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Schretter Georg

Schretter Georg, Reutte
Geburts-, Wohn-
oder Arbeits- und Wirkungsort

Reutte

Sterbe- bzw. Todesjahr
1924

Unternehmer

Zur Verfügung gestellt via/von Raphaela Rid
Vielen Dank!


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Ausferner Bote vom 7. Februar 1924
"...mit ihm begrub man den Pionier der Industrie, der vielen Hunderten Arbeit gab. Als einfacher Geschäftsmann beginnend, gelang es ihm in zähem Ringen nach und nach eine Industrie zu schaffen, sodaß heute, wenn man von einer Industrie in Ausfern spricht, damit untrennbar der Name Georg Schretter verbunden ist...

...einfach und schlicht wie der Verblichene im Leben war trug man ihn aus seiner lieben Hüttenmühle, die unter seinen Händen die heutige Gestalt annahm, zur letzten Ruhestätte in Breitenwang...



1861 geboren übernahm Georg Schretter als der Sohn des Johann Georg Schretter zusammen mit seinem Stiefbruder Eduard Pacher die damals bescheidene Kaufmannschaft seines Vaters und brachte durch rastlosen Fleiß - am Anfange fuhr er selbst mit einem Hundefuhrwerk im Lechtal zu seinen Kunden - das Geschäft in Reutte zur heutigen Blüte.
Als sein Bruder sich von dem Geschäfte trennte, litt es den jungen, tatenfrohen Mann nicht in den engen Mauern seines Geschäftes, er baute es zu einem den gesteigerten Bedürfnissen des Bezirkes gerecht werdenden Großkaufhaus um und legte entsprechende Lagerräume und Ställe an. 1886 erwarb er mit Ed. Erd die Handschlagziegelei in Vils, die er 1900 zu einer großen Anlage mit modernstem Maschinenbetrieb ausbaute. 1901 erwarb der Servitute auf Kalksteinbrüche und erbaute den Kalkofen. Durch seine Ziegelei in Vils bedingte häufige Anwesenheit dort, entdeckte er die dortigen Zementlager und ging an die Nutzbarmachung dieses hochwichtigen Baumateriales. Im vollen Verständnis für die Tragweite einer derartigen Industrie für das ganze Land, verlegte er seine ganze Kraft auf den dortigen Ausbau. 1908 trug die Drahtseilbahn zum erstenmal seinen Zement vom Berg zur Fabrik und ein Industriegeleise verband diese mit der Bahn, für deren Zustandekommen er sich energisch einsetzte.
Die im Jahre 1913/14 an das Zementwerk angegliederte Eternitfabrik mußte während des Krieges wegen Mangel an kanadischen Asbest leider verkauft werden.

Was Schretter in Vils für Land und Gemeinde schuf, kann nur der Industrielle voll werten. Schretter und Vilser Zement haben im In- und Auslande ihren festen Absatz und guten Namen. Vils dankte seinem Schretter, indem es ihn zum Ehrenbürger machte. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes Ehrenbürger dieser Stadt. 1914 erwarb er von der Gemeinde Musau die Höllmühle und errichte dort eine Faß- und Kistenfabrik, erstere im Jahre 1913. Im selben Jahre kaufte er sein Lieblingsplätzchen, die Hüttenmühle, die mit ihrer ausgebauten Wasserkraft Holzpappe erzeugt. Seinen Lieblingsplan, die Hüttenmühle zu einer großen Papierfabrik auszubauen, vereitelte sein immer schlechter werdendes Halsleiden..."
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