Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Was war los im Außerfern im Jahr 1930



In Tannheim führt die Vils am 14. und 15. Mai Hochwasser und tritt über die Ufer. Viele Felder und Wiesen werden mit Geröll und Geschiebe verlegt und auch die Straße ist zeitweise unpassierbar. Bei Wängle droht der Leinbach schwere Vermurungen und Schäden durch den Übertritt des Baches davon zu tragen. Zahlreiche Helfer aus den umliegenden Gemeinden können jedoch das Schlimmste verhindern

Am 6. Juli gibt es in Tannheim am Kienzerlebach größere Hochwasserschäden. In Musau führt der Sababach Hochwasser

Ein Skelettfund bei Mitteregg beschäftigt die Ermittler im August. Eine zunächst unbekannte Person, man vermutete einen sächsischen Wanderarbeiter, wird etwa ein Jahr zuvor durch einen Kopfschuss getötet und seine Leiche einen Abhang hinunter gerollt

Zeitungsartikel Erdbeben Namlos 8. Oktober 1930
Meldung im Tagblatt vom 15. Oktober 1930
Im Lechtal geht am 20. Juli die erste Lastenseilbahn des Tales in Betrieb - sie führt auf die neuerbaute Stablalm bei Elmen

Das Luftschiff 'Graf Zeppelin' überfliegt am 10. September das Tannheimer Tal

Die Nebelhornbahn wird nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht

Am 8. Oktober ereignet sich ein Erdbeben der Stärke 5,3 nach der Richter-Skala. Das Epizentrum liegt bei Namlos. Beinahe alle Häuser des Ortes werden beschädigt (siehe Zeitungsausschnitt rechts).
Vermutlich als Folgeerscheinung des Bebens stürzte, als die Gläubigen aus der Tannheimer Pfarrkirche zur Erntedankprozession ausgezogen waren, die über 60 Zentner schwere Glocke vom Glockenstuhl herab. Verletzt wurde jedoch niemand.
Bei Vils wird durch das Beben der bereits halb verfallene Bergfried von Vilsegg schwer beschädigt und ein gewaltiger Riss klafft in dem Mauerwerk. Ein Unwetter im September 1939 wird schließlich das Zünglein an der Waage sein und Teile des ehemaligen Wohnturms einstürzen lassen

Gramais kommt in den Genuss von elektrischem Strom


collections_bookmark  Detailinformationen und weitere Ereignisse des Jahres 1930

Am 14. März 1930 gegen 16 Uhr 30 Minuten fiel der Schulknabe Ernst Kerle, 6 Jahre alt, Sohn des Bauern und Sägebesitzers Fidelis Kerle aus Rieden, Gemeinde Ehenbichl, auf dem Heimweg von der Schule in Weißenbach beim Gehen über den Riedensteg in den Lech. Der Knabe stieg auf das Geländer des Steges. Dabei brach die Stange, auf der er stand und der Knabe stürzte zirka 5 Meter tief in den Fluß. Die Leiche konnte erst zirka 300 Meter flußabwärts geborgen werden. Der Arzt stellte Ertrinkungstod fest.
Tiroler Anzeiger vom 18. März 1930

Biberwier wird als "Schachdorf" bezeichnet. Vor allem der hiesige Pfarrer Fink ist in Schachkreisen bekannt

Pilot Scheibe startete bei Föhnwind mit dem Ziel über das Marienbergjoch. Nach 80 Meter schon kam die Maschine in eine Fallböe; sie wurde um die Achse gedreht und nur durch die Geschicklichkeit des Piloten gelang es, die Maschine zu Boden zu bringen. Dem Piloten ist nichts passiert, jedoch ist der Rumpf des Flugzeuges schwer beschädigt worden. Die Maschine wird von der Fliegerschule Lermoos wieder instand gesetzt.



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