Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


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Was war los im Außerfern im Jahr 1925



Anfang Februar ereignen sich mehrere Lawinenabgänge im Bezirk: Bei Lechleiten sterben dabei zwei Skifahrer (Prof. Dr. Fritz Bergmann und Bernhard Lorenz), bei Schattwald wird der Kaufmannssohn Josef Buettner aus Aschaffenburg von einer Lawinen im Bereich des Ponten (Güntle) verschüttet und getötet

Im Gasthof schwarzer Adler in Ehrwald entbrennt ein Streit. Der unbeteiligte Jäger Martin Hohenegg wird von einem der Streitenden durch Messerstiche derart verletzt, dass er kurze Zeit später durch den Blutverlust verstarb. Die herbeigerufenen Gendarmen von Lermoos fanden den Mordverdächtigen schließlich in einem Stall und nahmen diesen fest

Ein Sturm legt am 14. und 15 Februar im Außerfern an die 40000 Festmeter Holz um. In Lechleiten (Steeg) wird von der Kapelle der ganze Dachstuhl samt Turm und ein Teil der Mauer durch den Wind weggerissen. In Reutte kam es zur Beschädigung mehrerer Hausdächer, bei Lechaschau wird durch eine Sturmböe gar der voll eingedeckte Dachstuhl eines Neubaus angehoben, welcher neben dem Haus in die Wiese stürzt. Zwischen Weißhaus und der Ulrichsbrücke wird die Straße von mehreren umgestürzten Bäumen verlegt. Auch in Lermoos werden mehrere Dächer abgedeckt, in Wengle bei Bichlbach das gesamte Dach des Bahnpartieführers Schennach heruntergerissen, in Bichlbach das Dach der Kirche, sowie des Widums beschädigt.
In Elmen werden zahlreiche Häuser beschädigt und mehrere Städel förmlich vom Sturmwind zerlegt. Im Tannheimer Tal kommt es ebenfalls zu zahlreichen Schäden

In Ehrwald tritt ein Feuer aus, welches drei Gebäude einäschert und ein viertes zumindest den Dachstuhl kostet. Der Sturm hatte das Feuer zwar zusätzlich genährt, die Windrichtung trieb das Feuer aber in die entgegengesetzte Richtung weiterer, gefährdeter Bauten

Mitte März kommt es zur Schließung der Glockengießerei Adler & Hahn in Reutte, da die Betriebsführung nicht im Besitz einer gültigen Konzession ist

Am 27. April wird mit den Umbauarbeiten des vormaligen Heilbades Kreckelmoos zum Krankenhaus begonnen

Josef Fritz sen. und sein Sohn Josef Fritz jun. legen den Grundstein für das Unternehmen 'Holzindustrie Fritz' in Reutte

Im Mai ersteigert die Gemeinde Tannheim den Vilsalp- als auch den Traualpsee

Die Zollstraße Schattwald - Unterjoch wird aufgelassen. Speziell für die Bewohner von Jungholz fällt damit die direkte Zufahrt zum österreichischen Mutterland weg

Sägewerkbesitzer Max Guem aus Nesselwängle, als er eine Fuhre Bretter zur Möbeltischlerei Frick in Hinterbichl lieferte, beim Lech-Aschauer Steinbruch infolge Ausrutschens unter das Fuhrwerk. Der schwer beladene Wagen ging über ihn hinweg, so daß er sofort eine Leiche war
Innsbrucker Nachrichten vom 25. Mai 1925

Am 22. Mai geht ein Gewitter mit starkem Hagel über dem Tannheimer Tal nieder. Die Anpflanzungen in den Gärten werden dabei völlig zerstört und auch für die kommende Heuernte wird mit Einbußen gerechnet, da die Felder 'wie gewalzt' aussehen

Mitte Juni richtet ein Waldbrand in den Südhängen der Gehrenspitze einen geringfügigen Schaden an, den die Feuerwehr Lechaschau aber rasch unter Kontrolle bringen kann. Ausgelöst wurde er vermutlich von unvorsichtigen Touristen

Am 19. Juli wird der Abschluss der Arbeiten des neuen Zubaus der Memminger Hütte mit einer Bergmesse gefeiert

Beim Hotel Hirsch in Reutte wird die erste Benzin-Zapfsäule des Bezirks in Betrieb genommen

Die Simmshütte wird am 1. August ihrer neuen Besitzerin übergeben. Die Sektion Stuttgart erwarb die Hütte von der Sektion Holzgau und baute sie umfassend aus

Über Einladung des Dr. Hermann Stern weilt am 29. August der Handelsminister Dr. Schürff im Außerfern

Mitte September wird aus Tannheim berichtet, dass ein Schulmädchen mit den freihängenden Zöpfen in die Milchzentrifuge geriet und dabei an einer Kopfhälfte sämtliche Haare ausgerissen wurden

Am 29. September brennt das Gasthaus am Vilsalpsee nieder. Der Jagdpächter hatte auch ein paar Räume in dem Gasthaus gepachtet. Er und seine Gäste bemerkten als erste den Rauch an der Westseite des Hauses, für das Hinausschaffen von Hab und Gut blieb aber keine Zeit mehr. Binnen einer Stunde war der Holzbau bis auf die Grundmauern eingeäschert

Bei einem Lawinenabgang bei Lähn wird am 1. Dezember eine rund 40-köpfige Gruppe beim Heutransport überrascht. Von insgesamt 8 Verschütteten konnten 2 nur noch tot geborgen werden
In Holzgau wird am selben Tag ein Bauer - ebenfalls beim Heuziehen - von einer Lawine mitgerissen und getötet

Am 5. Dezember kommt es abermals beim Heuziehen in Holzgau zu einem Lawinenabgang, bei welchem drei Personen verschüttet werden. Einer kann sich gerade noch retten, indem er sich an eine Latsche klammert, für die anderen beiden - zwei Brüder - endet das Ereignis aber tödlich. Sie werden etwa 8 Stunden später als Leichen ausgeschaufelt

Am 10. Dezember bricht im Haus der Maria Pahle ein Brand aus, welcher das komplette Anwesen einäschert

In der Nacht zum 18. Dezember bricht aufgrund von Unachtsamkeit ein Brand in Steeg aus. Zwei Bauernhäuser (Franz Walch und Johann Hammerle in Dickenau) werden dabei vernichtet, die Feuerwehren von Steeg und Holzgau können gerade noch ein Übergreifen auf zwei weitere Gebäude verhindern

45 Wintersportgäste besuchen zu Weihnachten das Tannheimer Tal

Am 29. Dezember steigt eine Mannschaft der Arbeiter der in Bau befindlichen Zugspitzbahn in Richtung Zugspitz-Gipfel auf, als der 21-jährige Bautechniker Emil Linzer und der gleichaltrige Arbeiter Simon Josef Platzer von einer Lawine erfasst und in die Tiefe mitgerissen werden. Die beiden können nur noch tot geborgen werden





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