Mittwoch - 20. Nov. 2019


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Der Berggeist am Hochvogel




Bei Hornbach erhebt sich das hohe Himmelshorn und der noch höhere Hochvogel. Dieses Gebirge bewohnt ein Berggeist, ein Schatzhüter, der es fast ebenso treibt, wie der Rübezahl im Riesengebirge. Oftmal wird er für ein Venediger-Mandl gehalten, welches die Schätze ausbeutet, dann man hat oft ein gewaltiges Hämmern und Klopfen drinnen im Felsen gehört. Aber der Berggeist ist fürs Lechthal kein Glück; denn er ist muthwillig und boshaft, und hat früher Ursache genug veranlaßt, ihn zu schimpfen und zu hassen. Lechthaler, welche häufig auswandern, um in der Fremde zu arbeiten, haben ihm bei der Rückkehr den Namen Kobold beigelegt, aber der Jacks Huber hat ihn für ein Klopferle gehalten und ausgegeben; es soll ein schwarzer rauher Zwerg - auch oft in rauher Wurmgestalt - gewesen sein, der durch sein Klopfen die Leute warnte. Jacks Huber meint für gewiß, daß der Hochvoglberggeist ein ganz gleiches Klopferle sei, wie es in den Häusern zu finden, und Erdhammerl heißt, u.s.w. Erdhammerl kann aber kein Berggeist sein: Verwechslungen der dämonischen Wesen untereinander, und nicht Festhalten des Unterschiedes ihrer Wesenheiten, begegnet man im Volke nicht selten.
Deutsche Alpensagen, Johann Nepomuk Ritter von Alpenburg (1861)





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