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Elisabeth Maldoner

Geldverleiherin und Wohltäterin



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die Lisbeth- oder auch Dreifaltigkeitskapelle
Ludwig Steub schreibt in seinem 1846 erschienen Werk "Drei Sommer in Tirol" folgendes: "...aus dem Fenster zeigte man ein schönes, etwas angewittertes Haus, das der Jungfrau Elisabeth Maldoner gehört, welche [...] als die vermöglichste Person in Holzgau angesehen wird...". Auch Anton Waltenberger weiß in seinem "Führer durch Algäu, Vorarlberg und Westtirol" (1873) von den reichen Holzgauern zu berichten: "...wohlhabendes Dorf mit stattlichen Häusern. Die dortigen Bewohner haben ihren Reichthum durch Handel in Holland erworben. Die hübsche Pfarrkirche auf einer kleinen Anhöhe überragt das freundliche Dorf. In der Kirche hübsche Glasgemälde. Das Presbyterium liess Elisabeth Maldoner aus Holzgau auf ihre Kosten renoviren...".

Die kleine Elisabeth wurde am 2. Jänner 1800 in Holzgau geboren. Ihr Vater, Ignaz Maldoner, hatte es in Amsterdam durch seine Tätigkeit als Schiffsreeder zu ansehnlichem Reichtum gebracht. Schon in ganz jungen Jahren verliert Elisabeth ihre Eltern und erbt als einziges Kind das riesige Vermögen. Bereits als Jugendliche versucht sie sich als Geschäftsfrau und verleiht ihr Geld im Lechtal, dem Bregenzerwald und auch im Raum um Oberstdorf.

Dass Elisabeth human mit ihren Schuldnern verfährt, wollen die Holzgauer Heimatforscher Elisabeth Knitel, Eva-Maria Bernhard, Walter Auer und Elmar Blaas daraus ableiten, dass für die reiche Holzgauerin kein Grundbesitz im Bregenzerwald oder dem Allgäu überliefert ist.
1827 erwirbt sie um 377 Gulden zwar die Lugenalpe im Oytal bei Oberstdorf, dieser Kauf könnte jedoch als eine Hilfestellung für eine andere Partei gedient haben. Jedenfalls veräußert sie "das Bergguth Lugenalp" bereits nach 9 Tagen um 350 Gulden wieder [1].
Kein besonders gutes Geschäft also.

Auch als am 5. und 6. Mai 1865 eine Feuersbrunst beinahe den gesamten Ort Oberstdorf vernichtet, tritt Elisabeth für den Wiederaufbau als Kreditgeberin in Erscheinung.

Trotz oder vielleicht auch gerade wegen ihres Reichtums bleibt Elisabeth zeitlebens allein. Sie tat sich aber mehr und mehr als Wohltäterin hervor. So soll sie einem jeden Bettler, den sie antraf, einen Gulden geschenkt haben.
Auch für die Kirche spendet sie hohe Summen und finanziert bauliche Neuerungen im Holzgauer Gotteshaus. Neben der Hauptkirche unterstützt und fördert sie darüber hinaus die Kapellenbauten in der Holzgauer Umgebung. So etwa die "Dreifaltigkeitskapelle" im Schönauer Feld. Von der hiesigen Bevölkerung wird sie "Lisbethles Kapelle" genannt.

Die Überlieferung besagt, dass als Elisabeth im betagten Alter ihre Probleme hat den steilen Kirchenhügel zu erklimmen, sie das bis heute erhaltene Arma-Christi-Kreuz errichten lässt um ersatzweise vor demselben ihre Andacht abzuhalten.

Am 19. April 1878 verstirbt die Wohltäterin schließlich. Auf ihrem Sterbebild wurden folgende Worte der heiligen Schrift verwendet um ihren Charakter zu beschreiben: "Das Mitleid ist mit mir aufgewachsen von meiner Kindheit an. -- Mutter war ich den Armen."

Einzelnachweise


1. Verschönerungsverein Oberstdorf


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