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Schweißgut Franz

Schweißgut Franz, Ehenbichl
Geburts-, Wohn-
oder Arbeits- und Wirkungsort

Ehenbichl

Todesjahr
1951

Metallarbeiter von Rieden

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Kalle - 11.07.2020 - 13:00 Uhr 
"Ein gräßliches Verkehrsunglück ereignete sich am Donnerstag früh bei Ehenbichl. Der 16jährige Sohn Walter des Frächters Breschjak aus Reutte fuhr gegen 5:45 Uhr mit einem LKW in Richtung Ehenbichl, um vom Schotterwerk Beirer in der Tränke Schotter zu holen. Kurz vor dem Steinbruch kam ihm der 25jährige Metallarbeiter Franz Schweißgut aus Rieden auf einem Sachs-Motorrad entgegen. Nach dem Ergebnis der bisherigen Erhebungen streifte der Lastkraftwagen mit dem linken Kotflügel das Motorrad, wodurch Schweißgut die Herrschaft über die Maschine verlor und an die Ecke des Aufbaus des LKW geschleudert wurde. Er erlitt eine sehr schwere Kopfverletzung mit Gehirnaustritt.
Die aus Innsbruck erschienene Gerichtskommission gibt die Schuld am Unfall dem mangelhaften Zustand des Lastkraftwagens. Breschjak, der keinen Führerschein besitzt, fuhr nach dem Unfall zum Schotterwerk Beirer weiter, um dort Schotter aufzuladen, kehrte aber auf dem gleichen Weg sofort wieder zurück, weil er keinen Schotter bekommen hatte. Inzsichen war der Unfall durch den Frächter Grad aus Tannheim, der den Schwerverletzten gefunden hatte, bereits gemeldet worden. Der tödlich verletzte Schweißgut starb bald nach dem Eintreffen der Rettung am Unfallsort.
Breschjak gab erst an, nichts bemerkt zu haben. Später erklärte er bei der Einvernahme, daß Schweißgut den Unfall verschuldet habe, weil er vor dem Zusammenstoß im Fahren an der Maschine etwas gerichtet habe und nur mit einer Hand - daher unsicher - gefahren sei. Die Gendarmerie hat den Wagen sichergestellt und Breschjak festgenommen. Die Familie Schweißgut in Rieden, vorab die Mutter des so tragisch aus einem hoffnungsvollen Leben gerissenen, wird durch das Unglück umso härter getroffen, als erst im vergangenen Jahr der Vater gestorben und der zweite Sohn im Krieg gefallen ist. Ihr gilt die allgemeine Anteilnahme."

Aus: Ausserferner Nachrichten, vom 16. Juni 1951





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