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Lermoos


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Bezirk Reutte

Region: Zwischentoren


erste urkundliche Erwähnung: (1020?) 1060 - larinmos
Fläche: 56,44km²
Höhe: 994m
Ortsteile: Obergarten, Untergarten, Oberdorf, Unterdorf

Brandrodungen um 1200 v. Chr.


"Larinmoos" gilt als die älteste urkundliche Erwähnung (1020) eines Ortes - in diesem Fall eines Flurnamens - des gesamten Außerferns. Die wissenschaftlichen Untersuchungen von Pollen haben ergeben, dass sich schon etwa 1200 vor Christus eine Brandrodungssiedlung im Lermooser Moos befunden hat. So könnte das "Lar" in seiner Begrifflichkeit auf eine Wüstung einer vormaligen Siedlung hindeuten.

Prügelweg im Moos - die Via Claudia Augusta


-> mehr unter: Via Claudia Augusta - Prügelweg durch das Lermooser Moos

Salzstraße


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Lermoos und Sonnenspitz - Karl Scheidlbrandner

lermoos dorfstraße kurtz
Dorfstraße von Lermoos

lermoos wetterstein zugspitze
Lermoos mit Wetterstein - 1895
1318 wird ein erster Salzstadel im Außerg´staig genannt. Um 1500 wird ein erstes Pallhaus - ein Warenzwischenlager - im Ort errichtet, in dem sich auch eine erste Poststation befand. Das Postwesen war zu dieser Zeit der Familie Taxis durch den Kaiser als Lehen übergeben worden. In den Jahren 1556/57 können sich die Bürger von Lermoos durch die Gewinne aus dem Rodfuhrwesen aus der Grundherrschaft schließlich freikaufen. Näheres im Beitrag über die Salzstraßen.

1560 wird die Poststation im heute sogenannten Postschlössl eingerichtet. Diese Postmeisterei bestand bis zum Jahr 1718.

In erster Linie durch das Verkehrsaufkommen für die Salztransporte und den anderen Handelsgütern erwächst bald die Notwendigkeit zur Errichtung einer Herberge von Verletzten und Kranken, selbstredend auch aus den Reihen der Einheimischen. 1558 kommt es zum Bau eines Spitals, welches laut der Spitalsordnung auch als Nachtlager für arme Durchreisende zu dienen hatte.

Kirchengeschichte


Im Jahr 1352 wird erstmals von einem Kirchenbau im Gemeindegebiet von Lermoos berichtet. Vermutlich aus Aufzeichnungen im Vorfeld zum Bau einer neuen Kirche im Jahr 1363. Ab 1423 erhält Lermoos als Filialkirche von Imst einen eigenen Seelsorger.

Die Truppen des Moritz von Sachsen zerstören und plündern 1552 die Kirche und einige Wohnhäuser.

Die vielen Pesttoten machen 1634 die Errichtung eines Pestfriedhofes notwendig.

1761 wird die Vollendung der neuen Pfarrkirche St. Katharina mit der Weihe vollzogen. Acht Jahre später kann auch die Fertigstellung des Kirchturmes gefeiert werden. 1891 wird die Kuratie Lermoos endgültig zur selbständigen Pfarre erhoben.

Dingstuhl


In Lermoos ist mit ausgehendem Mittelalter ein Niedergerichtssitz, ein sogenannter Dingstuhl, bezeugt.

Der Turm von Lermoos


Schon vor 1500 wird die Umgegend von Lermoos durch die Landesherrn gerne und recht häufig für ihre Jagdausflüge aufgesucht. Im Jagdbuch Kaiser Maximilians wird bekundet, dass sich in Lermoos eine "kuchl" für die im Blind-, Mitter- und Weißensee gefangenen Fische befindet. Zunächst dürften die illustren Gesellschaften bei dem damaligen Wirt Hans Steger verköstigt und beherbergt worden sein. Bald aber entschließt sich Maximilian in Lermoos einen Turm bauen zu lassen, weshalb er von vorgenanntem Wirt Steger ein Grundstück erwirbt, um auch bald mit den baulichen Tätigkeiten zu beginnen. In einem Brief an seinen Schatzmeister Jakob Villinger von Schönenberg weist er diesen an, zwanzig Scheiben mit Gemälden "malen und smelzen und in unsern neuen thuren zue Lermus in etliche fenster einsetzen" zu lassen. Den Auftrag dafür möge er an den Hofmaler Meister Hans Knoder von Augsburg vergeben und die fertigen Scheiben schließlich dem Wirt Hans Steger nach Lermoos zusenden.

Der Hauskämmerer Wolfgang Haller zu Innsbruck wird angewiesen zwei Eisenöfen nach den Anweisungen Hans Stegers fertigen und nach Lermoos schicken zu lassen. Schon bald war ein kleiner landesfürstlicher Ansitz fertig gestellt, welcher dem Landesherrn sodann als Lustschloss dienen sollte. Der Wirt Hans Steger hält den Turm unter seiner Verwaltung und lässt diesen um etwa 1532 zu einem Jägerhaus um- und ausbauen.
Nach dem Tod des Kaisers Maximilian I. werden jedoch von Seite der neuen Landesherrschaft die Mittel für die zahlreich in Tirol vorhandenen Jagd- und Lustschlösser gestrichen, womit auch das Jägerhaus an Bedeutung verliert. 1679 wird der herunter gekommene Bau schließlich abgerissen und an dessen Stelle ein neuer Salzstadel errichtet.

Gewerbe


1727 wird in dem historischen Ansitz Felsenheim eine Brauerei eingerichtet. Im Jahr 1780 eröffnet eine Wollflorweberei, Färberei und Kattundruckerei in der Gemeinde Lermoos. Um 1880 wird mit der Entwässerung des Moos begonnen. Die Arbeiten dafür werden bis 1893 andauern.

Schon um 1900 besuchen die ersten Feriengäste den Ort. Der erste Lift wird aber erst 1949 errichtet.

1984 wird der Lermooser Umfahrungstunnel als Teil der Fernpassstrasse (B179) feierlich eröffnet.
1999 richtet die Hochwasserkatastrophe zu Pfingsten auch in der Gemeinde Lermoos erhebliche Schäden an. Ab 2003 wird daraufhin mit der Umsetzung der ersten Hochwasserschutzmaßnahmen begonnen, wie etwa dem Geschiebebecken beim Sägewerk Kerle. 2004 wird mit dem Bau der Geschiebefalle am Juchbach begonnen und 2006 folgen die Verbauungen im unteren Bereich des Gartnertals. 2008 folgt dann die Errichtung eines Geschiebeablagerungsplatzes im Gartnertal.

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