Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


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Was war los im Außerfern im Jahr 1924



Ausferner Bote vom 3. Jänner 1924
"Häselgehr. (Dunkle Weihnachten.) Infolge der katastrophalen Schneefälle und durch die Lawinenabgänge im Gramaisertale wurde der Otterbach, der dem Elektrizitätswerk das Wasser liefert, 3 Tage hindurch oft 4-5 Stunden an einem Tage total abgesperrt. Durch die ungeheuren Stauungen des Wassers wurden die Schneemassen in der Gramaiserschlucht in eine Schneesulze verwandelt und brachen damm mit furchtbarer Gewalt nach Häselgehr durch. Dieses Schauspiel der Natur wissen die ältesten Leute nie und sollte es für Erbauer von Kraftanlagen an Wildbächen eine Warnung sein."

Derselbe Schneefall verursachte auch eine Lawine im Gartnertal bei Lermoos. Die gerade erst neu errichteten Hütten und einige Heustadel wurden weggerissen

Bei Weißenbach wird der Lech reguliert

Am 16. März werden die Bewohner von Vils durch die Sturmglocke aus dem Schlaf gerissen. Das Sägewerk des Herrn Triendl Franz steht in Flammen. Trotz der rasch herbeigeeilten Feuerwehr kann die Säge nicht gerettet werden

Mord-Alarm Mitte Juni in Stanzach: Ein 65-jähriger Stanzacher ermordet die 19-jährige Wirtschäfterin Maria Berwanger aus Grießau brutal. Einige Tage später findet man den Mörder in der Nähe von Namlos erhängt auf

Ein Blitzschlag zerstört die etwa 300 Jahre alte Linde in der Nähe der Kirche von Ehrwald

Beim Holztriften stürzt am 25. Juni der 20jährige Adolf Hammerle in den Alperschonbach und ertrinkt

Vom 31. Juli wird berichtet: 'Es gießt unendlicher Regen herab, von den Bergen stürzen die Bäche. Der Lech und seine Zuflüsse schwollen gewaltig an. Ersterer hat bei Holzgau die Brücke weggerissen und bei Grießau die Straße angebrochen. Bei Bach ging eine Mure über die Straße nieder. Eine Menge Holz treibt durchs Tal hinab. Auch der Hornbach hat Brücken weggerissen und das Getöse der Steinmassen, die er talauswärts rollte, übertönte das Rauschen des Regens. Der Rotlech trug eine ertrunkene Kalbin in den Lech hinaus.'

In Elbigenalp wird das Schulhaus saniert

Der Jagdpächter Carl Schwenk aus Ulm lässt die Hängebrücke bei Forchach errichten, um seine Reviere beiderseits des Lechs zu verbinden

Bei Elmen wird am 22. August der von Rieden (Ehenbichl) stammende Postkutscher Schweißgut durch einen Hufschlag so schwer in der Magengegend getroffen, dass er zunächst in das Spital nach Füssen überführt wird. Dort erliegt er jedoch bald seinen schweren Verletzungen

Die DAV-Sektion Regensburg fasst einen Hüttenbau am Roßkarsee bei Gramais ins Auge: "…eine Gruppe der Sektion Regensburg befand sich auf der Suche nach dem Standplatz der geplanten Regensburger Hütte, die an Stelle der von den Welschen geraubten (Geislergruppe) nunmehr im Roßkar (Lechtaler Alpen) errichtet werden soll. Der Standort dürfte die Hütte zur schönstgelegenen der Lechtaler Hütten machen…".
Darüber hinaus soll die Hütte ganzjährig bewirtschaftet werden, um das "herrliche Skigebiet [im Bereich des Roßkares] zu öffnen"

Wegen der grassierenden Maul- und Klauenseuche wird bereits im Juli das gesamte Gebiet um Warth, Gehren und Lechleiten für den Touristenverkehr gesperrt. Auch der Übergang über den Schrofenpass ist verboten

aus: Innsbrucker Nachrichten vom 2. August 1924


Am 1. Oktober wird das neue Geläute (Kirchenglocken) der Firma Graßmayr in Innsbruck eingeweiht

Der Tannheimer Bürgermeister Bernhard errichtet die erste Dampfbäckerei des Bezirkes

In der Vilser Sennerei werden 4 neue Lehrlinge (Lehrsennerei) zugelassen

Die Sektion Stuttgart des D.u.Oe.A.V. lässt die von der Sektion Holzgau in ihren Besitz übernommene Simmshütte am Fuße der Wetterspitze von Grund auf sanieren

Die Fremdenverkehrs-Saison nimmt einen sehr günstigen Verlauf und die Verschönerungsvereine nehmen Fahrt auf

Im November werden in mehreren Häusern von Vils Fälle von Diphterie bekannt. Um eine Ausbreitung zu verhindern wird die Schule geschlossen

In Biberwier ist eine Zündhölzchen-Fabrikation in Betrieb


collections_bookmark  Detailinformationen und weitere Ereignisse des Jahres 1924

Im Mai geht in Biberwier ein Felssturz auf ein landwirtschaftliches Gebäude nieder und zerstört dasselbe völlig, eine darin befindliche Kuh und einiges Geflügel werden dabei getötet. Das übrige Vieh konnte nach drei Stunden erst geborgen werden. Darüber hinaus wurde durch diesen Felssturz auch das nahegelegene, neu erbaute Haus 'Walser' schwer beschädigt

aus: Allgemeiner Tiroler Anzeiger vom 23. Dezember 1924
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