Montag - 18. Nov. 2019


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weitere Sagen rund um das Außerfern





Das Wilde Fräulein von Grins

Bei einem Bauern, der unweit von Landeck wohnte, diente ein Wildes Fräulein. Seitdem die Magd auf dem Hof war, ruhte der Segen auf dem Haus. Das Vieh blieb gesund, die Kühe gaben viel Milch und die Hennen legten oft und große Eier. Das Getreide stand immer schön und weder Wind noch Wetter schadete demselben. Wenn die Zeit des Schnittes oder Mahdes bevorstand, sagte das Wilde Fräulein, wann man das Korn schneiden oder das Gras mähen solle, und weil man ihrem Rat folgte, brachte man gewiss immer die Ernte glücklich unter Dach. So ging es viele Jahre hindurch und der Bauer dachte sich oft, diese Magd ist mehr als Goldes wert. Als eines Tages der Bauer auf dem Feld pflügte, rief plötzlich ein Wilder Mann von den Schrofen herunter:

"Jochtrager, Stiertreiber!
Sag zu Stutzamutza,
Die Rauchrinda ist tot."

Der Pflügende wusste nicht, was der wilde Mann mit diesem Ruf wolle, und arbeitete tüchtig weiter. Als er nach getaner Arbeit nach Hause gekehrt war und beim Mittagessen saß, erzählte er vom Rufe des wilden Mannes. Da fing das Wilde Fräulein an zu weinen und sprach: "Jetzt muss ich gehen, denn es ist meine Mutter gestorben." - Der Bauer bat sie, noch länger zu bleiben, jedoch das Wilde Fräulein ließ sich nicht zurückhalten. Wie er sah, dass ihr Entschluss gefasst war, sagte der Bauer: "So sag mir doch, was muss ich tun, dass ich auch in Zukunft so viel Glück mit der Milch habe, wie während deiner Dienstzeit." - Darauf erwiderte die Magd: "Wenn du mit der Wirtschaft willst glücklich sein, so musst du den haarigen Wurm lieb haben und gut halten." Mit diesen Worten ging sie weg und stieg in die Schrofen hinauf. Der Bauer folgte aber ihrem Rat, hielt die schwarze Katze, - denn diese hatte sie unter dem haarigen Wurm verstanden, - gut und hatte immer Glück und Segen.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Der Wichtel von Grins

Ein Wichtel hütete den Bauern die Ziegen. Man hatte diesen kleinen Hütebuben am liebsten, weil er auf die Tiere fleißig achtgab und sie auf so gute Plätze führte, dass sie mehr Milch gaben, als andere. Da wollten die Bauern dem Zwerge auch eine Freude machen und kauften ihm ein rotes Röcklein, denn das rote Zeug haben die Wichtel am liebsten. Als sie dem kleinen Hirten dass blitzrote Gewand gaben, sagte er:

"Jetzt bin ich bubu (schön),
Ich rot nimmer hüten tu."

und ging dem Berg zu. Seitdem ließ er sich nie mehr sehen.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Die Wichtmannlen

Die Wichtmannlen sind kleine Mannlen, die sich in Ställen und anderen finstern Orten aufhalten. Sie lassen sich selten sehen und sind gar scheu. Die größte Freude haben sie, wenn sie die Leute necken und tratzen können. Da binden sie zwei Kühe an eine Kette oder treiben den Kopf einer Kuh durch das enge Stallfenster hinaus. Wenn sich die Leute dann vergebens recht abarbeiten, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen, lachen sie in den Winkeln laut auf. Geht man dann unverrichteter Dinge fort, laufen sie aus ihren Verstecken und machen den angestellten Schaden wieder gut. Vor etlichen Jahren trieb ein solches Wichtele in einem Bauernhaus zu Grins sein Unwesen. Kehrten die Leute von der Arbeit heim, fanden sie in der Stube alles von unterst zu oberst gekehrt. Die Tische und Bänke hatten die Füße nach oben, und aus allen Kammern waren Betten und Strohsäcke zusammengetragen. Man wusste lange nicht, wer das tue. Da hörte die Bäuerin, die einmal passte (auf der Lauer lag), in der Küche arbeiten. Sie ging nun zur Küchentüre und sah unten durch das Loch, das für die Hennen angebracht ist, hinein. Da stand ein Wichtmannl, kaum zwei Spannen lang, am Herd. Später ließ er sich nicht mehr sehen.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Das wilde Weib

Eine Kindbetterin stand einmal auf, ohne sich zu segnen und ging in die nächste Kirche, sich fürsegnen zu lassen. Als sie heimkam und am Herd stand, rief eines der älteren Kinder, welches am Herd saß, aus: "O je, hat doch die Mutter eine haarige Zunge!" Da sah man erst, dass es nicht die rechte Mutter war, sondern ein wildes Weib, welches die rechte Mutter auf dem Gang zur Kirche zerrissen hatte. (Schneller C.)
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Wilde Weiber

Südlich von Holzgau ragt ein steiler, unwirtlicher, etwas bewaldeter Berg, das "Joch" genannt, an dessen Fuße der Lech fließt, auf. Dort sah man von alters öfters wilde Leute ihre Windeln und Wäsche aufhängen. Sie sind aber längst fort, man weiß nicht wie und wohin. (Chr. Schneller)
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)



Riesen kegeln

Im Veigenstein (Feigenstein), einem Berg bei Nassereith, ist ein goldenes Kegelspiel. Große, große Leute sind im hohlen Berg und kegeln damit. Dann gibt die Kugel einen gar wunderschönen Klang, den man früher oft hörte. Die Leute, die mit der goldenen Kugel spielen, sind übrigens arm, haben nur ein paar Erdäpfeläckerlein.
Mythen und Sagen Tirols - Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1850)






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