Sonntag - 15. Dez. 2019


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Die Wilderer

von Wildschützen und Wildbret-Dieben




Gams - Gamsbock - Illustration
"Ein freches Stückchen leistete sich vor einiger Zeit ein Wilddieb. Ein Jagdherr aus Reutte hatte Weidmannsheil gehabt und einen kapitalen Gemsbock geschossen. Als er jedoch seine Beute von der Talsohle, wohin sie abgestürzt war, holen wollte, fand er nur mehr Schweiß, aber keinen Gamsbock, der offenbar in der Zwischenzeit in andere Hände gefallen war. Zwei Tage später aber erhielt er mit der Post die Schalen des Bockes mit einem etwas ironisch klingenden Gruß von einem alten Freunde, der es aber vorzog, unbekannt zu bleiben, zugesandt."

In seinem Werk über die Geschichte des Allgäus schreibt Ludwig Baumann 1883: "...die Hegung des Wildes und die damit für sie verbundenen Nachtheile und Freiheitsbeschränkungen hatten zur Folge, daß auch die Allgäuer Bauern gegen die Jäger tiefen Haß empfanden und den Wilddieben ihre Zuneigung zuwandten.

Die Zahl der Wildschützen war groß, zumal da auch in jüngerer Zeit sie bei uns nur um Geld gestraft wurden. Im laubenbergischen Jagdbezirke wurde z. B. 1565 festgesetzt, daß... [...] geradezu beliebt machte sich auch im Allgäu, dessen nördlichen Theile um Jrsee, Ottenbeuren, Börwang, Jttelsburg, Kimratshofen und Aichstetten er wiederholt besucht hat, der heute noch im Volksmunde fortlebende Wildschützen und Räuberhauptmann Mathias Klostermaier aus Kissing in Oberbaiern, der 'baierische Hiesel', der 1771 in Osterzell bei Kaufbeuren von schwäbischen Kreissoldaten gefangen und bald darauf in Dillingen erdrosselt, gerädert und geviertheilt wurde. Ein Viertel seines Leibes stellte man zum abschreckenden Exempel sogar in Füßen öffentlich aus..."





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