Die Zeitleiste - Außerferner Chronik


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Was war los im Außerfern im Jahr 1911



Salzburger Chronik vom 13. Januar 1911
"Im Kniepaß bei Reutte ist der königlich bayerische Jäger Martin Retter erfroren. Unweit Ehrwald wurde der Bauernbursche Johann Reimer erfroren aufgefunden."

Ein Erdbeben erschreckt am 24. April die Bewohner des oberen Lechtales, Schäden gibt es aber keine

Am 19. Mai treten nach einem Unwetter die Bäche über die Ufer und in vielen Häusern läuft das Wasser in den Keller oder gar die Wohnräume. In Pfafflar und über das Joch hinweg im Salvesental wurden wichtige Wege und Brücken weggerissen. Der Viehtrieb gestaltet sich daher schwierig

Im Umfeld von Ehrwald und den Anrainerorten an der Loisach wird über eine Stauung des Sebensees nachgedacht

Am 1. Juni bricht im Haus des Josef Auffinger auf der Kög ein Brand aus, welcher das Anwesen in kurzer Zeit einäschert

In Schattwald verletzt der Knecht des Frächters Benedikt Zobl Anfang Juni seinen Mitknecht mit einer eisernen Gabel so schwer, dass derselbe verstirbt

In Ehrwald wird im Juni mit dem Bau des Loisach-Viaduktes begonnen

Am 18. Juni wird die neu erbaute Brücke zwischen Stanzach und Vorderhornbach fertiggestellt, später wird man sie "Donnerbrücke" nennen

Das Bergwerk Dirstentritt wird wieder in Betrieb genommen

Anfang Juli wird der erste befahrbare Karrenweg durch das Engetal eröffnet, bis dahin konnte das Tal zwischen Tannheim und dem Gebiet von Pfronten nur auf einem Fußweg durchwandert werden

Am 9. Juli eskaliert ein zwischen Bauarbeitern der neuen Bahnstrecke Griesen-Ehrwald ausgetragener Streit. Ein ungarischer tötet dabei einen kroatischen Arbeiter durch mehrere Messerstiche in Kopf- und Brustbereich

Mitte Juli ereignet sich am Rappenschrofen bei Grän ein kleinräumiger Bergrutsch, welcher jedoch einigen Schaden an Waldflächen und Feldern verursacht

Am 22. Juli brennt in Lechaschau das Doppelhaus der Brüder Köpfle komplett nieder. Als Brandursache wird ein defekter Kamin angenommen

Von der Bergmahd müde, legte sich am 25. Juli das Ehepaar Winkler nach getaner Arbeit auf den steilen Bergwiesen in ihr aufgeschlagenes Schlafzelt. Gegen Mitternacht vernahm die Frau ein Poltern und im nächsten Augenblick durchschlug auch schon ein rund ein Kilogramm schwerer Felsbrocken die Zeltwand. Dabei wurde der noch schlafende Mann unglücklich am Kopf getroffen, sodass er eine klaffende Wunde und ein Loch in der Schädelkalotte behielt

Der Ortsvorsteher von Tannheim, Johann Wöber, erwirbt das Gasthaus 'zum Baum', oder wie es früher hieß 'zum Wilden Mann'. Es ist dies die älteste Gastwirtschaft in Tannheim und soll einst von den Grafen von Montfort erbaut worden sein

Am 20. August wird die Telefonverbindung von Imst nach Reutte in Betrieb genommen

Am 12. September wütet ein Waldbrand im Bereich des Gaichtpasses, die Feuerwehren Höfen, Reutte, Nesselwängle und Weißenbach brachten die Flammen schließlich unter Kontrolle. Die gerade neu errichtete Telefonleitung wurde bei dem Brand ebenfalls zerstört

Der Wegbau zu dem entlegenen Ort Gramais wird abgeschlossen

Am 15. Oktober bricht um halb elf Uhr abends ein Brand im Gasthaus "zur Rose" in Lechaschau aus. Die Flammen greifen schnell auch auf das benachbarte Gebäude des Vinzenz Retter über und beide Anwesen werden zum größten Teil vernichtet

Innsbrucker Nachrichten vom 28. Oktober 1911
"(Bei der Holzarbeit den Tod gefunden.) Aus Reutte schreibt man uns unterm 26. d. M.: Heute um 5 Uhr nachmittags ereignete sich im ärarischen Walde bei Schönbichl, in der Nähe von Vils, ein bedauerlicher Unglücksfall. Es waren dort zwei Partien Holzarbeiter beschäftigt, und zwar eine in ziemlicher Höhe und die zweite etwas tiefer, wobei von oben ein Baumstamm losging und den bei der unteren Partie arbeitenden 50jährigen Ferdinand Sprenger von Lech-Aschau bei Reutte, mitriß und sofort tötete. Dem Verunglückten wurde ein Fuß direkt vom Körper getrennt. Der Fall ist umso bedauerlicher, als Sprenger eine Frau mit sieben Kindern hinterläßt. Ob jemanden ein Verschulden trifft, wird die Untersuchung feststellen, die sofort eingeleitet wurde."

Ein Erdbeben lässt am 16. oder 17. November im ganzen Außerfern Mensch und Tier aufschrecken, Dachplatten fallen von den Dächern und Möbelstücke werden verrückt


collections_bookmark  Detailinformationen und weitere Ereignisse des Jahres 1911

mittenwaldbahn zugspitze zugspitzmassiv ehrwald
Innsbrucker Nachrichten vom 28. Oktober 1911
"...der Bahnbau ist noch im vollen Gange obwohl man jetzt mit Witterungswechsel und kühlen Morgen zu rechnen hat; einige Arbeiter, darunter meistens Kroaten und Mazedonier, ziehen fort, werden aber durch neue, zum Teil Teutsche, ersetzt. Auf der Strecke Reutte—Lermoos sind bereits einige Kunstbauten fertiggestellt, die einen sehr imposanten Eindruck machen, so z. B. die Straßenüberfahrt bei der Klause und die vor Heiterwang beim sogenannten Kerlesbach..."



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