Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


Was war los im Außerfern im Jahr 1928



Am 15. Februar entstand um 18 Uhr abends durch Kurzschluss im Südflügel der Fabriksanlage der Tiroler Oelwerke GmbH in Reutte ein Brand. Der Südflügel ist dadurch ausgebrannt, die Feuerwehren können aber ein Übergreifen auf die anderen Trakte verhindern

Am 8. März ereignet sich in Bichlbach eine Brandkatastrophe, welcher mehrere Gebäude zum Opfer fallen

In Biberwier legt am 15. April ein junger Mann aus Rache ein Feuer an einer Holzlege. Die Flammen greifen rasch um sich und zerstören den halben Ort

Ein schwerer Sturm fegt am 29. April über das Obere Lechtal hinweg, entwurzelt zahlreiche Bäume und beschädigit einige Dächer von Stadeln und Häusern

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das Lechtalhaus bei Stockach
Bei Stockach wird zu Pfingsten das Naturfreundehaus "Klause" am Ausgang des Sulztals feierlich eingeweiht

Schwere Unwetter führen vom 15. bis zum 18. Juli in den Aschauer Bergen zu Murabgängen, welche große Mengen Schlamm und Geschiebe über die Wängler Felder verteilen. Der Leinbach kann nur mit Mühe am Austritt gehindert werden

In Unterpinswang brennt das Anwesen des Martin Immler bis auf die Grundmauern ab

Anfang August gehen Wilderer im Bereich des Oberen Lechtals um. Der Jagdherr will diese stellen, woraufhin ein Schusswechsel passiert und einer der beiden Wilddiebe offenbar getroffen wird. Am Tag darauf werden die beiden Wilderer im Bockbachtal durch die Gendarmerie angehalten und verhaftet

Das ehemalige Bad Kreckelmoos wird formell in ein Allgemeines Krankenhaus umgewandelt

Am 12. November wird in Tannheim die neue Sennerei eröffnet


collections_bookmark  Detailinformationen und weitere Ereignisse des Jahres 1928

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Innsbrucker Nachrichten vom 11. April 1928

Im Lechtal bekunden mehrere Besitzer kleiner Bauerngüter die Absicht ihr Anwesen zu verkaufen und sich in Oberösterreich anzusiedeln. Ohne nennenswerten Nebenverdienst können diese in dem Tal nicht mehr existieren und so steigt die Entsiedelungsgefahr immer weiter an



"Großfeuer in Biberwier"



Neun Objekte eingeäschert — 12 Familien obdachlos — Brandlegung als Racheakt

In der Nacht vom Samstag aus Sonntag ist ein großer Teil der Ortschaft Biberwier an der Fernpaßstraße einem Brand zum Opfer gefallen. Gegen 2 Uhr nachts brach in einer Holzlege hinter dem Hause des Philipp Sonnweber Feuer aus, das durch den herrschenden, ziemlich starken Wind angefacht, sofort auf das Wohnhaus Sonnwebers und auf die benachbarten, meist mit Schindeln gedeckten Bauernhäuser, die bekanntlich knapp zu beiden Seiten der Fernpaßstraße eng aneinandergeschmiegt stehen, übergriff.

In kürzester Zeit standen neun Häuser samt Oekonomiegebäuden in hellen Flammen, das Feuer griff so rasch um sich, daß die Bewohner fast nichts als das nackte Leben retten konnten. Fast alle Einrichtungsgegenstände und Fahrnisse sind dem Brand zum Opfer gefallen. Glücklicherweise gelang es, den größten Teil des Viehstandes zu retten. Nur ein Pferd und zwei Schafe sind verbrannt.

Eingeäschert wurden die Häuser von Nr. 27 bis einschließlich Nr. 35. ES wohnten meist zwei Familien in einem Hans. Obdachlos wurden durch den Brand folgende Familien: Postmeister i. P. Luttinger, Bauer Robert Wörtz, Zimmermeister Johann Georg Fässer, Bauer Jakob Wörtz, Schuhmachermeister Rauth, Malermeister Valentin, dessen Bruder Johann Valentin, Bauer Ernst Sterzinger. Philipp Sonnweber, Sebastian Schönach, Anton Fässer und Fritz Sterzinger.

An der Bekämpfung des Brandes arbeiteten nach allen Kräften zunächst die Ortsfeuerwehr Biberwier und die Freiwilligen Feuerwehren der Umgebung, vor allem von Lermoos, Lähn, Ehrwald, Imst, Naßereith, Garmisch. Die teilweise auch mit ihren Motorspritzen anrückten und in aufopferungsvoller Tätigkeit wenigstens das Weitergreifen des Brandes verhinderten.

Sehr verdient hat sich auch um die Aufrechterhaltung der Ordnung und um die Mithilfe an der Löschaktion die Gendarmerie von Lermoos, Ehrwald und Reutte gemacht, insbesondere als der Brand auch auf den an die Straße angrenzenden Wald übergriff, der schon auf ziemlich große Strecken in Flammen stand. Erst gegen 6 Uhr früh konnte das Feuer als lokalisiert betrachtet werden.

Brandlegung

Mit größter Wahrscheinlichkeit ist der Brand auf ein Verbrechen zurückzuführen. Man beobachtete einen zwanzigjährigen Burschen aus Biberwier, der sich kurz vor Brandausbruch in verdächtiger Weise an den Holzvorräten hinter dem Haus des Philipp Sonnweber zu schaffen machte. Die Gendarmerie hat noch in der Brandnacht den Verdächtigen festgenommen. Man vermutet, daß die Brandlegung auf einen Racheakt zurückzuführen ist, da der Bursche in einen Familienprozeß verwickelt war, in dessen Verlauf er gegen einige Dorfbewohner gehässige Gefühle äußerte.

Der Schaden

Durch den Brand ist den obdachlos gewordenen Familien, die nur mäßig versichert sind, ein bedeutender Schaden entstanden, besonders weil so gut wie nichts gerettet werden konnte. Der Schaden wird auf ungefähr 300.000 S geschätzt.

Innsbrucker Nachrichten vom 16. April 1928

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