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Ruine Sigmundsburg




ein gotischer Fensterbogen
viel mehr ist von der Sigmundsburg nicht erhalten

sigmundsburg, fernsteinsee, fernpass
stark vereinfachte Umzeichnung nach einem Fresko von etwa 1720
aus: Fearewind 1994-12
Die Sigmundsburg ließ Herzog Sigmund für seine erste Frau Eleonore von Schottland - welche er 1449 geehelicht hatte - errichten. Die Empfänge und Menschenmassen in der Innsbrucker Hofburg missfielen ihr zunehmend, sie schätzte die Stille auf der Burg inmitten des Fernsteinsees. 1463 bot sie, unmittelbar nach ihrer Fertigstellung, gar eine sichere Zuflucht vor einer grassierenden Seuche.

Entstanden war die Burg nach französischen Vorbildern, insbesondere jenen an der Loire gelegenen Schlössern. Sigmund hatte diese auf seinen Reisen selbst erlebt und seine Gattin Eleonore verbrachte ihre Jugendjahre in Frankreich. Die neue Schlossanlage hatte ihr in jedem Fall mehr bedeutet als die Innsbrucker Hofburg, da sie oft monatelang auf der Insel ihre Zeit verbrachte [1].

Nach der Übergabe der Regierungsangelegenheiten an seinen Nachfolger Maximilian I. 1490, dürfte Sigmund häufig auf der Burg anzutreffen gewesen sein. Auch Maximilian nützte nach Sigmunds Tod die Burg als Stützpunkt für seine häufigen Jagdausflüge in das Außerfern. Als aber auch er 1519 verstarb, scheint - abgesehen von einer kurzzeitig geplanten Befestigung nach den Wirren des Schmalkaldischen Kriegs - niemand mehr ein großes Interesse an der Burg gehabt zu haben. Bereits 1703 wird der Bau als "öd" bezeichnet. Heute ist von dem einstigen Schloss lediglich ein gotischer Fensterbogen erhalten.

Die Sage berichtet von "...einem Schatz in den tiefen Kellergewölben der Ruine. Ein zotteliger schwarzer bissiger Hund bewacht diesen jedoch. Nachts streift das Untier durch den Wald der kleinen Insel, im Mondschein kann man dabei den Schlüssel in seinem zähnestarrenden Maul erkennen, welcher den Zugang zum Schatz freigibt. Bisher hat es aber noch niemand gewagt, sich der Kreatur zu nähern. So ruht der sagenhafte Schatz noch immer unberührt unter der Ruine Sigmundsburg..."

Einzelnachweise


1. Fearewind - 1994-12 (Hermann Agerer)





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