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Der Gritsch in Birchetsgump



Auf den Bergwiesen zu "Birchettgump", zirka 2 Stunden von Steeg, stehen einige Häuser, welche zur Herbstzeit mit Vieh von einzelnen Personen bezogen werden, um einen Teil des im Sommer gemachten Heuvorrates zu verfüttern und um an Ort und Stelle Dünger für die Wiesen zu erhalten.

Da erschien nacheinander zwei Frauenspersonen ein Geist (Gritsch genannt), welcher dieselben mit einem "Mistkräl" bedrohte. Die Frauen ergriffen die Flucht, eilten nach Steeg und starben nach je 8 Tagen.

In der Karwoche des folgenden Jahres begaben sich 2 Männer von Steeg in dasselbe Häuschen nach Birgetsgump, um dort Bretter zum "Dachdecken" zuzurichten. Dieselben besprachen diese vorgekommenen Tatsachen und wünschten, der Gritsch möchte auch ihnen erscheinen, sie würden gewiß nicht davonspringen, sondern ihn mit ihren Beilen ordentlich zurichten. Auf einmal, wie auf Kommando, stellten die Männer ihre Arbeit ein und wurden vor Schrecken ganz bleich und der Angstschweiß perlte ihnen von der Stirne. "Gritsch", ein kaum 4 Fuß hohes Männlein, ganz nett gekleidet, mit schönem Gesicht war erschienen und stand ganz nahe bei den Spöttern und blieb zirka eine viertel Stunde vor ihnen stehen. Dann drehte es sich um und ging ganz ruhig, wie eine andere Person zur Kammertüre hinein. Aber merkwürdig, von rückwärts erschien das Männlein wie ein etwas verwischtes Gemälde, es war nicht mehr so recht eine menschliche Gestalt.

Die zwei "Ritter ohne Furcht" packten ihren Plunder zusammen und machten sich stillschweigend auf den Heimweg. Gestorben sind sie aber noch viele Jahre nicht, es erreichten beide ein Alter von über 80 Jahren.





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