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Pfafflar


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Bezirk Reutte

Region: Lechtal


erste urkundliche Erwähnung: 1284 (Pavelaers)
Fläche: 33,62km²
Höhe: 1314m
Ortsteile: Bschlabs, Boden, Aschlen, Sack, Windegg, Mitterhof, Taschach, Egg, Zwieslen, Brandegg, Unterhaus, Pfafflar, Ebele

Namensherkunft


Der Ortsname von Pfafflar leitet sich vom rätoromanischen pabulariu (Futterstadel) ab. Bschlabs wird 1448 erstmals urkundlich als Bislaves erwähnt.

Rätoromanischer Einfluss und die bayerische Besiedelung


Das Volk der Rätoromanen stammt ursprünglich aus dem Bereich des Unterengadin und breitete sich in der zweiten Hälfte des 1. Jahrtausends nach Christus gegen Norden hin bis in das Vorarlberger Montafon und im Oberinntal sowie

das alte Bauernhaus in Pfafflar wird heute nur noch als Ferienhaus genutzt
über den Landecker Raum hinaus aus.

Vermutlich schon vor Ende des 13. Jahrhunderts kamen sie über das Hahntennjoch (früher als Hohentennen bezeichnet) in das obere Gebiet des Lechtaler Seitentales um dieses als Alpgebiet zu nutzen.

Tirol und Vorarlberg; Johann Jakob Staffler (1841)
"...Pfafflar soll, wie die Sage geht, einst dem Markte Imst als eine Alpe angehört haben, und von diesem, einigen bei den schweizerischen Religionsverfolgungen ausgewanderten Engadiner-Familien zum Wohnsitze und zum Anbaue überlassen worden sein..."

Die romanisierten Räter waren auf Grund ihrer Herkunft aus der heutigen Ostschweiz Experten auf dem Gebiet der Alp- und Milchwirtschaft. Dieses Wissen gaben sie später an die bayerischen und alemannischen Siedler weiter, in dem vermutlich die rätoromanischen Volksgruppen im Laufe der Zeit aufgingen, als die auf Anweisung der Herren von Starkenberg errichteten herrschaftlichen Viehhöfe im Gebiet von Pfafflar schließlich zur ständigen Bergsiedlung ausgebaut wurde.

Der rätoromanische Einfluss zeigt sich speziell in den rechtsseitigen Seitentälern des Lechtals bis hinab nach Fallerschein und spiegelt sich in den Ortsnamen wieder.

Bis 1938 war Pfafflar ein Teil der Gemeinde Imst und noch nicht dem Bezirk Reutte zugehörig.

Kirchengeschichte


Etwa um das Jahr 1640 wurde die Kaplaneikirche Maria Schnee gebaut, welche im 18. Jahrhundert vergrößert wurde.

Bergbau



Pfafflarer Tracht
Auch in der Gemeinde Pfafflar wurde Bergbau betrieben, etwa am über Boden aufragenden Rötkopf, wo noch heute Stollen zu finden sein sollen. Gefördert wurde wohl vorwiegend Galmei und Blei. Mehr zum Thema Bergbau im Außerfern.

Lawinen


Speziell über das schon vorgeschichtlich begangene Hahntennjoch kam es immer wieder zu Unfällen mit Lawinen und Muren, welche eine große Anzahl an Leben forderten. Lawinenabgänge auf den Ort selbst wurden in den Jahren 1935 und 1984 in der Dorfchronik festgehalten.

Tirol und Vorarlberg; Johann Jakob Staffler (1841)
"...Die Gegend ist unwirthlich und kalt, der Boden dürr und unfruchtbar; außer Erdäpfeln und spärlicher Gerste gelangt keine Frucht zur Reife. Erleiden die Futterkräuter einen Mißwachs, dann ist das Elend dieser armen Leute vollendet. Aeußerst drückend, und lange andauernd ist dort der Winter. Oft geschieht es, daß das Thal wegen der großen Schneemassen wochenlang gesperrt, und von aller Verbindung abgeschnitten ist...."

Aufgelassen


1894 endete die Nutzung von Pfafflar als Dauersiedlung und die letzten Bewohner zogen in das weiter unten liegende Dorf Boden.

Straßenverbindung


1930 begann der Bau der Zufahrtsstraße aus dem Lechtal bis nach Bschlabs. 1935 erfolgte der Beginn des Ausbaues einer Verbindungsstraße zwischen Bschlabs und Boden.
1937 fuhr dann der erste Personenkraftwagen über die schmale Straße nach Bschlabs und erst 1950 kam der motorisierte Verkehr weiter bis nach Boden.

Als vorläufig letzter Schritt wurde 1969 die Hahntennjochstraße eröffnet und fortan in den Sommermonaten als Ausflugsstrecke und als schnelle Verbindung zwischen dem Lechtal und Imst genutzt.

Nächstgelegene Orte


Elmen
Imst

Bilder


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