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Die Neuzeit




Bauern- und Bürgerhäuser


"...ursprünglich waren die Häuser ganz aus Holz gebaut und im obern Allgäu mit Landern gedeckt; solch reine Holzbauten sind im obern Allgäu bis heute üblich geblieben, die ältesten von ihnen sind ohne Frage die [...] von Gerstruben. Vielleicht erst im 17. Jahrhundert wurde es in den nördlichen und mittleren Theilen unserer Landschaft Regel, den Stubenstock zu mauern; geschah dieß auch bei dem obern Stocke, so benützte man hier meist Riegelwände. Das Allgäuer Bauernhaus hatte des weitern keine Küche, der Herd stand in der Hausflur; jünger aber scheint es zu sein, wenn derselbe, die sog. Leuchte, in der Stube angebracht wurde. Auch der Kamin fehlte dem Allgäuer Bauernhause zuerst; es gab nur einen Schacht vom Herde bis zum Dachboden, wo der Rauch suchen mochte, wie er das Freie gewinne, und bei diesem Suchen Balken und Landern schwärzte und wurm- und wetterfest machte..."
Geschichte des Allgäus, Ludwig Baumann (1883); Bd. 3

hausflur luichte leuchte abzug herdstelle


Abbildung eines damals üblichen Hausflurs, welcher auch als Kochstelle Benutzung fand. Der gemauerte Herd wurde in seiner frühesten, bereits im Mittelalter üblichen Form als Senke ('Fuirgrueb') gefertigt, in welchem das Holz offen entfacht und der Rauch über einen direkt über der Herdstelle angebrachten Rauchmantel abgeführt werden konnte. Im Außerfern nannte man diese Form des Herdes häufig 'Luichte'. In dem Rauchmantel wurden auch oft Fleischstücke aufgehangen, um sie der besonderen Form der Haltbarmachung durch das Selchen mittels des abziehenden Rauchs zuzuführen.

Erst später entstanden dann geschlossene Herde, mit gusseisernen Herdflächen und herausnehmbaren Ringen, welche für verschiedenste Pfannen und Töpfe in unterschiedlichen Größen als Halterung dienten.





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