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Geschichte » Vorwerke der Festungsanlage Ehrenberg

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Vorwerke der Festungsanlage Ehrenberg




Aus verteidigungstechnischen Gründen musste die Festungsanlage Ehrenberg schon bald nach Errichtung des Ensembles Ehrenberg mit Vorwerken und Verschanzungen gegen Norden gesichert werden. Solche Vorwerke befanden sich:





Kniepass mit Zollstation - Edmund von Wörndle



Kniepass


1645 fand der Festungsbaumeister Elias Gumpp noch zahlreiche Mängel an dem Sperrwerk am Kniepass vor. Den Machthabern riet er zur schnellen Ausbesserung und der Modernisierung der Bauten um nicht wie im Jahr 1632 vom Feind überrannt zu werden.

Der Kniepass lief danach zu seiner Hochzeit im 17. Jahrhundert auf und war wohl eines der weitläufigsten Vorwerke Ehrenbergs. Vom Lech riegelte eine massive Mauer mit Rondell und Tor gegen Norden die Talenge ab. An den ebenen Flächen am ersten Kopf oberhalb der Straße wurden kleinere Bauten wie Wachstuben, Ställe und Unterkünfte für die Besatzung errichtet. Nordöstlich des zweiten Kopfes liegen noch heute die Reste der sogenannten Sternschanze in dem Sattel, von dort zog sich eine Mauer mit Wall gegen Westen hin in Richtung Bärenau.

1695 gelangte der Festungsbaumeister Johann Martin Gumpp in einem Bericht zu der Überzeugung, dass dieser wichtige Straßenzug mit den Vorwerken nur unzureichend geschützt wäre. Tatsächlich hatte sich der Zustand der Befestigung am Kniepass im Laufe des vergangenen halben Jahrhunderts arg verschlechtert. Auf Anraten des Johann Martin Gumpp wurde die sehr schadhafte Zugbrücke und die Hochschanze an der Anhöhe des Passes erneuert. Auf dem südöstlich der Hochschanze hervorspringenden Felssporn wurde überdies ein Rondell mit hohen Wehrtürmen und eingelassenen Schießscharten errichtet.

Am Straßenzug am Kniepass befand sich Mitte des 18. Jahrhunderts eine Zollstätte mit kleinräumiger Befestigungsanlage, welche sich aus drei Wachthäusern, einem Pulverturm und einem Zeughaus zusammensetzte.

Sagen

Der Geist vom Kniepaß

Bilder



Kühloch


Das k.k. Fortificatorium in Tyrol verkaufte im September 1782 das hinter der gemauerten Kniepasslinie errichtete hölzerne Wacht- und Blockhaus, das Kühloch genannt, der Rosina Doser aus Füssen.
Auch das sogenannte Sternschanzl wird von Privatleuten gekauft. Allerdings bewohnt man es nur für wenige Jahre.

Lechschanze


1645 untersucht der Festungsbaumeister Elias Gumpp im Auftrag der Erzherzogin Claudia de Medici die Festung Ehrenberg und deren Vorwerke. Der dem Kniepass über dem Lech gegenüberliegenden Lechschanze bescheinigte er dabei einen derart schlechten Zustand, dass er sie lediglich als Ruine ansah. Generell seien die Vorwerke offensichtlich in Eile und nicht sachgemäß ausgeführt.

1646 begann der Bau einer neuen Lechschanze, welcher sich aber bis zum Jahr 1695 - dem Bericht Johann Martin Gumpp's zufolge - bereits wieder in einem schlechten Zustand befand. Zu erwähnenswerten Ausbesserungen kam es jedoch erst 1704, als sämtliche Vowerke Ehrenbergs verstärkt und gesichert wurden.

Stieglschanze


Im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges wurde am Übergang des Stieglberges eine hölzerne Schanze errichtet, welche durch Palisaden gesichert wurde und in der Mitte ein Durchlaßtor aufwies. Im näheren Umfeld fanden sich auch einige kleinere Blockhütten. Am 29. Juli 1632 wurde die Stieglschanze jedoch durch Feindeshand in Brand gesteckt und später auch nicht mehr wiederaufgebaut. 1646 ist noch von einem Schlagbaum die Rede, durch die geografische Lage für die Verteidigung ungeeignet, wird der Übergang endgültig aufgelassen.

Gachtpass


Schon bald nach dem Ausbau der schwierigen Strecke über den Gachtpass 1550, ging man daran ein Sperrwerk an dessen Verlauf zu errichten. Noch heute sind im unteren Drittel der Strecke die Mauern des Forts zu erkennen.






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