodensee tritt die Seegfrörne ein



1482keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Dorf Häselgehr wird für die Salztransporte durch das Lechtal eine Salzstation eingerichtet

Erzherzog Sigmund verkauft eines seiner Schmelzwerke bei Schwangau

Der Ehrenberger Pfleger Jörg Gossenbrot entscheidet im Auftrag des Erzherzogs Sigmund einen Streit zwischen den Leuten von Breitenwang und Reutte einer- und denen von Aschau andererseits wegen Holzschlag und den Weiderechten am Hallanderberg - letztlich erhalten die Aschauer das Holzrecht und die Weidegründe fallen an die Breitenwanger und Reuttener



1493keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. März gestattet König Maximilian in einem Schreiben den Leuten von Reutte und Breitenwang, dass sie den Ammerwald roden und Wiesmähder daraus machen dürfen

Maximilian I. tritt nach dem Tod seines Vaters Friedrich III. die Nachfolge im Reich an



1505keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Pfleger von Ehrenberg, Hans Paumgartner, wird angewiesen eine neue Rodfuhrordnung auszuarbeiten, da es immer wieder zu Streitigkeiten und Missverständnissen unter den Rodleuten gekommen war

Die Pfarrgemeinde Breitenwang, wie auch Ober- und Unterpinswang übertragen ihre politische Vertretung dem Bürgermeister und Rat zu Reutte

Hungersnöte werden überliefert



1528keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Höchstettern und den Bürgern von Reutte und Breitenwang kommt es erneut zu Streitigkeiten bezüglich der Holznutzung im Zwieselbachtal. Nachdem die Bürger des Gerichts Ernberg vorbrachten, dass sie bei Verlust des strittigen Waldes die Fronarbeiten zur Pflege des Gerichts Ernberg nicht mehr erfüllen könnten, werden die Gemeinden der Klage enthoben und sie können ihre Schäden bei den Höchstettern geltend machen

Am 6. September vernichtet eine Stunde lang ein außerordentlicher Hagelschlag die bereits durch die Nässe verdorbene Getreideernte. Selbst 10 Tage nach diesem Ereignis, soll man noch die Hagelkörner in manchem Graben gesehen haben.
Es folgte ein Hungerwinter



1538keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Breitenwang werden große Wasserschäden gemeldet



1542keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Das ganze Jahr über sehr kalte Witterung, die Feldfrüchte gedeihen nicht

Bischof Christoph von Augsburg genehmigt die Verlegung des Gottesdienstes von Breitenwang (20 Häuser) nach Reutte (110 Häuser), weil im Markt inzwischen mehr Menschen wohnen und die Anna-Kirche an der Landstraße liegt



1552keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In einem Schreiben vom 1. März ordnet der Bruder des Kaisers Karl, Erzherzog Ferdinand von Österreich, an, mit den Sicherungsarbeiten an den Sperrfesten, Schlössern und Pässen Tirols zu beginnen

Am 6. April kommt Kaiser Karl V. in das Außerfern. Als er aber erfährt, dass Kurfürst Moritz von Sachsen als Anführer einer protestantischen Streitmacht gegen Ehrenberg vorrückt, kehrt er sofort nach Innsbruck zurück

Moritz von Sachsen besetzt ein weiteres Mal Füssen und schlägt sich bei der Wehranlage am Kniepass durch. Die nun ungeschützte kaiserliche Hauptstreitmacht im Kessel von Reutte wird frontal angegriffen und erleidet eine verheerende Niederlage.
Zeitgenössischen Angaben zufolge dürfte es bei diesem Angriff etwa 1200 Tote und über 5000 Gefangene gegeben haben

Ein einheimischer Verräter führt einen Teil der Truppen des Moritz von Sachsen hinter die Ehrenberger Klause. Durch einen Überraschungsangriff von beiden Seiten wird die Klause schnell von feindlichen Einheiten eingenommen

Moritz von Sachsen zieht nach Innsbruck weiter um dort den Kaiser gefangen zu nehmen, der ist zu diesem Zeitpunkt allerdings schon über den Brenner geflohen. Daraufhin ziehen Moritz' Truppen - vermutlich da sie ihr Primärziel nicht erreicht haben - mordend und brandschatzen durch die Täler, verwüsten Kirchen (Breitenwang) und hinterlassen ein Bild des Grauens in einer ohnehin schon entbehrungsreichen Zeit. Viele der verängstigten Anwohner sind vor der Gefahr in die Wälder geflüchtet und dabei zum Teil gar verhungert. Alle Orte entlang der Fernpassstrecke werden dabei zum größten Teil zerstört

Die Tiroler versuchen die Stadt Füssen im Tauschweg vom Hochstift Augsburg zu erhalten um dort eine Grenzfestung für 3000 Mann auszubauen, als Sperrfestung direkt am Eingang in die Alpen

Graf Hug von Montfort zieht am 4. August mit 30 Fähnlein Fußvolk (etwa 10000 bis 12000 Mann) von Kempten kommend über Nesselwang durch Reutte und weiter nach Innsbruck



1553keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Reutte rechtfertigt sich bezüglich der Verlegung des Gottesdienstes von Breitenwang nach Reutte



1555keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen König Ferdinand und denen von Hohenegg zu Vilsegg kommt es am 9. Januar wegen des neuen Zolls zu Pinswang zu einem Vergleich. Die Untertanen von Hohenegg sollen von dem Holz, das sie auf dem Boden der königlichen Majestät gewinnen, nur den halben Zoll bezahlen. Von jenem Holz und Kalk, so sie nicht auf kgl. Boden gewinnen, müssen sie keinen Zoll bezahlen

Im Kreckelmoos bei Breitenwang wird eine 'Badehütte' errichtet. Sechs Jahre später wird die 'Hütte' durch ein 'festes Haus' ersetzt. Ab dem Jahr 1602 wächst es zu einem stattlichen 'Heilbad' heran und erfreut sich großer Beliebtheit.
Um das Jahr 1700 scheint die Schwefelquelle allerdings wieder zu versiegen und das Bad muss vorerst aufgelassen werden.
1719 rettet der damalige Bürgermeister von Reutte das Bad mit einem umfassenden Ausbau und lässt ein Kurhaus errichten

Zwischen den Reuttenern und Ehenbichlern kommt es zu einem Weidestreit um den Sintwag



1570keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Abgesandte der Stadt Augsburg bekunden, dass der Markt Reutte und Breitenwang ihnen mit Bewilligung Erzherzog Ferdinands Wälder in den Alpen Raaz und am Rainberg verkauft haben. Das Abholzungsrecht wurde auf 30 Jahre erlassen.
Um das Holz am Lech zu lenden, durften die Augsburger oberhalb der Brücke auf der Ebene am Roten Lech ein Haus errichten. Der Lech sollte ferner in diesem Bereich verarcht werden



1578keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte wird ein Rauschhaus eingerichtet

Kontakte zum Färberhandwerk in Kaufbeuren bringen weitere Abnehmer für den Rauschhandel

Rauschhandelordnungen für Aschau und Breitenwang



1593keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Leuten von Aschau und denen von Breitenwang kommt es zu Streitigkeiten bezüglich der Grenzen am Hallanderberg. Für die Nutzung der Holz- und Weidegerechtigkeiten muss eine Neuvermarkung vorgenommen werden

Heiterwang erhält einen ständigen Priester



1606keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 14. Jänner kauft Burkhart Layman zusammen mit seinem Bruder Mathias von Rudolf Hagen die Messinghütte in Pflach

Zu Ostern bringt ein Sturm einige Verheerungen im Raum Reutte mit sich

An dem 13. Juli wird in einem sogenannten Markbrief der Grenzverlauf zwischen den Gemeinden Breitenwang und Heiterwang festgelegt. Darin werden 57 Grenzmarken benannt, welche sich jedoch zumeist an Bäumen befinden. Nur wenige der Marken werden an Felsplatten eingemeißelt



1609keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Steineberg bei Pflach wird eine Pfisterei (Bäckerei) eingerichtet, welche neben den Schmelzhütten auch den Markt in Reutte beliefert

In den Breitenwanger Feldern werden Fischweiher angelegt

In Reutte werden am sogenannten Pfannenbichl zwei Weiher eingelassen

Das Füssener Kloster St. Magnus veräußert all seine Besitztümer im Außerfern an Tirol, wodurch auch das Niedergericht Aschau dem Gerichtsbezirk Ehrenberg einverleibt wird

Zwischen den Tiroler Landesherren und den Herren von Schwangau kommt es zu einem ersten Entwurf eines Grenzvertrages über das Gebiet der Ammergauer Alpen



1640keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 25. Juli, nachmittags um 3 Uhr, stürzt mit "fürchterlichem Getöse" der Kirchturm von Breitenwang ein. Verletzt wird Gott sei Dank niemand



1653keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Zwischen den Lechtalern und den Aschauern einerseits und den Leuten von Tannheim andererseits kommt es auf Grund der Kriegslastenverteilung zu einem Vergleich

In Breitenwang wird am 8. Mai der Grundstein für den neuen Kirchturm zu Breitenwang gelegt



1654keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine gedruckte Verordnung wegen der Wildbretschützen wird ausgegeben

Die Bürger von Breitenwang und Reutte bitten für die neu erbaute Sebastiani-Kapelle um eine Messerlaubnis



1656keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Bau des Breitenwanger Kirchturms wird vollendet. Der Turm misst ganze 54 Meter Höhe



1665keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Bürger von Reutte und Breitenwang geloben zur Abwendung der Pest einen Bittgang nach Ettal zu unternehmen - dieser Brauch wird bis mindestens 1770 fortgeführt

Es herrscht ein Dürresommer

In diesem Jahr endet die Herrschaft der in Tirol ansässigen Habsburger, da der Regierungssitz in Innsbruck aufgelassen wird. Das Außerfern wird von nun an vom Kaiser in Wien aus regiert



1672keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte entbrennt ein Streit um das Niederlagsrecht in den Ballhäusern. Die Reuttener Wirte beschuldigen mehrere Bürger von Reutte, die Waren in ihren Privathäusern abzulegen und so das Ballhaus selbst, als auch die Pfarre Breitenwang um den ihnen zustehenden Kreuzer Niederlagsgeld zu bringen

Pinswang erhält eine eigene Dorfordnung

Die Rochuskapelle erhält einen Turm mit zwei Glocken



1677keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 19. Januar wird in Breitenwang die Einhebung eines Einkaufgeldes beschlossen, da sich immer mehr fremde im Ort ansiedeln. Um den Zuzug einzuschränken und die Ansässigen nicht in ihren Weide- und Holzrechten zu beschneiden, müssen Zuzügler künftig 10 Gulden (Männer) oder 5 Gulden (Frauen) noch vor der Hochzeit bezahlen

In Vils sollen taugliche Scheibenschützen gestellt werden, welche sich mit der Waffe und Zubehör in Bereitschaft halten sollen, um sie hinter die Schanzen in das Tyrol hineinzubeordern.
Dagegen wird eingewendet, dass dies den Vilsern sehr schwer falle, da sie gleichzeitig Weib und Kind, Haus und Hof vor ankommenden feindlichen Parteien schützen müssten. Darüber hinaus verfüge man über keine Waffen oder Zubehör um sich damit in Dienst zu stellen



1703keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Eine Feuerkatastrophe wütet am 8. Mai in Reutte. 52 Häuser, die Kirche und das Kloster werden durch Brandstiftung ein Raub der Flammen

Am 10. Juni erscheint der General-Feldzeugmeister Gschwind auf Ehrenberg um die Festungsbauten zu inspizieren. Als die Kunde aufkommt, dass die Bayern bei Kufstein in das Innere Tirols eingefallen sind, postiert Gschwind auch auf Ehrenberg eine Regimentsabteilung

Am 24. Juni wird die Besatzungsmannschaft von Ehrenberg mitsamt dem Ehrenberger Pfleger Johann Gaudenz von Rost in das Inntal abberufen. Nach eingehender Beratung ignorieren sie diesen Befehl jedoch zunächst, da man die Festung Ehrenberg nicht den möglichen feindlichen Einfällen schutzlos überlassen will. Ein ausgesandter Kurier kommt aber bald mit der erschreckenden Nachricht zurück, dass der General Gschwind so gut wie alleine einer Übermacht im Unterinntal gegenüber steht, woraufhin sich die Ehrenberger nun doch im Eilmarsch gegen Innsbruck aufmachen - auf Ehrenberg befindet sich jetzt außer dem Pfleger von Rost niemand mehr

Johann Gaudenz von Rost versucht aus der hiesigen Bevölkerung eine Ersatztruppe zu mobilisieren und nimmt dazu rund 300 Bauern des Gerichts mit auf die Burg. Die kriegsunerfahrenen Leute, wie auch der Pfleger verhalten sich aber ausgesprochen chaotisch. Die Angst sitzt dabei einfach zu tief und weit und breit ist niemand, der sie sicher anleiten kann. Auch der aus dem Reuttener Kloster herbei gerufene Pater vermag die Angst der zur militärischen Verteidigung abgestellten Bauern nicht zu mildern

Am 29. Juni gelangt ein 1500 Mann starkes Corps von Bayern und Franzosen unter dem General Lützelburg über den Fernpass in die Region Zwischentoren. Am 30. Juni werden die Ortschaften Bichlbach und Heiterwang feindlich besetzt und am 1. Juli rücken die Feinde bis auf die Hochschanz hinauf vor. Die vermeintlichen Wachposten hatten inzwischen die Flucht ergriffen und übrig blieb nur der Pfleger mit ein paar Mann Besatzung auf dem Schloss selbst

Zwei Tage und Nächte lang feuerten die Angreifer ihre Geschütze auf die Burg Ehrenberg ab, wobei man sich von der Gegenseite zumindest in dieser Hinsicht zu wehren wusste. Zu der Zeit waren aber schon einige Reiter unter der Anweisung Lützelburgs gegen Reutte hinab geritten und drohten mit Plünderung und Brandschatzung der Häuser, wenn die Bürger und jene auf Ehrenberg nicht ihre Waffen niederlegen würden. Am 3. Juli wurde die Burg an die Bayern übergeben

Mitte Juli beginnen die Tiroler im Unterland die Feinde zurückzuwerfen. Am 28. Juli verlassen die Bayern über Zirl und Mittenwald Tirol, worauf hin auch die Ehrenberger Gerichtsuntertanen wieder Mut fassen und sich schließlich zur Gegenwehr aufstellen. Am 30. Juli finden sie sich heimlich vor den Toren Ehrenbergs ein, in Reutte selbst wird der bayerische Leutnant Heinle gefangen genommen und auch der westlich gelegene Schlosskopf mit Landschützen besetzt

Am 2. August bemerkt die bayerische Besatzung das Aufrüsten der Bauern und nimmt sie dabei unter Beschuss. Die Leute des Gerichts Ehrenberg lassen sich diesmal aber nicht mehr verunsichern und setzen die Arbeit fort um dann am folgenden Tag ihrerseits das Feuer auf die Besatzer zu eröffnen

Am 7. August trifft aus dem Inntal die von den Leuten von Reutte erhoffte Verstärkung ein und am folgenden Tag wird die Burg Ehrenberg von den eingeschüchterten Bayern an die kaiserlichen Truppen zurückgegeben

Schon am 10. August wird in Breitenwang ein feierliches Dankesfest mit einer Dankpredigt abgehalten. Es wird auch gelobt, auf dem Schlosskopf eine Kapelle zu errichten - dazu kam es jedoch, wie wir wissen, nie

Wegen der fortdauernden Kriegsgefahr kommt es im gesamten Reuttener Talkessel bis hinaus nach Musau zu Einquartierungen verbündeter Truppen, in dem im Mai abgebrannten Markt Reutte kommt es dabei jedoch zu Problemen



1706keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Leute von Reutte und Breitenwang räumen die um die Hochschanz und dem Fort Claudia geschlagenen Hölzer weg, damit der umliegende Grund und Boden zu einer Wiese gerodet werden kann

In den Akten wird im Bereich des Wolfsberges ein Krankenhaus genannt

Steeg wird zur Kaplanei erhoben



1709keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auch die ersten Monate dieses Jahres beginnen mit einer extremen Kälte. Missernten und Teuerung führen zu einer Hungersnot, welche wohl ganz Europa betrifft. Der Überlieferung zufolge soll die letzte Frostnacht im Juli gewesen sein. Den Sommer über herrschte dann eine Dürre

Zu der Kälte gesellt sich noch die Pest. Die halb erfrorenen und verhungerten Menschen haben damit der Seuche meist wenig entgegen zu setzen

Von den Schneidern und Schuhmachern der Pfarre Breitenwang wird eine Beschwerde gegen jene von Aschau eingebracht, da sich diese anstatt in Reutte in der Bichlbacher Handwerkszunft als Nebenzunft eintragen ließen. Es wird den Aschauern angedroht, auch weiterhin an dem Verbot des Verkaufs von Aschauer Produkten auf dem Markt in Reutte festzuhalten. Auch darf kein Aschauer in Reutte auf die Stör gehen



1730keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Reutte fällt zwischen dem 21. u. 24. März soviel Schnee, dass 'von Reutte nach Breitenwang nur mit Roß und Wagen zu gelangen ist'

Durch die überbordende Holzgewinnung der letzten Jahre kommt es zu einer generellen Holzknappheit. Gleichzeitig werden für den Rotlech und am Hirschwang (Hirschfäng) um die Erlaubnis zum Klausenbau angesucht



1738keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Juni ergeht in einem Schreiben der Hofkammer in Innsbruck der Befehl an den Reuttener Bürgermeister Josef Anton Zeiller, ein Heiratsverbot unbemittelter Leute im Markt Reutte und der Pfarre Breitenwang durchzusetzen

Die Weißenbacher Pfarrkirche wird nach vierjähriger Bauzeit fertiggestellt. Als Baumeister stand der aus dem Ort stammende Jakob Lutz im Dienst



1760keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Gebiet von Reutte wird von Viehseuchen berichtet

An die Maria-Hilf-Kapelle in Höfen wird ein Turm angebaut

In Pinswang wird erstmals von einem Schulunterricht durch den damaligen Lehrer Anton Liskodin berichtet



1762keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Im Gericht Ehrenberg und besonders um Reutte und Breitenwang kommt es nach Dauerregen zu gewaltigen Überschwemmungen bei welchen mehrere Brücken zerstört und andere Bauwerke beschädigt werden



1769keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Europa wird der Beginn der Industriellen Revolution eingeläutet

In der Pfarre Breitenwang kommt es zu einer besonderen Kennzeichnungspflicht für Bettler

Eine Lechtaler Kompanie zieht nach Pfronten um gegen die Franzosen vorzurücken



1779keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Eine Holztriftverordnung tritt in Kraft

Vertragliche Regelung des Rauschhandels in Reutte vom 9. September



1791keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Die Baulichkeiten des Heilbades Kreckelmoos bei Breitenwang werden saniert

An dem Turm der Tannheimer Pfarrkirche St. Nikolaus müssen Reparaturarbeiten durchgeführt werden. Der Maler Christian Fügenschuh aus Innergschwend stürzt dabei von der oberen Kuppel in die Tiefe und verstirbt



1829keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Die Gemeinde Grän verkauft an das Ärar einen Baugrund im sogenannten Wolfhaag (Enge) zur Errichtung eines neuen Zollhauses

Ende Juni - Hochwasser am Lech

Im Juli gehen schwere Gewitter mit Blitz und Hagelschlag über dem Reuttener Talkessel nieder. Zur damaligen Zeit wurden auch Feldfrüchte wie Gerste, Roggen und Hafer angebaut, welches vollständig 'verdorben' wurde. Auch das angebaute Gemüse konnte keiner weiteren Verwendung mehr zugeführt werden. Darüber hinaus begleitete ein Sturm das extreme Wetter und entwurzelte zahlreiche Bäume und deckte mehrere Häuser ab.
In der Folgezeit wurden für die Betroffenen zahlreiche Sammlungen getätigt und die Schäden durch Nachbarschaftshilfe wieder großteils bereinigt

Für die bis dahin in angemieteten Räumen untergebrachte Mädchenschule in Reutte wird ein Haus gekauft um dort fortan den Unterricht abzuhalten



1851keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Wieder fällt die Kirche und der Pfarrhof von Kaisers den Flammen zum Opfer

Die k.k. Nationalbank beginnt mit den Silberzahlungen gegen Banknoten - Reutte ist der erste Bezirk, welcher mit den 'Silberzwanzigern' versehen wird

Große Schäden bringt ein Hagelschlag am 25. Juli - die Unwetterschneise reicht vom Tannheimer Tal über den Reuttener Talkessel bis nach Lähn in Zwischentoren

Starkregen am 3. August über Außerfern, generell sind die Temperaturen in diesem Sommer zu kalt. In Reutte tritt der Lech über die Ufer und ganze Häuser stehen unter Wasser, sodass die Bewohner - nachdem sie eine unruhige Nacht auf den Dächern der Häuser zugebracht hatten - am nächsten Tag mit Flössen in Sicherheit gebracht werden mussten. Auch in Lermoos müssen die Bewohner gerettet werden und im Lechtal reißt der Lech die Brücke zwischen Elbigenalp und Grießau weg. Die Wegtrasse am Gaichtpass wird ausgewaschen und bricht in die Tiefe, ebenso wie die Planseestraße am Roßrücken

Bei Pinswang untergräbt der Lech eine Stützmauer und bringt sie zum Einsturz, woraufhin auch bald die Straßentrasse von den Fluten mitgerissen wird

Trotz der Verheerungen der ersten Augusttage schreiten die Arbeiten an der Straße am Plansee, durch den Ammerwald und die Neidernach nach Grießen rasch voran. Mehr als 300 Tiroler sind an dem von dem bayerischen König Max initiierten Bau dieser Fahrstraßen beschäftigt

Wieder Hagelschäden am 10. September im Reuttener Kessel - das 'Grummet' wird dabei unmähbar und die Bauern haben in den Wintermonaten zu wenig Futter für ihr Vieh

Am 28. Oktober erschreckt ein leichtes Erdbeben die Bewohner des Lechtals



1865keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 15. März türmen sich am Oberjoch nahe Schattwald die Schneemassen als Schneewehen bis zu 6,5 Meter hoch auf

In Lermoos wird ab April mit der Trockenlegung des Moos begonnen

In Oberstdorf ereignet sich ein Großbrand, welcher am 5. und 6. Mai rund zwei Drittel des Ortes einäschert

In Grän (Haldensee?) ereignet sich ein Großbrand

Bei einem Erdbeben wird die Bacher Kirche beschädigt

Der Bayernkönig Ludwig II. kommt am 13. November mit Richard Wagner nach Breitenwang



1867keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Auf der Vilsalpe bricht Anfang September eine Viehseuche aus, woraufhin die Region für den Viehhandel gesperrt wird und fast 100 Stück Vieh gekeult werden müssen

Ein erster detaillierter Entwurf des Plans für die Fernbahn wird bekannt, dabei soll die Bahnlinie an Heiterwanger- und Plansee hinab über den Stuibenfall nach Reutte verlaufen

In Elbigenalp trifft am 19. September erstmals die Königin-Mutter Maria von Bayern zu einem Sommeraufenthalt ein. Bereits am nächsten Tag stieg sie und eine höfische Gesellschaft über Kaisers bis zum Schindler-Ferner auf. Sie wird sich fortan jedes Jahr bis zu ihrem Tod den Sommer über für mehrere Wochen in Elbigenalp aufhalten

Herzog Leopold von Anhalt lässt an der Breitenwanger Kirche eine Gedenktafel anbringen, um seinen Ahnen Kaiser Lothar II. zu ehren

Am 28. Dezember des Jahres geht eine Lawine auf Pfafflar nieder und zerstört dabei ein Wohnhaus und zwei Futterstädel samt Heu



1869keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 4. Mai findet in Breitenwang ein Erinnerungsfest zu Ehren Kaiser Lothars statt. Am Kirchenportal wird dafür eine von Kaiser Franz Josef I. gestiftete und im Beisein des Statthalters Freiherr von Lasser enthüllte Gedenktafel angebracht



1871keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Schwabenkinder die im Badischen und im südlichen Württemberg verdingt und recht nahe an den Kriegsschauplätzen des deutsch-französischen Krieges untergebracht waren berichteten, dass sie deutlich das donnern der Kanonen vernommen und auch gesehen hatten wie etliche Soldaten in die Lazarette getragen wurden. Auch wurden vereinzelt Krankheitsfälle die die Hütkinder mit nach Hause brachten diesem Umstand zugeschrieben, da vor allem in Baden einige Seuchenherde zu finden waren

Mitte Februar grassieren die Blattern in der Aschau und nur all zu oft werden auch Todesfälle gemeldet. Die Schulen werden geschlossen und an der Lechbrücke ein Wache aufgestellt, die niemanden passieren lässt. Die bevorstehenden Faschingsunterhaltungen werden abgesagt

Mitte Juli gehen heftige Gewitter nieder und lassen den Lech ansteigen. Bei Martinau sind die Bewohner damit beschäftigt, die Wasser abzuwehren, als die 21jährige Anna Mayr von den Fluten erfasst und fortgerissen wird. Man wird sie später als Leiche finden

Am 22. Oktober geht der Bauer Georg Koch von Berwang mit seinen beiden Söhnen (10 und 12 Jahre alt) auf den Berg um das Heu zu holen. An einer gefährlichen Stelle rutscht er aus und stürzt mehrmals aufschlagend über eine Felswand ab und bleibt unterhalb tot liegen

In Österreich-Ungarn wird das metrische System per Gesetz eingeführt



1901keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Im Januar wird in Lechaschau erstmals eine Hundesteuer ("Hundetaxe") eingehoben

"...am 19. März nachmittags von 12 bis 3 Uhr hat in der Gemeinde Bichlbach und deren Fraktionen Wengle und Aue ein heftiger Sturmwind in den Wäldern wie auch an Gebäuden großen Schaden angerichtet. Gleichzeitig wüthete der Sturm auch in Kleinstockach, [...] wo das Kirchthurmdach abgedeckt und in den Bach geschleudert wurde..."

Das Elektrizitätswerk Reutte wird gegründet und es wird sogleich mit dem Bau des Kraftwerkes am Plansee begonnen. Die einstmals mächtigen Stuibenfälle werden dadurch aber zu einem großen Teil ihrer eindrucksvollen Kraft beraubt

In Tannheim wird am 4. April um 11 Uhr nachts ein Brand im Haus des Landwirts Alfons Kleiner bemerkt. Zwei Stunden später liegt das Haus in Schutt und Asche, die in der Nähe befindlichen Gebäude konnten aber von den Feuerwehren des Tales gerettet werden

Am Schwarzenberg bei Pinswang kommt es am 24. April durch Unvorsichtigkeit zu einem Waldbrand. Eine Fläche von etwa 4 Hektar wird dabei eingeäschert

Am 18. Juli wird die Sägemühle in Biberwier durch einen Brand zerstört

Die Coburger Hütte, unweit des Sebensees in den Mieminger Bergen, wird erbaut. Die Einweihungsfeierlichkeiten werden am 6. August begangen

Durch andauernden Regen kommt es Anfang August unter anderem in Stanzach zu Überschwemmungen und der Dorfplatz steht dabei 1 Meter unter Wasser. In Nesselwängle richtet der Hansjörgenbach Sachschäden an. In Wängle werden zahlreiche Felder durch abgegangene Muren verwüstet, in Rieden eine Brücke und in Weißenbach gar zwei Häuser fort gerissen. Des Weiteren wird von zahlreichen weiteren beschädigten Brücken und Straßen berichtet

Als erste Außerferner Gemeinde erhält Jungholz ihren Anschluss an das elektrische Stromnetz

Der Alpengasthof Ammerwald wird durch einen Brand zerstört

Im Tannheimer Tal werden die ersten Stimmen laut, welche eine Neutrassierung der Straße über den Gaichtpass verlangen. Die alte Straße weist Steigungen von bis zu 30% auf und ist somit für die gestiegenen Anforderungen nicht mehr zeitgemäß. Bis zum tatsächlichen Baubeginn der Strecke werden aber noch acht Jahre vergehen

Am 8. Oktober kommt es zu einem Brandereignis durch einen defekten Kamin, in Lechaschau fallen diesem zwei Bauernhöfe zum Opfer



1918keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Der Betrieb der Baumwollspinnerei und Baumwollweberei wird an die Kleinmünchner Baumwollspinnereien verkauft.

Im März kommt es in Reutte zu sogenannten 'Mehlunruhen'. Frauen, welche nicht mehr wissen womit sie noch etwas kochen sollen, drohen das Versorgungslager zu stürmen

Ärgste Not herrscht ab April vor allem im Außerfern, Mütter ziehen inzwischen zu sogenannten 'Hamsterfahrten' aus um die hungernden Kinder mit erbettelten Lebensmitteln zu versorgen. Eine Mutter aus Breitenwang soll bei solch einer Sammelfahrt bis nach Memmingen gekommen sein. Mit voll gepacktem Rucksack wanderte sie die rund 120 Kilometer wieder zurück in ihren Heimatort

Im Mai reist der Bürgermeister von Füssen nach Berlin in das Auswärtige Amt, um dort bezüglich der Zusammenlegung der Bezirke Reutte und Füssen vorzusprechen

Viele der Alpen des Außerferns können nicht mehr bestoßen (beweidet) werden, da sämtliches Alppersonal im Kriegsdienst steht

Am 19. Juli zieht ein Hagelunwetter über den nördlichen Teil des Außerferns hinweg und zerstört große Mengen an Feldfrüchten und führt auch sonst zu erheblichen Sachschäden wie etwa an Fenstern, etc.

Generell ist der Sommer zu kühl und zu feucht, was einen Misswachs auf den Feldern und damit eine Anspannung der ohnehin schon katastrophalen Versorgungssituation nach sich zieht

Im Juli bricht die Versorgung mit Mehl schließlich vollends zusammen, die Getreide- und Mehllager bleiben leer

In Reutte wird eine Volksversammlung abgehalten, in welcher die Entscheidung zum Verbleib des Außerferns bei Tirol beschlossen wurde. Als Gegenoption stand die Angliederung an Bayern zur Diskussion.
Von den Gemeindevertretern wurde dieses Vorhaben aber einstimmig abgelehnt, da der Vizebürgermeister Bauer die Anwesenden von einem angeblichen Projekt der Stadt Füssen unterrichtete, bei dem die ganze Grenzgegend bis hinauf nach Reutte in einen Stausee verwandelt werden solle um sich dort die Wasserkraft zunutze zu machen

Ende August kommt es auf Grund von Hunger und Elend vermehrt zu Einbruch und Diebstahl. Von den Gemeinden werden sogenannte Flurwächter abgestellt

Von Ende Oktober bis Mitte November sucht eine Grippeepidemie ('Spanische Grippe') den Bezirk heim und löscht mindestens 15 Leben aus (tirolweit sind es etwa 1500 Tote)

Am 29. Oktober werden bei Mittenwald durch übereifriges Militär die Eisenbahnschienen zerstört. In Reutte bricht Panik aus, da damit die Hilfsgüter nicht geliefert werden können und die Versorgungslage erneut zusammenbricht

Vom 7. bis zum 10. November kommt es in Reutte zu einer Besatzung durch bayerisches Militär

Am 24. November wird im Reuttener Gasthof 'Hirschen' eine Volksversammlung abgehalten, welche die Angliederung des Bezirks Reutte an Füssen vorantreiben soll. Die Befürworter sind dabei weit in der Überzahl

Die ersten Kriegsheimkehrer kommen Anfang Dezember zurück in ihre Heimat, wo sich ihnen ein trauriges Bild darbietet. Die Höfe sind herunter gekommen, Teile des Viehs verkauft und die Speisekammern leer. Nach wenigen Tagen schließen sie sich zusammen und fordern die sofortige Ausbezahlung der von der Regierung zugesicherten Unterhaltszahlungen. Ansonsten müssten als Mittel der Notwehr erneut zur Waffe greifen.
Um die Not zu lindern, fordern sie überdies die Freigabe des Wildbestandes aus den umliegenden Wäldern. Bei übermäßiger Schlachtung der eigenen Viehbestände würde nämlich der Landbevölkerung die weitere Lebens- und Erwerbsgrundlage endgültig entzogen

Ende des Jahres schickt die Schweiz erste Lebensmittel-Hilfslieferungen



1919keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am Beginn des Jahres begibt sich eine Abordnung nach Italien um die Kriegsgefangenenlager aufzusuchen. Mit dabei sind Versorgungspakete und Spenden für die Inhaftierten

Am 16. März kommt es zu Massenkundgebungen in ganz Tirol. Dabei trifft sich der größte Teil der Bevölkerung um "einmütig gegen die Lostrennung unserer deutschen Brüder im Süden [(Südtirol) uns zu verwahren] [...] Wir wollen nicht rechtlos und ungehört vergewaltigt werden. Wir wollen das Selbstbestimmungsrecht, das man uns versprochen hat, als wir die Waffen niederlegten..."

In Reutte wird am 1. Juni der 10jährige Rudolf Wagner von einem Auto überfahren und getötet - die am Kirchplatz stehenden Passanten nehmen dem Fahrer des Wagens gegenüber eine drohende Haltung ein

Im Neuwald wird die Kuhklause für die Holztrift errichtet

Am 23. November wird in Reutte ein Fest für die Heimkehrer veranstaltet. Mit dabei sind insgesamt 433 Teilnehmer aus den Orten Reutte, Breitenwang, Pflach und Ehenbichl



1923keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Ganz Europa befindet sich in einer Wirtschafts- als auch Versorgungskrise

In der Kleinmünchner Baumwollspinnerei bricht am 2. März ein Feuer aus und zerstört dabei eine große Menge an Rohbaumwolle sowie Teile des Gebäudes. Zunächst wird von einer Selbstentzündung ausgegangen, tatsächlich hatte ein Jugendlicher aus Leichtsinn im Zuge einer Mutprobe ein Streichholz entzündet und in Richtung des Baumwollstockes geworfen. Der daraus folgende Brand verursachte einen Schaden von 440 Millionen Kronen und gefährdete die bei den Brandereignis anwesenden Personen schwer

Bei Heiterwang wird am 11. Juli der aus Ehrwald stammende Bahnbedienstete Adalbert Hohenegg - welcher mit dem Anstreichen der Leitungsmaste der Mittenwaldbahn beschäftigt ist - vom Strom getötet

Am 15. August geht ein von der Imster Ochsenalpe kommendes Hochwetter über Namlos nieder, ein solches "Namlos schon seit Menschengedenken nicht mehr erlebt hat. Haushohe Wellen stürmten daher und im Augenblicke war die Brücke verschwunden, vom Wildbach fortgerissen. Alle Einwohner waren auf den Beinen um abzuwehren und Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Bäume wurden gefällt, um das Ausbrechen des wilden Gewässers zu verhindern"

Am 16. August stürzt die Brücke bei Stockach während der Nachtstunden ein, noch am Tag zuvor herrschte auf ihr ein lebhaftes Treiben und mehrere Fahrzeuge sind über die Holzbrücke gefahren

Die Gimpelalpe wird neu errichtet

In Reutte besteht die Glockengießerei Adler & Hahn

Gegen Ende des Jahres wird bei Häselgehr an der Lechregulierung gearbeitet



1928keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In den letzten Jännertagen kommt es durch eine Gerichtskommission zu Hausdurchsuchungen mehrerer hochrangiger Persönlichkeiten des Bezirks. In der Strafsache gegen Dr. Hermann Stern (Präsident der Zugspitzbahn), Franz Schretter (Altbürgermeister) und Hildebert Knittel wird der Vorwurf der Veruntreuung und des Betrugs erhoben. Schretter und Knittel werden in Haft genommen

Am 11. und 12. Februar finden in und um Reutte die Tiroler und Vorarlberger Ski-Meisterschaften statt, welche jedoch von Zwistigkeiten der verschiedenen Vereine und Läufer untereinander überschattet werden

Am 15. Februar entstand um 18 Uhr abends durch Kurzschluss im Südflügel der Fabriksanlage der Tiroler Oelwerke GmbH in Reutte ein Brand. Der Südflügel ist dadurch ausgebrannt, die Feuerwehren können aber ein Übergreifen auf die anderen Trakte verhindern

Am 8. März ereignet sich in Bichlbach eine Brandkatastrophe, welcher mehrere Gebäude zum Opfer fallen

In Biberwier legt am 15. April ein junger Mann aus Rache ein Feuer an einer Holzlege. Die Flammen greifen rasch um sich und zerstören den halben Ort

Ein schwerer Sturm fegt am 29. April über das Obere Lechtal hinweg, entwurzelt zahlreiche Bäume und beschädigit einige Dächer von Stadeln und Häusern

Bei Stockach wird zu Pfingsten das Naturfreundehaus "Klause" am Ausgang des Sulztals feierlich eingeweiht

lechtalhaus klause bach stockach sulztal
das Lechtalhaus bei Stockach

unwetter schäden mühl metallwerk plansee
schwere Wetterschäden in Mühl bei Reutte
Schwere Unwetter führen vom 15. bis zum 18. Juli in den Aschauer Bergen zu Murabgängen, welche große Mengen Schlamm und Geschiebe über die Wängler Felder verteilen. Der Leinbach kann nur mit Mühe am Austritt gehindert werden.
Auch die Ammerwald-Straße wird bei den Unwettern schwer beschädigt

Am 27. Juli brennt das nahe des "Hotel Seespitze" gelegene "Touristen-Einkehrhaus" vollständig nieder

In Unterpinswang brennt das Anwesen des Martin Immler bis auf die Grundmauern ab

Anfang August gehen Wilderer im Bereich des Oberen Lechtals um. Der Jagdherr will diese stellen, woraufhin ein Schusswechsel passiert und einer der beiden Wilddiebe offenbar getroffen wird. Am Tag darauf werden die beiden Wilderer im Bockbachtal durch die Gendarmerie angehalten und verhaftet

Das ehemalige Bad Kreckelmoos wird formell in ein Allgemeines Krankenhaus umgewandelt

Die Münchner Alpenvereinssektion 'Isartal' kann die etwa ein Jahr währenden Bauarbeiten an der Lorea-Hütte abschließen, am 2. September findet die Einweihungsfeier statt

Am 12. November wird in Tannheim die neue Sennerei eröffnet

Ein Straßenprojekt sieht die Erbauung einer Autostraße von Ehrwald durch das Gaistal über die Pestkapelle und die Tillfußalm nach Leutasch vor



1932keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Der Jahreswechsel zeigt sich von der kalten Seite. In Tannheim wird der Rekordwert von -30°C gemessen

Der beliebte Gasthof 'Zur Alpenrose' in Rehbach bei Schattwald brennt am 13. Jänner komplett nieder

Am 26. Januar ereignet sich ein folgenschwerer Unfall bei den Arbeiten an der Lechregulierung. Drei Arbeiter wollen eine die Arbeit behindernde Eisscholle mit Dynamitpatronen weg sprengen. Unschlüssig, ob die Patrone wirklich brennt, hält einer diese prüfend in der Hand, als sie explodiert. Jenem der die Patrone in der Hand gehalten hatte, wurde der Arm abgerissen, der Danebenstehende verlor zum größten Teil sein Augenlicht und der Dritte zog sich schwere Verletzungen an der Brust und am Oberschenkel zu

Am 6. Juli überfliegt das Luftschiff 'Graf Zeppelin' das Tannheimer Tal und bringt dessen Bewohner zum Staunen

Am 1. Oktober erhält die St.-Wolfgang-Kirche in Schattwald vier neue Glocken. Im Innern der Kirche geht der akademische Maler Ludwig Sturm aus Innsbruck daran die Kirche neu auszumalen

Das Außerfern befindet sich in einer Krise, es wird sogar von einem Katastrophenjahr gesprochen. Der Fremdenverkehr war mehr oder weniger komplett ausgefallen und es herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit im Bezirk. Auch die stets florierende Holzindustrie war zur Gänze niedergegangen und der Handel kämpft mit dem Preisverfall

Im Zementwerk Schretter & Co in Vils ereignet sich am 15. November ein schweres Explosionsunglück. Während sich fünf Menschen auf der Kuppel eines etwa neun Meter hohen Zementofens befinden, kommt es in dem Ofen zu einer Gasexplosion. Die oben auf der Kuppel befindlichen Personen erleiden schwere Verbrennungen, da durch Luken in der Kuppel nicht nur Feuer sondern auch glühendes Brenngut mit großer Wucht ausgestoßen wird. Selbst mehrere Meter darüber kommt es zu einem Brand an dem Dachstuhl. In den darauf folgenden Tagen versterben zwei der fünf Schwerverletzten (Betriebs-Mitinhaber Ing. Robert Fischer und der Arbeiter Pius Probst)



1938keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
Am 25. Januar sind wie in ganz Mitteleuropa Polarlichter am Himmel zu sehen

Um den 28. Jänner fegt ein schwerer Sturm über das Ober- und Ostallgäu hinweg. Auch im Außerfern werden einige Sturmschäden gemeldet

Am 17. Februar gehen schwere Schneefälle über dem Außerfern nieder. Das Tannheimer Tal ist für mehrere Tage nicht erreichbar

Die Fiderepasshütte wird errichtet, trägt zunächst aber den Namen 'Hermann-Schertl-Haus'

Am 13. März wird Österreich an das Deutsche Reich angeschlossen

Mitte Juni gehen starke Unwetter über dem Außerfern nieder. Das Lechtal ist für einige Tage nicht erreichbar, wird dann aber mit Hilfe einer Notbrücke wieder für den Verkehr zugänglich gemacht. Das Schwarzwassertal bleibt hingegen für längere Zeit von der Umwelt abgeschnitten. Etwa 600 Stück Rinder und mehr als 1000 Schafe sind von der Hochwasserkatastrophe betroffen

Das Schulhaus von Kaisers wird am 22. Juni von einem Blitz getroffen, woraufhin das Gebäude Feuer fängt und schließlich gänzlich vernichtet wird

Die Straße von Reutte durch das Lechtal bis nach Steeg wird entstaubt (geteert?)

Am 9. September stürzen Gustav Lechleitner und Josef Böhm bei einer Bergtour auf den Großen Wilden ab - sie werden zwei Tage später im Zuge einer schwierigen Bergung als Leichen ins Tal geholt



1945keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
Am 22. Februar wird Reutte von den Amerikanern bombardiert. Acht Opfer (Lutz Gabriele (52), Ölschlägl Anna (50), Schütz Dagmar (4), Schütz Sylvia (2 Monate), Schmittner Klaus (2), Stranz Arthur (5), ?) unter der Zivilbevölkerung sind zu beklagen. Das eigentliche Ziel, der Bahnhof, bleibt jedoch unbeschädigt

In Vils werden am 27. Februar 5 und in Tannheim 2 feindliche Piloten gefangen genommen. Ihre Maschinen stürzten bei Füssen (?) und Weißenbach ab

Ein einzelner amerikanischer Jäger startet am 20. April einen Angriff auf die Tiroler Zugspitzbahn

Am 28. April überschreiten amerikanische Soldaten die Grenze bei Vils

Am 29. April sprengen deutsche Truppen die Lechaschauer Brücke und die Gemstobelbrücke am Gaichtpass. Bei Grän wird ein erbitterter Kampf um das Engetal geführt. Die Amerikaner schießen den Ort Grän in Brand, woraufhin 15 Häuser den Flammen zum Opfer fallen. 26 Menschen finden den Tod und 5 kommen mit schweren Verletzungen davon
siehe auch: Grän 1945 - Das Ende kam mit Schrecken

In der Nacht auf den 30. April fällt auch Schattwald unter Granatfeuer

Am 1. Mai besetzen die Amerikaner die Fernpasshöhe

Am 2. Mai bricht um 16:45 Uhr der nationalsozialistische Widerstand im Außerfern zusammen

Am 3. Mai tritt der deutsche Raketenforscher Wernher von Braun und sein Team in Reutte zu den Amerikanern über

Im Gemeindegebiet von Vils zerschellt am 16. Juli - also bereits nach Kriegsende - eine amerikanische Fracht- oder Sanitätsmaschine (?) an einer Felswand. Alle sieben Besatzungsmitglieder finden den Tod, die Maschine (B-17 Flying Fortress) brennt teilweise aus. Die Absturzursache ist nicht bekannt (siehe dazu das Thema "der zweite Weltkrieg im Außerfern")

Eine Feuersbrunst zerstört fünf Häuser und die Kirche von Vorderhornbach

Der Nachkriegswinter kommt mit einer extremen Kälte über das Außerfern

Reutte wird kirchlich von Breitenwang losgelöst



1965keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up collections_bookmark
In Breitenwang finden die österreichischen Meisterschaften im nordischen Stil statt

Eine Lawine am Zugspitzplatt reißt am 15. Mai 10 Menschen mit in den Tod

Am 8. Juni gehen Regenniederschlagsmengen von bis zu 175 mm über dem Unteren Lechtal nieder. Am Sababach in Musau gibt es kleinere Vermurungen



1994keyboard_arrow_down keyboard_arrow_up
In Breitenwang werden die nordischen Junioren-Weltmeisterschaften ausgetragen

Große Borkenkäferplage in den Wäldern mit großen Sturmschäden von 1990 (Schattwald, Tannheim, Grän)